Vergabeverfahren „MoselLux“ gestartet

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eta176
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Vergabeverfahren „MoselLux“ gestartet

Beitrag von eta176 »

Aus Anlass der am 12.01.2022 erfolgten Veröffentlichung des Vergabeverfahrens MoselLux
im EU-Amtsblatt hat der SPNV-Nord die nachfolgende PM veröffentlicht:

Künftig verbessertes Zugangebot im Korridor Mosel/Luxemburg
Nachdem die Verbandsversammlung am 30.11.2021 grünes Licht gegeben hat, ist das
Verfahren zur wettbewerblichen Vergabe MoselLux heute mit der Veröffentlichung der
Auftragsbekanntmachung im EU-Amtsblatt an den Start gegangen. Das europaweite
Vergabeverfahren erfolgt gemeinsam mit den saarländischen Partnern unter der Feder-
führung vom SPNV-Nord.
Anlass für das Vergabeverfahren MoselLux ist, dass zum Fahrplanwechsel im Dezember
2024 die Verkehrsverträge der Aufgabenträger (SPNV-Nord und saarländische Partner)
und DB Regio für die Linien RB81 (Koblenz–Trier), RB82 (Trier–Perl) und RB83 (Wittlich–
Luxemburg) auslaufen. Daher muss der Betrieb dieser Linien neu ausgeschrieben werden.
Ergänzt werden soll die Vergabe um einzelne Züge
(Verdichter) der Linie RB 10 zwischen Kaub und Koblenz (ab 12/2025) und
• Verdichter der Linie RE 11 zwischen Trier und Luxemburg sowie um
elektrische Leistungen der Moselweinbahn RB 85 Bullay – Traben-Trarbach (ab 12/2029).

Im Rahmen der Vergabe MoselLux werden alle Verkehrsleistungen zusammen mit Options-
bausteinen ausgeschrieben. Die Dauer ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 beträgt
15 Jahre mit Verlängerungsoptionen. Die Ausschreibung erfolgt als Verhandlungsverfahren
mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb. Das Leistungsvolumen beträgt zwischen 12/2024
und 12/2029 ca. 2,7 Mio. Zug-km sowie zwischen 12/2029 und 12/2039 ca. 3,1 Mio. Zug-km,
je ohne optionale Leistungen (rd. 0,6 Mio. Zug-km).

Bei der Vergabe MoselLux werden die Belange des Radverkehrs besonders berücksichtigt, da in
der sehr beliebten Urlaubsregion der Mosel neben dem Wandern der Radtourismus von großer
Bedeutung ist. Deshalb wird in der Ausschreibung eine Transportkapazität von 30 Fahrrädern
pro Fahrzeug
und bessere Kennzeichnung der Mehrzweckbereiche zur Radbeförderung - sowie
ein Einbahnstraßensystem zur Fahrradverladung mit Unterstützung durch Servicekräfte in der
Saison
- gefordert. Auch über die Radbeförderung hinaus tragen die Anforderungen an die Fahr-
zeuge den Bedürfnissen der Fahrgäste einschl. der in ihrer Mobilität eingeschränkten Rechnung.
Dies kommt insbesondere durch die Forderung einer einheitlichen Fahrzeugflotte mit 250 Sitz-
plätzen, größeren Sitzabständen, Tischen auch in der 2. Klasse, modernen Fahrgast-Info-Syste-
men, benutzerfreundlichen Toiletten, WLAN u.v.m. zum Ausdruck.
Der Verkehrsvertrag ist als sog. Bruttoverkehrsvertrag ausgestaltet, bei dem die Erlösverantwor-
tung bei den Aufgabenträgern liegt. Der stationäre und Online-Vertrieb wird über die Vertriebs-
vergaben gewährleistet werden.
Der SPNV-Nord und die saarländischen Partner freuen sich über den Start des Vergabeverfahren
MoselLux und erwarten eine rege Beteiligung von Seiten der Eisenbahnverkehrsunternehmen.
[Link folgt, sobald vorhanden]
.
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reinout
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Re: Vergabeverfahren „MoselLux“ gestartet

Beitrag von reinout »

"elektrische Leistungen der Moselweinbahn": wird die Strecke dann doch elektrifiziert? Oder könnte das auch Akkubetrieb usw bedeuten?

Reinout
eta176
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Planungsleistungen für Elektrifizierung Moselweinbahn vergeben

Beitrag von eta176 »

Hallo Reinout,
recht aktuell (14.12.2021) wurde hier von DB Netz ein Auftrag zur Planung vergeben:

Kurze Beschreibung:
Zukünftig soll der SPNV zwischen Bullay und Traben-Trarbach elektrisch verkehren.
Als Voraussetzung für den Einsatz elektrischer Fahrzeugen ist die Elektrifizierung
der Moselweinbahn Strecke 3112 von Pünderich (km 0,188) nach Traben-Trarbach
Gleis 1 (km 10,500) das Hauptziel dieser Maßnahme. Bei der Strecke 3112 handelt
es sich um eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn. Die Leistungsphasen
1-2 sollen vorab auf Grund der Bestandsunterlagen angefertigt werden. Anschließend
sind die restlichen Leistungsphasen in BIM-Methodik zu ergänzen.
Weitere Informationen sind den Ausschreibungsunterlagen zu entnehmen.

Beschreibung der Beschaffung:
Elektrifizierung Moselweinbahn; Planung Leistungsphasen 1-2, optional Leistungs-
phasen 3-4 und 6-7

V.2) Auftragsvergabe
V.2.1) Tag des Vertragsabschlusses: 13/12/2021
V.2.3) Name und Anschrift des Wirtschaftsteilnehmers, zu dessen Gunsten der Zuschlag erteilt wurde
Offizielle Bezeichnung: OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG, Karlsruhe

:arrow: https://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTIC ... HTML&src=0
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Steffen
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Re: Vergabeverfahren „MoselLux“ gestartet

Beitrag von Steffen »

Sei der Strecke gegönnt, aber…

Im südlichen Rheinland-Pfalz wird wegen der Elektrifizierung zwischen Neustadt und Wörth seit Jahrzehnten nichts auf die Reihe gebracht. Das wäre ein existenziell wichtiger Lückenschluss bei geschätzt 10 Mal so vielen Zugfahrten wie auf der Moselweinbahn.

Wo ist da die Zweckmäßigkeit der Investition? Oder ist da der ZSPNV Nord einfach nur cleverer?
Viele Grüße
Steffen
Carsten Frank
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Re: Vergabeverfahren „MoselLux“ gestartet

Beitrag von Carsten Frank »

Die Zweckmäßigkeit ist vor allen dass man für Traben Trarbach nicht mehr extra Triebwagen vorhalten und zuführen muss sondern mit den ET aus dem Netz mit bedienen kann.
Auch sollte die Elektrifizierung der kurzen Stichstrecke mit Einzugbetrieb nicht zu aufwändig sein.
eta176
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Re: Vergabeverfahren „MoselLux“ gestartet

Beitrag von eta176 »

Steffen hat geschrieben: Mi 12. Jan 2022, 19:18 Wo ist da die Zweckmäßigkeit der Investition? Oder ist da der ZSPNV Nord einfach nur cleverer?
Sorry, aber dass der SPNV-Nord mal "cleverer" als der Süden sein soll,
das wäre wie Vollmond und Neumond in einer Nacht, oder Ostern und
Weihnachten am gleichen Termin. 8)

Bislang konnte man aus dem Norden immer nur voller Neid (oder Bewunde-
rung) auf die deutlich höhere Zahl an reaktivierten Strecken-Kilometern im
Bereich des ZSPNV-Süd schauen - aber es ist einfach auch ein anderer Men-
schenschlag - der auch eher mal was wagt, nach dem Motto: - Alla hopp -
und nicht ewig nur "Bedenken trägt", wie die Bewohner von Eifel, Wester-
wald, Hunsrück oder Taunus :roll:
.
Aber da die RegioShuttle der Moselweinbahn schon mal einen Abstecher nach
Linz machen durften, um Richtung Kasbachtalbahn zu schauen - und von Seiten
des SPNV-Nord Aktivitäten für einen regelmäßigen SPNV nach Kalenborn erkenn-
bar sind, könnte ich mir einen zukünftigen Einsatz dort vorstellen - sofern die
Fahrzeuge eine entsprechende Steilstreckenzulassung erhalten würden ...
.
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Der_Bopparder
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Re: Vergabeverfahren „MoselLux“ gestartet

Beitrag von Der_Bopparder »

Die beiden Triebwagen der Moselweinbahn (650 131 und 650 132) untscheiden sich recht deutlich von drei Steilstrecken-VT der Hunsrückbahn (650 350, 650 351 und 650 352): Andere Getriebe und andere Bremsanlagen. Ob sich eine Umrüstung der beiden heute schon fast 22 Jahre alten VT (beide wurden am 15.08.2000 abgenommen) um Jahr 2030 rechnen würde, wage ich dann doch zu bezweifeln ... :roll:
Viele Grüße aus Boppard

und dem UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal

Jürgen der Bopparder
Torsten R.
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Re: Vergabeverfahren „MoselLux“ gestartet

Beitrag von Torsten R. »

Zukünftig soll es Direktverbindungen von Traben-Trabach nach Koblenz und Trier geben.
In Bullay folgt die Vereinigung mit/Trennung von der RB 81 Koblenz - Trier.
Dabei soll es abwechselnd nach Koblenz und Trier gehen.
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