Nicht alt aber historisch – Die Baureihe 212

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Dennis Bergau
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Nicht alt aber historisch – Die Baureihe 212

Beitragvon Dennis Bergau » Mi 30. Dez 2015, 22:27

Hallo zusammen,

heute möchte ich Euch mal ein paar 212er Bilder zeigen, die zwischen 1998 und 2004 entstanden sind. Mir war einfach mal danach. Ob es eine gute Idee war, müsst Ihr entscheiden!

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Bild 01: Anfangen möchte ich mit 212 056, die ich am 18.09.1998 in Frankfurt (M) Hbf aufnehmen konnte.

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Bild 02: Weiter geht es mit einer Lokparade vom 04. Oktober 1998 vor dem Ringlokschuppen im Bw Limburg. Zu sehen sind 212 203, 212 132, 212 287 und 212 024.

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Bild 03: Nun sind wir wieder in Frankfurt (M) Hbf und sehen am 18.04.2000 212 053.

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Bild 04: Während dem Hessentag 2001 kam es zu einem „Lokengpass“. Daher mussten bei DB Regio auch Lokomotiven von DB Cargo aushelfen. So kamen für einen Tag auch Loks der Baureihe 212 wieder auf der Aar-Salzböde-Bahn zum Einsatz. Nach diesem Tag wurden durch Leihloks der Baureihe 218 215er auf den Strecken im Rhein-Main-Gebiet freigesetzt, die dann wieder nach Hartenrod eingesetzt werden konnten (wahrscheinlich war es billiger Loks von anderen Regio-Bw´s zu leihen als Gießener 212er einzusetzen). Den einen Tag, den sie gefahren sind habe ich nur ungenügend genutzt aber ein paar Bilder sind trotzdem entstanden, so wie dieses am 21.05.2001 mit 212 356 als RB 95121 von Herborn nach Hartenrod zwischen Herbornseelbach und Ballersbach.

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Bild 05: Über lange Jahre waren die Übergaben von Frankenberg nach Gießen wegen den Einsatz der 212er in Doppeltraktion ein beliebtes Motiv. Ich selbst habe es zu diesen Zeiten nie gemacht, war halt zu „Normal“. Dann kamen die 290er auf die Strecke, weil u.a. Viessmann weniger bis gar nicht mehr mit der Bahn bedient wurde. Für kurze Zeit kamen aber 2002 die 212er wieder zurück auf ihre alte Stammstrecke. Hier sehen wir 212 346, die damals letzte Gießener 212er in ozeanblau-beige, mit der Übergabe nach Gießen bei der Ausfahrt aus Frankenberg (Eder). Die Aufnahme ist am 15. Februar 2002 entstanden.

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Bild 06: Ebenfalls am 15.02.2002 ist diese Aufnahme von 212 298 am Leimstruther Tunnel entstanden. Die Kurhessenbahn setzte damals mal wieder 212er im Nahverkehr ein.

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Bild 07: Mit Sonderleistungen kamen die Loks der Baureihe 212 damals noch in ganz Hessen herum. So auch am 19. Mai 2003, als 212 062+358 mit einem Holzganzzug von Büdingen (Oberhess) nach Gelnhausen bei Mittelgründau unterwegs waren.

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Bild 08: Im September 2003 fanden auf der zur Reaktivierung bevorstehenden Strecke von Offenbach (M) Hbf nach Dietzenbach Funkmessfahrten statt. An zwei Tagen war ich dort unterwegs, einmal mit der Bahn, was nicht so ergiebig war und einmal mit dem Auto. Am 30.09.2003 waren 212 104 und 212 367 auf dem Weg nach Dietzenbach unterwegs und legten in Heusenstamm einen kurzen Stopp ein. Aber Dietzenbach hat diese Fahrt nicht erreicht, es wurde bereits im Haltepunkt vor Dietzenbach kopfgemacht, sehr zu meinem Leidwesen, weil ich in Dietzenbach wartete!

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Bild 09: Auch andere Bereiche setzte seine 212er gerne vor Messzüge ein. So auch Saarbrücken. Aus diesem Grund war am 17.03.2004 auch 212 302 am Rhein bei Schloss Marienfels unterwegs. Im weiteren Verlauf wurde auch die Ahr hochgefahren.

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Bild 10: Der Messzug übernachtete in Koblenz und fuhr noch die Lahn hinauf bis Limburg. Von dort ging es über Niedernhausen und Frankfurt-Höchst wieder Richtung Saarland. Die Fahrt von Limburg nach Frankfurt konnte ich in Eppstein abpassen!

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Bild 11: Im Rahmen von Streckenfesten setzte die Kurhessenbahn immer wieder interessante Lokomotiven ein. So kamen 2004 neben 212 302 und 364 569 auch 216 224 wieder zum Einsatz. Die 216er war eigentlich nach Halle umgesetzt worden und sollte dort 03 1010 vorheizen aber durch einen „glücklichen“ Umstand kam es nicht dazu. So war die Lok frei und konnte nach Korbach kommen. Diese Parade mit eben 216 224, 212 302 und 364 569 entstand am 08.05.2004.

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Bild 12: 212 302 hatte aber kein Glück bei dieser Veranstaltung. Sie bespannte einen der ersten Züge und blieb bei Wolfhagen defekt liegen. Glücklicherweise konnte sie noch als „Steuerwagen“ eingesetzt werden, so wurde der Zug von 225 091 übernommen, die im Bw Kassel stand. Hier sehen wir 212 302 noch alleine auf ihrer ersten Fahrt am 09.05.2004.
Anzumerken ist noch, dass der Defekt an ihr im Bw Kassel behoben wurde aber die Lok nicht mehr eingesetzt wurde, typisch Deutsche Bahn!

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Bild 13: Im Frühjahr 2004 kamen viele Fotografen zusammen um im Bereich von Aschaffenburg 212 023 zu fotografieren, die für eine 290 im Hafen bzw. Aschaffenburg-Nilkheim rangierte. Ein Defekt an einer Brücke lies die 290er nicht mehr zu. Am 10.05.2004 schob 212 023 einen Gaswagen nach Aschaffenburg-Nilkheim. (Ja, an mindestens einen Tag kam auch mal eine andere, verkehrsrote, 212 zum Einsatz)

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Bild 14: Bei der Rückfahrt von Nilkheim hatte die Übergabe immerhin drei Wagen dran.

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Bild 15: Da am 10.05.2004 das Wetter nicht wirklich gut war und ich weitere Motive machen wollte bin ich am 17.05.2004 noch mal nach Franken aufgebrochen und konnte 212 023 in Nilkheim mit der Übergabe aus Aschaffenburg fotografieren. Der gedeckte Wagen war für das Verteillager eines Versandhändlers bestimmt (leider weiß ich nicht mehr welcher es war). Komischerweise hat keiner der ca. 20 Fotografen die Bedienung dieses Gleisanschluss bemerkt und so konnte mein Mitfahrer und ich exklusive Bilder machen, die ich aber leider nicht gescannt habe. Ach, am Nachmittag wurden die Silberlinge vom Kurhessenbahn-Streckenfest mit 225 091 nach Köln überführt. Der Laufweg hatte schon was besonderes: Kassel – Marburg – Erndtebrück – Kreuztal – Siegen – Köln. Ein Bild davon ist im Kalender 2016 des Herborner Eisenbahnvereins zu sehen.

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Bild 16: Wegen Streckensperrungen im Bereich von Schweinfurt mussten im Sommer 2004 Würzburger 212er die Bespannung der Übergabe nach Bad Neustadt an der Saale übernehmen. Wegen des Kopfbahnhofs Bad Kissingen und des Richtungswechsels in Ebenhausen (Unterfr) wurden die Züge mit zwei 212er bespannt. Meistens wurde aber in Bad Kissingen auf Doppeltraktion umgehangen. Daher kamen am 08.06.2004 212 274 und 329 mit ihrer Übergabe auch als Doppeltraktion daher als ich sie bei der Einmündung der Fränkischen Saaletalbahn auf die Hauptstrecke bei Gemünden (Main) aufnehmen konnte.

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Bild 17: Das letzte Bild steht stellvertretend für alle Privatbahn-212er die ich in den letzten Jahrzehnten fotografiert habe. Es zeigt die RSE-212 326 mit einer Übergabe aus Montabaur nach Limburg. Dieser private Tonverkehr hat nicht lange gehalten und dies ist daher auch eines meiner wenigen guten Fotos davon. Aufgenommen wurde es am südlichen Einfahrsignal von Staffel am 03.09.2004.

Ich hoffe die Bilder gefallen, trotz des teilweise neueren Datums.

Wünsche allen Lesern einen guten Rutsch, einen guten Start ins neue Jahr und sende viele Grüße

Dennis

Horst Heinrich
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Re: Nicht alt aber historisch – Die Baureihe 212

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 30. Dez 2015, 23:32

Bildperspektiven, Motive und "Gelegenheiten" finde ich sehr sehens- und beachtenswert. Eine gelungene "Reportage"! Die gute alte V 100 - was hat sie geleistet! Vielen Dank!
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

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Olli M
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Re: Nicht alt aber historisch – Die Baureihe 212

Beitragvon Olli M » Do 31. Dez 2015, 19:57

Hallo Dennis,
Ob es eine gute Idee war, müsst Ihr entscheiden!


Ich entscheide mich dafür, dass es eine gute Idee war :D.

An viele der gezeigten Leistungen kann ich mich gut erinnern. War tatsächlich ziemlich normal damals und abgedrückt habe ich damals kaum. Vielleicht komme ich auch irgendwann mal zum Scannen um den schnöden Alltag von 1998 - 2005 wieder aufleben zu lassen.
Übrigens gibt es ab morgen ja wieder DB Cargo, dann muss man fast aufpassen, dass man die Fotos nihct unter aktuell einstellt :wink:

Nen guten Start in 2016!
Gruss vom Niederrhein
Olli

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uhrpfaelzer
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Re: Nicht alt aber historisch – Die Baureihe 212

Beitragvon uhrpfaelzer » So 3. Jan 2016, 11:59

Auch von mir ganz klar ein "Daumen hoch" und weiter so!

Gruß
Helmut

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Dieselpower
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Re: Nicht alt aber historisch – Die Baureihe 212

Beitragvon Dieselpower » So 3. Jan 2016, 12:43

"Nicht alt aber historisch" - ein gut gewählter Titel für diesen Beitrag...erst mal herzlichen Dank für die Retrospektive!

Wenn man bedenkt, wie schnell in unserer modernen Zeit etwas (meist schönes) Geschichte ist - wer hätte z.B. gedacht, daß unsere oft noch üppig und intakt (!) vorhandene Telegraphendraht-Herrlichkeit im Lande binnen kürzester Zeit verschwindet - vor allem, warum!!!
Aber mehr darf ich dazu sicher nicht sagen... :roll:

Und wenn man die Haltbarkeit moderner Plastikbahnen berücksichtigt, wird es offenbar höchste Zeit, 423-426 oder 644 zu fotografieren. Und dennoch reizt es mich nicht mehr so, wie früher....vielleicht ärgere ich mich in 20 Jahren, aber vielleicht habe ich mir bis dahin ja auch ein neues - zeitloseres - Hobby gesucht... :cry:

Ich denke, ich werde mich noch etwas den 111ern und 420ern an der Sieg widmen - und auch der ziemlich formschönen (90er Design eben) 120, und das war's dann in meiner Region....denn 70 verschieden-kunterbunte Traxx mit kunterbunten Containern locken mich noch nicht mal ins liebliche Mittelrheintal (auch wenn die hier gezeigten Aufnahmen oft meisterhaft sind) - und so gern ich die Henkel-140 mal erwischen würde, leider fehlt mir dafür meist die Zeit.
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
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Knipser1
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Re: Nicht alt aber historisch – Die Baureihe 212

Beitragvon Knipser1 » So 3. Jan 2016, 13:37

Dieselpower hat geschrieben:Wenn man bedenkt, wie schnell in unserer modernen Zeit etwas (meist schönes) Geschichte ist - wer hätte z.B. gedacht, daß unsere oft noch üppig und intakt (!) vorhandene Telegraphendraht-Herrlichkeit im Lande binnen kürzester Zeit verschwindet - vor allem, warum!!!
Aber mehr darf ich dazu sicher nicht sagen... :roll:




Hallo Marko,

da gebe ich dir recht. Neben neuen Fahrzeugen ist das für mich an vielen Fotostellen das augenfälligste Merkmal, dass wir uns nicht mehr Anfang der "2000er-Jahre" befinden.

Gerade an bekannten Fotostellen wie z. Bsp in und um Monreal und an der Lahn ist das sehr augenfällig.

Wobei das -außerhalb des Westerwalds- nicht immer ein Fall der "üblichen Verdächtigen" ist, die DB selber hat inzwischen eine Menge an intakten und vorhanden Telegraphenleitungen in Kabelkanälen verschwinden lassen bzw. auch bei Windbruchschäden die dünnen Einzelleitungen direkt durch ein dickes schwarzes Kabel ersetzt.

Viele Grüße

Guido
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Horst Heinrich
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Re: Nicht alt aber historisch – Die Baureihe 212

Beitragvon Horst Heinrich » So 3. Jan 2016, 17:27

Knipser1 hat geschrieben:... die DB selber hat inzwischen eine Menge an intakten und vorhanden Telegraphenleitungen in Kabelkanälen verschwinden lassen bzw. auch bei Windbruchschäden die dünnen Einzelleitungen direkt durch ein dickes schwarzes Kabel ersetzt.


Diesbezüglich:
Wie schön, daß ich hier noch den letzten DB-"Kubberdrahtknibbeler" des Hunsrück-Mosel-Eifelraumes Hwm a.D. Reinhold Stumm von der ex-Nm Trier kennenlernen durfte, der -mit einem Magirus-Saturn, den er während der Bereitschaft immer zuhause in Büchenbeuren stehen hatte "bewaffnet"- nach stürmischen Ereignissen stets zu den Bahnstrecken der Region ausrückte, um die Fernmeldeleitungen wieder zu reparieren, oft als One-Man-Show.
Eine interessante Profession, von der er noch heute gerne erzählt:
Schiefhängenden Baum absägen, dann mit Steigeisen auf den ersten Mast hinauf, Drähte abschneiden, auf den zweiten Mast hinauf, Drähte abschneiden, neue Drähte einziehen, "festknibbeln", neue Drähte zum ersten Mast hinüberziehen, dort "festknibbeln", dann über den nächsten OB-F-Kasten oder den mobilen Prüffernsprecher Verbindung zu Fdl oder Zugleiter prüfen, alles in das jeweilige, an jeder Sprechstelle ausliegende Fernsprecherbuch oder das eigene Protokollbuch eintragen und weiter zur nächsten Störung.

Heute fährt ein externer Servicetechniker von einer Fremdfirma mit eigenem Auto und Laptop zum nächsten Schaltkasten und kauert vor den PCI-Steckplätzen. Ob dieser Arbeitsplatz noch so attraktiv und spannend ist wie der frühere?

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AO74
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Re: Nicht alt aber historisch – Die Baureihe 212

Beitragvon AO74 » Mi 6. Jan 2016, 11:51

Toller Beitrag!

An den Auflauf in Aschaffenburg wegen 212 023 kann ich mich auch noch gut erinnern (selbst dabei gewesen)! :D
Gruß aus Ffm
Alex


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