Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Bernhard Reifenberg
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Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Bernhard Reifenberg » Mo 28. Nov 2016, 22:12

Es tut sich scheinbar etwas an der Fernverkehrsfront für Trier und Luxembourg

Malu Dreyer möchte wieder Intercity in Trier:
http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 06,4562173

CFL will mit dem KISS nach Düsseldorf:
http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 06,4563864


Das wieder "richtige" Fernverkehrszüge als Intercity mit entsprechendem Wagenpark von Luxembourg über Koblenz ins Ruhrgebiet und weiter nach Norden (Emden/Norddeich) fahren sollten ist unbestreitbar!
Ob dies durch die Bemühungen unserer Ministerpräsidentin Malu Dreyer gelingt, steht noch nicht fest. Fakt ist auf jeden Fall, dass man den Schulterschluss zwischen der rheinland-pfälzischen Regierung und der Deutschen Bahn sucht. Dazu fanden und finden intensive Gespräche, auch mit Unterstützung der SPD-Generalsekretärin und Trierer Abgeordneten Katarina Barley, statt.
Und wenn am Anfang nur ein Zugpaar auf der Strecke in den Ruhrpott und weiter zustande kommt, ist das ein Erfolg.

Dagegen halte ich die Bemühungen der CFL für eine umsteigefreie Verbindung von Trier nach Düsseldorf mit den derzeitigen "KISS-Fahrzeugen", die jetzt offeriert werden soll, als konterkarierend.
Wer nach Köln oder Düsseldorf will, hat dazu in Koblenz stündlich Anschluss an die IC und erst Recht an einen durchgehenden RE von Koblenz nach Düsseldorf.
Und wenn der Herr Bundestagsabgeordneter Kaster(CDU) sich nicht endlich (nun gut, er ist eh bald weg aus Berlin) mit Malu Dreyer zusammen tut, um für Trier wieder einen IC aufs Gleis zu stellen und sich dann beschwert, diese falle im quasi in den Rücken, dann tut er mir schon fast leid.

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Dieselpower
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier ind Richtung Norden?

Beitragvon Dieselpower » Mo 28. Nov 2016, 23:13

Lieber Bernhard,
ich gehe fest davon aus, daß es wieder FV in STR geben wird, dies jedoch auf eine Malu Dreyer zurückzuführen oder das Nicht-Eintreffen einem anderen Politiker anzukreiden, ist - das kannst Du dir aussuchen - entweder Naivität oder Kurzzeitgedächtnis oder sonstwas....in Wirklichkeit interessiert den deutschen Politiker unserer Zeit - bis auf wenige Ausnahmen - nur seine eigene volle Tasche, am Volksinteresse vorbeiregiert wird auf allen Ebenen...von der Ortsgemeinde bis zur Bundesebene - das kann ich dir als Interessent einer Mitwirkung in erster Linie (Beobachter und Nachrücker im OG-Rat) bereits aus eigener Erfahrung berichten. Ich hoffe sehr, daß ich - wenn es mal so weit sein sollte - nicht an der selben Seuche erkranke.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Wiederanschluß (Hoffentlich gehen bei diesem Wort beim Maasmännchen und anderen Beknackten jetzt nicht die Alarmglocken los, wo doch schon hysterisch in Supermarktweihnachtswerbespots "rechte Geheimcodes" hineininterpretiert werden) der alten Römerstadt "Trevera Treverorum" ist recht hoch, doch hierfür zeichnet weder irgend ein ahnungsloser Schlipsträger in einer sog. "Volksvertreter"-Versammlung verantwortlich, noch irgendeine Initiative aus Wirtschaft und IHK oder was weiß ich.

Die DB hat erst enormen Kahlschlag betrieben - speziell nach der Bahnreform 1994, die den FV "eigenwirtschaftlich" werden ließ, und ganz besonders um den Todeszeitpunkt des "Interregios" herum, weil man sich nicht mit den ebenso ahnungs- wie zahllosen SPNV-Trägern einig wurde - um sich jetzt für die Wiedereinführung des FV in der Fläche feiern zu lassen, das ist so durchschaubar wie peinlich gegenüber demjenigen, der noch ein altes Kursbuch aus den 80ern oder sogar 70ern besitzt (und es lesen kann). Jetzt kommt man mit (wie üblich) immer neuem Schrott an (Der IC2 ist wohl nicht nur in den Augen von ProBahn absoluter Käse), und fährt - in absehbarer Zeit - auf einmal wieder Städte wie Siegen oder eben vsl. auch Trier an. Denn erst wenn etwas weg ist, wird es auch wirklich vermißt.

Stell dir vor, ich nehme dir so lange täglich einen Euro ab, bis Du dich daran gewöhnt hast, und irgendwann beginne ich, dir wöchentlich mit viel Tamtam 2 Euro zurück zu geben - irgendwann wirst Du nur noch in den höchsten Tönen von mir sprechen, obwohl Du nach wie vor 5 von deinen 7 Euros nie mehr wieder siehst... 8)
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Rolf » Di 29. Nov 2016, 00:43

Da die ICs auf der Moselstrecke kaum schneller sein werden als die REs, sehe ich wenig Sinn in einer Wiedereinführung der ICs. Der RE im Stundentakt ist für mich ein großer Gewinn und ein IC, der den schönen Takt stören würde, wäre dann erst recht kein Gewinn, sondern ein Verlust. Der inzwischen etablierte Rheinland-Pfalz-Takt gefällt mir jedenfalls viel besser als der unregelmäßige Fahrplan vorher mit ein paar eingeflochtenen ICs. Der RE mit dem Süwex ist in meinen Augen ein sehr schöner Zug, der es durchaus mit einem IC aufnehmen kann. Für uns Bonner hat sich der Anschluss an die Mosel deutlich verbessert, und der Umstieg in Koblenz passt gut. Ich möchte kein Zurück zum Status quo ante. Es sei denn, zusätzliche ICs passen störungsfrei zusätzlich in den Takt. Bei der stark rückgebauten Infrastruktur halte ich das jedoch für illusorisch. Dann lieber nicht!

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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Sa 3. Dez 2016, 11:53

Rolfs Ausführungen möchte ich zustimmen. Die Einführung des SÜWEX hat zu einer erheblichen Stabilisierung der Fahrpläne auf der Moselstrecke geführt. Der Durchlauf Koblenz - Saarbrücken - Mannheim ist meiner Meinung nach bereits eine Art Fernverkehr, den ich übrigens auch gerne nutze. In punkto Komfort und Laufruhe sind die ET auch ganz ok (die fürchterlich helle OP-Beleuchtung ist gerade zu Tagesrandzeiten nervig). Einziges echtes Manko: Oft reicht die Sitzplatzkapazität nicht aus. Aber dafür kann der ET nix, nur diejenigen, die ihn bestellen und die, die ihn betreiben.

Wenn die CFL mit ihrem KISS eigenwirtschaftlich nach Düsseldorf weiterfahren will, dann soll sie das doch machen. Es ist eine Bereicherung des Angebotes und wem es nicht gefällt, der fährt halt weiter mit den anderen Zügen.

Würde man die Fahrplanlage des SÜWEX nun wieder für einen IC oder EC frei räumen müssen, würde das bestehende Taktsystem empfindlich gestört - denn wir alle wissen, dass der Fernverkehr deutlich mehr Verspätung mit sich bringt.
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Bernhard Reifenberg » Sa 3. Dez 2016, 12:22

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:.

Würde man die Fahrplanlage des SÜWEX nun wieder für einen IC oder EC frei räumen müssen, würde das bestehende Taktsystem empfindlich gestört - denn wir alle wissen, dass der Fernverkehr deutlich mehr Verspätung mit sich bringt.


Es betrifft lediglich einen RE, der zusätzlich bestellte RE 4149, der Trier um 07:12 von Luxembourg nach Koblenz.
Dieser verkehrt in der alten IC-Fahrplanlage.

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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Dieselpower » Sa 3. Dez 2016, 14:08

Es kann mir doch keiner weismachen, daß ein "zusätzlicher" Fernverkehr an mangelnden Trassen scheitert. Wie viele Stunden (gefühlt) vergehen bei jeder Fototour mit Warten auf den nächsten Zug. Immer wieder dieses Totschlagargument - als ob an Rhein und Mosel tagsüber nur noch im Blockabstand gefahren würde...

Was ich mir bei der Verlängerung des CFL-RE bis Düsseldorf als durchaus schwierig vorstellen könnte, wäre das Nadelöhr am Rhein, Ihr wißt schon, wo die große Bahnhofskapelle steht. Da geht doch heute schon nur noch alles im Stop-and-go-Verfahren. Rückblickend betrachtet hat übrigens die Verbindung zweier Eilzugläufe, die in den 90ern so stark eingesetzt hat, nur zu einem geführt: Mehr Verspätungen, die von dem einen Zuglauf auf den anderen "verschleppt" werden.

Schaut Euch nur mal mein Lieblingsbeispiel RE9 (Rhein-Sieg-Express) an...aus den stets weitgehend pünktlichen Zügen an der Sieg wurde eine der verspätungsanfälligsten Linien in NRW. Erst fuhr man zwischen Gießen und Mönchengladbach herum, später schwenkte man auf Krefeld um, dann kürzte man das ganze um den Abschnitt Gießen - Siegen, verpaßte systematisch in Siegen die Anschlüsse, weil man (bis heute) nur selten aufeinander wartete, und schließlich wurde Aachen als "Westzielbahnhof" auserkoren, und verknüpfte damit die höchstfrequentierten Strecken der ehemaligen BD Köln.

Klar spart man Zugeinheiten, wenn in Köln nicht der eine endet, und der andere eingesetzt wird, andersrum müssen sie sich nun durch einen Knoten komplett hindurchwühlen, statt nur in einen hinein oder aus einem heraus. Trotz langer Pufferzeiten (Systemzeiten) verschleppt man die Verspätungen von der einen auf die andere Linie...

Ein weiterer Vorteil waren Wartungsmöglichkeiten der ein- und ausrückenden Züge. Früher konnte aus dem Eilzug aus Siegen mal eben in Köln Bbf ein Silberling aus- und ein anderer oder ein D-Zugwagen einrangiert werden, und der Zug lief mit der üblichen Kapazität weiter. Und heute? Ich finde es nur noch beschämend und peinlich, wenn das RIS umlaufbedingt schon Freitagsabends weiß, daß beim RE9 am Sonntag um 13:22 "Ein Zugteil fehlt", weil weder Pufferzeit noch Rollmaterial an den Endpunkten vorhanden sind.

Außerdem - und damit zurück zum Ursprungsthema - hat schon mal jemand darüber nachgedacht, den Fernverkehr durch die Eifel zu führen - was es auch früher schon gab? Oder den FV am Hbf in Koblenz vorbei fahren zu lassen, "wo es doch so gute Alternativen gibt""? Ich wiederhole es gerne: Es geht ja schließlich nicht um den Freizeitradler, der FV-"Komfort" auf seiner Strecke von Koblenz nach Cochem kombiniert mit Kapazität für sein Rad haben will, sondern um "echte" FV-Reisende aus dem Ruhrgebiet nach Trier oder aus Münster nach Luxembourg oder eben nur den weinseligen Touristen aus Köln, der zur Weinlese übers Wochenende nach Bullay will. Zumal von "mehr Komfort" angesichts des "RE mit Teppichboden" (O-Ton ProBahn) ja ohnehin keine Rede sein kann. Ich meine damit den von einer weiß lackierten Regio-Lok bewegten Dosto-IC2.
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Sa 3. Dez 2016, 19:02

Ich möchte Dieselpower da widersprechen. Es geht um einen klaren Fahrplan, also benötigt man bestimmte Trassen. Dabei ist es unerheblich, wenn 20 min vorher oder nachher eine Trasse frei ist. Man will ja wohl hoffentlich hier nicht ernsthaft fordern, dass stündlich ein RE geht und dazwischen noch ein IC gefrickelt wird. Was soll das denn werden? Beide Produkte würden sich Konkurrenz machen und Anschlüsse würden auch nicht passen.

Mir ist bekannt, dass man seinerzeit beim Aufgabenträger nicht ganz unglücklich war, dass die IC Trassen frei wurden. Nur so war der SÜWEX in der jetzigen sauberen Taktform möglich. Und ein sauberer Takt ist das a.o.. Die Leute z.B. müssen wissen: "Der RE geht immer Minute 54 ...." . Das Flügeln in Trier Hbf ist auch eine gute Sache und läuft inzwischen rund. Umsteigefrei Luxemburg - Koblenz und Mannheim - Koblenz im Taktbetrieb. Und der KISS ist auch nicht so schlecht und läuft sehr ruhig.

Der erwähnte geneignete Reisende aus dem Ruhrgebiet, der z.B. das schöne Trier oder Saarbrücken besuchen möchte, findet in Koblenz Hbf einen hochwertigen Nahverkehr vor, der recht pünktlich verkehrt. Ich bitte um den ehrlichen und objektiven Vergleich: Flirt und KISS gegen die alten IC-Wagen aus den 1970er Jahren bzw. ex. IR-Wagen, die dort zuletzt eingesetzt waren, z.T. noch ohne Klimaanlage. Alles schwer in die Jahre gekommen. Der Komfort war da auch "abgängig" ;-).

Ich fahre oft mit dem SÜWEX, wenn ich von oder zu einem Einsatz Fahrgast fahren muss. Durch Lokführeroutfit und orange Klamotten kommt man immer wieder ins Gespräch mit dem normalen Reisenden. Diese sind durchweg mit dem KISS und dem langen Durchlauf zufrieden, bemängeln einzig, dass zwischen Mannheim und Saarbrücken nur 2 ET verkehren (da könnte man mehrmals täglich locker 3 einsetzen und es wäre immer noch kuschelig). Vor ein paar Tagen saß ich neben einer älteren Dame, die mir erklärte, sie käme aus Hagen und wolle zur Tochter nach Neustadt/Weinstr.. Sie würde immer mit dem IC nach Koblenz fahren und dann in den neuen weißen Zug einsteigen, da müsste sie nur einmal umsteigen. Das sei ihr sehr angenehm.

Und über die Eifel - naja. Da müsste man einiges an der Infrastruktur machen und die Bundesverkehrswegeplankommission hat dem gerade eine Abfuhr erteilt. Also mein Fazit: Fernverkehr schön und gut, aber wir haben andere Sorgen in der Region und sind ganz gut versorgt. Nur damit da ICE für unsere tollen Politiker an den weißen Außenwänden steht und die sich angebliche Erfolge an die Brust heften können .... ich halte das für unsinnig.
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Rolf » So 4. Dez 2016, 11:20

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:...Diese [normalen Reisendenden] sind durchweg mit dem KISS und dem langen Durchlauf zufrieden, bemängeln einzig, dass zwischen Mannheim und Saarbrücken nur 2 ET verkehren (da könnte man mehrmals täglich locker 3 einsetzen und es wäre immer noch kuschelig)...

Könnte man zwischen Mannheim und Saarbrücken denn überhaupt noch eine 3. Einheit anhängen? Ich vermute mal, dass die Bahnsteiglängen dafür nicht ausreichen. Wie sieht es dann mit einer Taktverdichtung aus? Wäre ein Halbstundentakt zwischen den beiden Städten fahrplanmäßig noch realisierbar?

Im Übrigen möchte ich Bernd voll und ganz zustimmen. Der Verkehr an der Mosel läuft nach meinen Erfahrungen wesentlich zuverlässiger als früher, die Züge sind komfortabel und der Taktfahrplan ist superklasse. Am FLIRT habe ich nichts auszusetzen; ein toller Zug. Beim KISS würde ich ein paar Abstriche machen. Bei dem Fahrzeug stören mich die nervigen, lauten Durchsagen bzw. Warnsignale an den Stationen und wenn man oben sitzt, schwankt er mir etwas zu sehr (auch vor der Weinprobe). Bei der Doppeleinheit bevorzugen wir daher stets den FLIRT.

Ich behaupte zudem mal, dass man ICs heutzutage auch gar nicht mehr so voll bekommen würde wie früher, denn damals, als noch ein paar ICs fuhren, waren die Alternativen (alte, klapprige DR-Dostos, schlechte Übergänge in Koblenz und kein Takt) ja viel schlechter und deswegen hat man dann noch eher als heute den IC bevorzugt. Heute müsste ein IC mit den komfortablen Stadler-Zügen, deutlich besseren Anschlüssen in Koblenz, kürzeren Fahrtzeiten im Regionalverkehr (beim Umstieg in Koblenz) und dem kundenfreundlichen Taktverkehr konkurrieren und ein IC wäre damit heutzutage noch viel schlechter zu vermarkten als vor der Umstellung, als die ICs nicht zuletzt wegen mangelnder Nachfrage eingestellt wurden. Anders ausgedrückt: Der IC war damals nur deswegen noch halbwegs attraktiv, weil die Alternativen so viel schlechter waren. Kurzum: Der Rheinland-Pfalz-Takt, das neue Fahrplankonzept und der Komfort sind eine Klasse besser als vorher. Zu ein paar zusätzlichen ICs sage ich daher NEIN DANKE!

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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Bernhard Reifenberg » So 4. Dez 2016, 13:07

Rolf hat geschrieben:Zu ein paar zusätzlichen ICs sage ich daher NEIN DANKE!


Na toll :(

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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Rolf » So 4. Dez 2016, 13:51

Bernhard Reifenberg hat geschrieben:
Rolf hat geschrieben:Zu ein paar zusätzlichen ICs sage ich daher NEIN DANKE!


Na toll :(

Okay, ich präzisiere: ICs nein danke, wenn sie den schönen neuen Taktfahrplan durcheinander bringen oder gefährden, was man allerdings befürchten muss.

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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Dieselpower » So 4. Dez 2016, 15:33

Ist das der selbe "schöne neue Taktfahrplan", der die Oberwesterwaldstrecke momentan die letzten "normalen" Reisenden kostet? Hieß - glaube ich - auch RLP-Takt!

OK, war wieder off Topic, aber ich bin kein Freund von Verallgemeinerungen.

Und was den "Komfort" angeht, da läßt sich ja vortrefflich drüber streiten. Mir persönlich wäre ein Avmz - egal wie alt - immer lieber, als der nur durch eine Glastür abgetrennte, aber ansonsten weitgehend gleich ausgestattete Bereich einer modernen Plastikbahn mit brettharten Sitzen, greller Beleuchtung und Dauerbeschallung ("Achten Sie auf Ihren Kopf...nächster Halt"...Piiieep-Piiieep-Piiieep...), sogar 1000 mal lieber. Ganz davon abgesehen, daß die "1" von vielen Reisenden einfach ignoriert wird...nach dem Motto "Hab ich gar nicht bemerkt!" - naja, ist ja oft auch kein Wunder...
Ja, ich oute mich, ich fahre gern 1. Klasse - aber nur, wenn ich auch einen deutlichen Unterschied für meine Kohle bekomme!

Und sogar in der 2. Klasse bieten die alten IR-Wagen doch deutlich höheren Sitzkomfort, als die Verladegestelle moderner Plastikbahnen....davon kann ich mich jeden Tag überzeugen, an dem ich das Vergnügen des HLB-628 mit seinen schönen alten Sitzen, die aus dem IR bekannt sind, habe.
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Re: Bald wieder Fernverkehr von Luxembourg / Trier in Richtung Norden?

Beitragvon Dieselpower » So 4. Dez 2016, 15:45

...ach ja und noch eine schöne Kleinigkeit für die Plastik-ET-Fans...ich entdeckte das bereits in den 90ern in den damals neuen Kölner Drehstrom-Stadtbahnwagen der KVB:

Wißt Ihr eigentlich um den Elektrosmog, dem man sich inmitten zahlreicher Umrichter, Antriebsmotoren, Hilfsbetriebe und was weiß ich für Bauteilen in den "schönen neuen ETs" aussetzt? Nein? Einfach mal mit Kopfhörern (Walkman etc.) an die richtige Stelle setzen, und die Lautstärke runterdrehen. Das Summen im Ohr ist nicht die Biene Maja....den Rest besorgen die 80 Handy- und W-LAN-Benutzer um Euch herum im hellerleuchteten, dauerbeschallten Großraum. Von der üblichen jaulenden, heulenden und pfeifenden Lärmbelästigung bei der Fahrt ganz abgesehen....

Es bleibt dabei - es geht nichts über "lokbespannt".
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