Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

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Jörg der Saarländer
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Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von Jörg der Saarländer »

Hallo,

nachdem nun alle meine alten Dias gescannt und bearbeitet sind, ist es Zeit, meine Heimatstrecke zu präsentieren...
Die Niedtalbahn geht von Dillingen nach Bouzonville in Frankreich, wobei heute nur noch der Teil von Dillingen bis Niedaltsorf befahren wird
In den 80ern herrschte dort aber noch reger Güterverkehr, vor allem wegen der Dillinger Hütte, die Erz und Flüssigeisen darüber transportierte

Los geht's:


Bild 1:

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Am 14. November 1981 fahren 290 131 und 290 133 mit einem Erzzug aus Frankreich durch den Bahnhof Dillingen zur Hütte


Bild 2:

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Im August 1983 erfolgte eine Komplett-Sanierung der Strecke, bei der unter anderem neue Schienen verlegt wurden
Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Gleise auf dem Bahndamm zwischen Dillingen und Siersburg noch nicht durchgehend verschweißt, das typische Rattern begleitete die zahlreichen Züge auf ihrem Weg
Am 18. August wartet die Saarbrücker 290 133 mit ihrem Arbeitszug vor der Dillinger Saarbrücke


Bild 3:

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Früher herrschte immer noch ein ansehlicher Güterverkehr, wenn auch nicht mehr so stark wie zu Zeiten der Dampfloks Anfang der 70er
Neben den fertigen Produkten der Stahlindustrie wurde auch Eisenerz über die Niedtalstrecke gefahren
Auf dem nur von Güterzügen befahrenen Niedaltdorfer Viadukt war am 15. Februar 1984 die noch rote 290 013 mit ihrem Leerzug nach Dünkirchen unterwegs Richtung Bouzonville


Bild 4:

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Genau die selbe Stelle, aber diesmal von unten
290 060 war am 12. April 1986 mit ihrem Flüssigeisenzug Gag 48544 von der Dillinger Hütte auf dem Weg nach Bouzonville, wo eine Lok der SNCF den Zug weiter nach Ébange bei Thionville bringt


Bild 5:

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Einige hundert Meter weiter wurde französisches Gebiet erreicht, und der Zug fährt auf einem hohen Damm an Guerstling vorbei
Die 290 060 konnte es sich fast gemütlich machen, denn mehr als 30 km/h waren beim beladenen "Suppenzug" nicht drin...


Bild 6:

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Hier kam all das her, was auf dieser Strecke fuhr
Nachdem das Bw Dillingen Anfang der 70er die eigene Beheimatung von Dampfloks aufgegeben hatte, war es Einsatzstelle des Bw Saarbrücken geworden
Am 8. Juni 1986 warteten 290 025, 290 051, 290 024, 260 390 und 212 377 an der damals noch in Betrieb befindlichen Drehscheibe auf ihre weiteren Einsätze


Bild 7:

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290 025, 290 051, 290 024 und 260 390 vor dem bereits aufgegebenen Lokschuppen des Bw Dillingen


Bild 8:

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Neben dem Dillinger Lokschuppen standen am 8. Juni 1986 die bereits ozeanblau-beigen 290 134 und 290 026


Bild 9:

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Kurz vor Bouzonville durchfährt der Zug zwei Tunnels, bevor er direkt im Gleisvorfeld des Bahnhofs wieder das Tageslicht erblickt
Der Flüssigeisenzug mit 290 051 hat soeben den ersten Tunnel verlassen, um unterhalb des Fotografen die Hauptstrecke Creutzwald-Thionville zu unterqueren
und anschließend im zweiten Tunnel wieder unter die Erde zu fahren
Am 9. Juni 1986 war die Stelle noch gut einsehbar; heute ist alles ziemlich zugewuchert und auch die Flüssigeisenzüge fahren schon lange nicht mehr...


Bild 10:

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In Bouzonville angekommen übernimmt eine französische E-Lok den Zug und fährt nach kurzer Zeit weiter nach Ebange
Das Thionviller "Bügeleisen" CC 14151 macht sich im Bahnhof Bouzonville gleich auf den Weg


Bild 11:

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Hinter Bouzonville wird die Nied überquert


Bild 12:

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Der Flüssigeisenzug steuert zwischen Bouzonville und Freistroff seinem Ziel, dem Stahlwerk in Ebange bei Thionville, entgegen
Das flüssige Roheisen kühlt während der Fahrt von der Dillinger Hütte nach Ebange nur um etwa 30° ab


Bild 13:

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Planmäßige Zugkreuzungen waren im Bahnhof Hemmersdorf an der Tagesordnung
Die damals noch vorhandenen vier Gleise boten allerhand Möglichkeiten dazu, wenn auch die Gleise 3 und 4 in den letzten Monaten immer mehr zum Abstellen von ausrangierten Güterwagen verwendet wurden
Am 10. Juni 1986 wartet die rote 290 025 mit ihrem beladenen Flüssigeisenzug Gag 48544 von der Dillinger Hütte nach Ébange auf ihren leeren Gegenzug


Bild 14:

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290 051 kommt mit dem leeren Flüssigeisenzug Gag 48543 Ébange - Dillingen Hochofen aus Bouzonville und hat Einfahrt auf Gleis 2
Nachdem sie eingefahren ist geht's für die auf Gleis 1 wartende 290 025 mit ihren vollen Torpedowagen des Gag 48544 von der Hütte nach Ébange weiter in Richtung Niedaltdorf
Nachdem der ihr folgende Nahverkehrszug aus Dillingen eingefahren ist schaltet das Ausfahrsignal für 290 051 auf grün und der Fahrt nach Dillingen steht nichts mehr im Weg


Bild 15:

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Im Sommer 1986 waren die Arbeiten zum Saar-Ausbau als Schiffahrtsstraße in vollem Gange
Im Zuge des Saarausbaus mußte auch die nach Kriegsende entstandene alte Gitterbrücke über die Saar abgerissen werden, weil die Durchfahrtshöhe für die Schiffe nicht ausreichen wird
Am Sonntagvormittag des 15. Juni 1986 zogen 290 060 und 290 131 den Erzzug Gdg 48553 von Dunkerque zur Dillinger Hütte über die ihrem Ende entgegen sehende Saarbrücke


Bild 16:

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Noch einmal das Bw Dillingen
Vor dem Lokschuppen stehen am 15. Juni 1986 die 290 050, 290 059, 260 754 und 212 375


Bild 17:

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Am 1. August 1986 war ein voll besetzter Skl mit einem Schotterwagen unterwegs in Richtung Siersburg


Bild 18:

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Die typische Nahverkehrsgarnitur bis Mitte der 90er auf der Niedtalstrecke: 212 377 schiebt am 05. September 1986 den N 5118 von Dillingen nach Niedaltdorf
Früher bestand der 7-Uhr-Schülerzug aus fünf Silberlingen, mittags aus vier und nachmittags immerhin noch aus drei Wagen
Im Laufe der Zeit hat man das ursprünglich vorhandene (und auch benötigte) Platzangebot nach unten korrigiert; morgens waren es drei Wagen und nachmittags im Feierabendverkehr reichten zwei Wagen aus
Später wurden die Wendezüge durch Kaiserslauterner 628 abgelöst


Bild 19:

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Nachdem fast alle Saarbrücker 290 in den blau-beigen Farbtopf gefallen waren, sah es ziemlich eintönig vor den Zügen aus
Abwechslung brachte die rote 290 366 aus Ulm, die für ein paar Wochen Gast im Saarland war
Von Rot konnte aber nicht so ganz die Rede sein, denn sie hatte aufgrund ihres ausgeblichenen Lacks ziemlich schnell den Beinamen "Rosaroter Panther" bekommen
Am 5. September 1986 war sie als Lz unterwegs von Bouzonville nach Dillingen


Bild 20:

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Am gleichen Tag pendelte die 212 377 zwischen Dillingen und Niedaltdorf
Unter ihrem N 5119 nach Dillingen sind die Bauarbeiten zum Saarausbau gut zu erkennen...


Bild 21:

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Die Ulmer Leihlok 290 366 ruht sich in Dillingen aus vor dem nächsten Einsatz


Bild 22:

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Der Nachmittag wurde interessant durch den leeren Flüssigeisenzug Gag 48543 aus Ébange, der bei bestem Fotolicht nach Dillingen fuhr
Hinter der Lok laufen leere Wagen, von denen aus Meterlast-Gründen (Saarbrücke und Niedaltdorf) beim vollen Zug immer zwei Stück zwischen Lok und den einzelnen Wagen laufen
Eine rote 290 war am 6. August 1986 davor, gut zu erkennen ist das fast fertig ausgebaute Stück der Saar, dem eigentlich nur noch die alte Brücke im Weg steht


Bild 23:

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Inzwischen war der Bahnhof Siersburg längt verkauft und hat einen neuen Verputz bekommen
Er sieht nun sauberer aus als Anfang der 80er, aber das urige Erscheinungsbild von früher fehlt...
212 377 hält am 8. September 1986 mit dem N 5123 aus Niedaltdorf in Siersburg


Bild 24:

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Um 14:20 Uhr kam 290 025 mit Gag 48543 Ébange - Dillingen Hochofen am Haken durch Siersburg


Bild 25:

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Der tägliche "Frachtenzug" Ng 45523 kam kurz vor Mittag aus Bouzonville zurück
Die rosarote 290 366 war am 10. September 1986 in Hemmersdorf vor dem Zug


Bild 26:

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Die ersten Gerüste sind bereits am Brückenpfeiler zu sehen, Vorboten der neuen Bogenbrücke
Am 30. September 1986 war es wieder die 212 377, die die Schüler um 11:24 Uhr von Dillingen zurück ins Niedtal brachte
Der N 5118 bestand an diesem Tag aus drei Wagen


Bild 27:

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Manchmal verirren sich Loks auf die Strecke, die dort normalerweise eher selten vermutet werden
Ein Sonderzug brachte am 16. Mai 1987 Pilger von Niedaltdorf nach Trier, und da der Zug von Saarbrücken über die elektrifizierte Saarstrecke fuhr nahm man die 181 224 dafür
Der Abstecher nach Niedaltdorf wurde möglich, indem man in Dillingen einfach die 290 060 davor spannte
Da in Niedaltdorf nicht umgesetzt werden konnte geschah das in Hemmersdorf, und der Zug wurde als Rangierfahrt nach Niedaltdorf geschoben
So entstand früh morgens das Bild der 181 224 vor D 22131 in Hemmersdorf


Bild 28:

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290 060 am anderen Ende des Zuges beim Überqueren der A8 an der Anschlußstelle Rehlingen


Bild 29:

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Der Bau der neuen Bogenbrücke hat Fortschritte angenommen, als am 16. Mai 1987 im Gegenlicht der aufgehenden Sonne die 181 224 am Schluß des D 22131 die Baustelle passiert


Bild 30:

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Am 26. Juli 1987 nutzte man eine Streckensperrung, um in Hemmersdorf ein paar Bauarbeiten durchzuführen
Die Saarbrücker 323 108 hat sich vorher noch teilweise neu lackieren lassen, damit sie auf dem Foto besser zur Geltung kommt...


Bild 31:

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Hier die 323 108 in Hemmersdorf noch einmal aus einer anderen Perspektive


Bild 32:

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n Siersburg waren am 26. Juli 1987 Schotterwagen abgestellt, damit die Durchfahrt für Bauzüge frei bleibt
Zu dieser Zeit war das Ladegleis in Siersburg noch vorhanden


Bild 33:

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Am 9. August 1987 erfolgte die Belastungsprobe der neuen Saarbrücke
Die 290 025 kommt mit dem Brückenbelastungszug aus Richtung Siersburg angefahren


Bild 34:

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Alles war stabil, und der Verkehr konnte wieder starten


Bild 35:

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Die letzte rote 212 des Bw Saarbrücken war zu dieser Zeit die 212 282
Manchmal hatte man Glück, und sie fuhr eine Woche lang in diesem Plan
Am 25. August 1987 war sie wieder mit ihrer typischen Garnitur unterwegs nach Siersburg, als sie in Höhe der heutigen Alu-Gießerei aufgenommen wurde
Inzwischen wurde an dieser Stelle ein Durchbruch für den neuen Autobahn-Zubringer gebaut


Bild 36:

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Recht umfangreiche Gleisanlagen für einen kleinen Kreuzungsbahnhof...
Hier erfolgte allerdings bis zum 31. Dezember 1970 die Zollabfertigung, weshalb oft das Aussetzen einzelner Wagen erforderlich wurde
Diese Züge mussten dann rangiert werden, bevor die Weiterfahrt erfolgen konnte


Bild 37:

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Skl-Treffen in Hemmersdorf am 10. Dezember 1987
Nachdem im Bereich der Gleisanlagen kräftig gewütet wurde dauerte es nicht mehr lange, bis die Gleise 3 und 4 abgebaut wurden
Hier sammeln sich bereits die ersten Schwellen, aber noch liegen die Gleise


Bild 38:

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290 134 kommt am Mittag mit dem Ng 45523 aus Bouzonville durch Hemmersdorf
Nach etwa 10 Minuten wird Dillingen erreicht


Bild 39:

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Am gleichen Tag fährt 290 050 mit ihrem Flüssigeisenzug Gag 48544 von der Dillinger Hütte nach Ébange in Hemmersdorf ein


Bild 40:

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290 050 hat mit dem Gag 48544 von Dillingen nach Ébange nach einer Zugkreuzung den Bahnhof Hemmersdorf verlassen


Bild 41:

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Am Ausgangspunkt der Strecke wartet 212 375 am 23. April 1988 mit N 5118 auf Fahrgäste, die ins Niedtal wollen...


Bild 42:

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Am 15. Oktober 1988 schob die in hervorragendem Lack befindliche 212 282 den N 5124 Dillingen - Niedaltdorf durch Hemmersdorf
Die Gleise 3 und 4 wurden kurz davor entfernt, aber die Bahnsteigkante an Gleis 2 erneuert


Bild 43:

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Bei der Rückfahrt aus Niedaltdorf passiert N 5125 am 15. Oktober 1988 das alte Bw Dillingen


Bild 44:

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290 131, 290 025, 361 149 und 290 059 stehen am 26. März 1989 an der Diesellok-Tankstelle des Bw Dillingen
Dahinter ist der Abzweig der Niedtalstrecke


Bild 45:

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Inzwischen hat das neue Farbkonzept der Bahn um sich gegriffen
212 347 wartet frisch lackiert am 11. April 1991 in Dillingen auf die nächste Fahrt nach Niedaltdorf


Bild 46:

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212 375 im orientroten Lack bringt am trüben 02. November 1991 in Hemmersdorf ihren N 5115 nach Dillingen
Zu dieser Zeit fuhr oft ein grün-weißer Steuerwagen zusammen mit einem Silberling auf dieser Strecke


Bild 47:

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212 347 überquert am kalten 13. Dezember 1991 mit N 5125 die alte B 406 bei Rehlingen und läßt sich nach fünf Kilometern in den Bahnhof Dillingen rollen


Bild 48:

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An der gleichen Stelle fährt am 16. Juli 1992 ein Kraftpaket aus 212 343 und 212 200 und zwei Wagen als N 5118 nach Niedaltdorf vorbei
Bei Ausfall des Steuerwagens wurde dieser durch irgendeinen anderen Wagen ersetzt; oft war das ein alter Schnellzugwagen, manchmal sogar zwei Bm 235
Vorgepannt wurde das, was gerade entbehrlich war... Wenn in früheren Zeiten oft eine Kaiserslauterner 211 herhalten musste, war es in den letzten Jahren eine 212 oder auch schon eine 290


Bild 49:

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Auf dem Rückweg begegnet die Garnitur uns als N 5120 noch einmal in Hemmersdorf


Bild 50:

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Auch der eine Stunde später verkehrende N 5120 Dillingen - Niedaltdorf wurde mit dieser Garnitur gefahren, hier bei der Einfahrt in Hemmersdorf


Bild 51:

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Am 25. Juli 1992 war wieder ein Sonderzug unterwegs:
218 369 schleppte ihren Dz 23527 aus Niedaltdorf durch Hemmersdorf


Bild 52:

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Kurze Zeit später hat 218 369 mit Dz 23527 von Niedaltdorf nach Dillingen und weiter Richtung Trier die Saarbrücke bei Rehlingen erreicht


Ich hoffe, der Rückblick hat Euch gefallen, und danke für's Durchhalten!

Gruß
Jörg

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eta176
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Die Niedtalbahn in den 80ern (Brückenvergleich)

Beitrag von eta176 »

Hallo Jörg,
vielen herzlichen Dank für diesen phänomenalen Beitrag zur Niedtalbahn - mit den zahlreichen Veränderungen bei Infrastruktur,
Verkehr und Bespannungen :!: Bild 15 und 52 muss ich noch mal hier "zitieren", da der direkte Vergleich - aus identischer Auf-
nahmeposition - sehr interessant ist. Die neue Brücke musste - nach dem parallel erfolgten Neubau - seitlich eingeschoben wer-
den. Hast Du von dieser Aktion vielleicht auch noch Aufnahmen?
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Hans-Peter
Jörg der Saarländer hat geschrieben:
Fr 15. Mai 2020, 15:08
Bild 15:
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Im Sommer 1986 waren die Arbeiten zum Saar-Ausbau als Schiffahrtsstraße in vollem Gange. Im Zuge des Saarausbaus mußte auch die nach Kriegsende entstandene alte Gitterbrücke über die Saar abgerissen werden, weil die Durchfahrtshöhe für die Schiffe nicht ausreichen wird. (15. Juni 1986)

Bild 52:
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218 369 hat mit Dz 23527 - von Niedaltdorf nach Dillingen und weiter Richtung Trier - die Saarbrücke bei Rehlingen erreicht (25. Juli 1992)

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reinout
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Re: Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von reinout »

Interessant, danke!
Unglaublich das das Flüssigstahl nur 30 Grad kühler wird auf diese Strecke. Wie lange hat so eine Fahrt gedauert?

Reinout

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Olli M
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Re: Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von Olli M »

Ach Du liebe Zeit, das da so viel los war und was die gute V90 da alles auf der Bahn zu schleppen hatte, war mir absolut nicht bewusst. Toll und abwechslungsreich eingefangen, so Flüssigeisentransporte auf der Nebenbahn mit V90 machen was her, zumal ja auch Kunstbauten be-/ durchfahren werden bzw. oftmals der Zug in die "Dorfbauten" eingebettet ist. Dann internationale Übergabe an die französische CC, einfach eine andere Welt. Das Bild 27 mit der 181 in Hemmersdorf erzeugt eine ganz besondere Stimmung. Auch hierfür ganz herzlichen Dank für die Mühe des Einstellens!
Gruss vom Niederrhein
Olli

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Dieselpower
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Re: Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von Dieselpower »

Chapeau! Was für ein Beitrag mit vielen tollen Fotos. darf ich ein paar kleine Anmerkungen betrieblicher/technischer Art zu den Untertiteln machen? Da haben sich ein paar kleine, aber Angesichts der vielen Arbeit natürlich verzeihliche Fehler eingeschlichen, die mir aufgefallen sind...vielleicht hab ich in der Fülle sogar selbst etwas übersehen... :wink:

Bei Bild 27 (Die 181 in Hemmersdorf) heißt es: Da in Niedaltdorf nicht umgesetzt werden konnte geschah das in Hemmersdorf, und der Zug wurde als Rangierfahrt nach Niedaltdorf geschoben
Das wäre betrieblich nur möglich, wenn es sich bei Niedaltorf und Hemmersdorf um EINEN Bahnhof mit ZWEI Bahnhofsteilen handeln würde, da Rangierfahrten nur innerhalb eines Bahnhofs (und wenigen anderen, hier nicht zutreffenden Ausnahmen) verkehren. Hier wird es sich eher um den (heute deutlich rareren, damals gar nicht so) seltenen Fall eines "geschobenen Zuges" handeln. Die hierbei zulässige Höchstgeschwindigkeit (30 km/h) kann natürlich den Verdacht auf eine Rangierfahrt (max. 25 km/h) beflügeln, aber auf die Strecke dürfen nur "Züge" - bis auf besagte Ausnahmen (Baugleis, Anschlußbedienung...).

Das "Kraftpaket" in Bild 48 (bis 50) mag täuschen, es arbeitet (sofern nicht zwei Lokführer beschäftigt sind) nur eine der beiden Maschinen, die jeweils hintere wird geschleppt. Natürlich besteht die Möglichkeit, beide Loks über das 36polige konventionelle Steuerkabel zu verbinden, dann ist auch in der Tat ein solches "Kraftpaket" möglich. Die m-Wagen verfügen m.W. jedoch nicht über ein solches Steuerkabel, deshalb ist das hier nicht der Fall. Einzelumbauten diverser Bww gab es zwar, so hatten z.B. einige Trierer Bm 232 bzw. 239 eine nachgerüstete Türschließeinrichtung an den Drehtüren (Allerdings mäßig erfolgreich, standen die Wagen im Bogen, schafften es die Schließanlage oft nicht, die schweren Drehtüren zu zu drücken), aber eine Nachrüstung von m-Wagen mit Steuerkabel ist mir nicht bekannt.

Dann deuten im nächsten Bild (51) sowohl das vereinfachte Schlußsignal, als auch die Abgasfahne darauf hin, daß 218 369 nicht "schleppt", sondern "schiebt", oder "nachschiebt" - so wird es genannt, wenn beide Tfz an Spitze und Schluß - jeweils besetzt - arbeiten. Das ist leider (auch im Folgebild) nicht erkennbar. Und das ist auch der Unterschied zu Bild 27, die 181 hat mit 100%iger Sicherheit in Ermangelung einer Fahrleitung NICHT gearbeitet, sondern war nur zur Fahrwegbeobachtung besetzt.

Trotz dieser Korrekturen (Sorry, bringt wohl die Dozententätigkeit so mit sich) ein phantastischer Bilderbogen aus einer Gegend, die ich - wie ich heute feststellen muß, zu TMT-Zeiten sträflich vernachlässigt habe. Saarregion bedeutete für mich damals immer nur "Mehrsystemloks". Leider lag der Focus immer primär auf den Baureihen - die anderen gab es bei uns im Rheinland auch. Heute würde man ganz anders priorisieren - zu spät, leider....

Danke für die viele Arbeit!
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
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eifelhero
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Re: Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von eifelhero »

Hallo Jörg,
klasse Dokumentation. :)
Es tut nur weh, wie man bei dem Verfall des Bw Dillingen zuschauen muß. :oops:
gruß aus der Eifel
Heinz

Am besten halten wir die Welt einfach mal kurz an und lassen die ganzen Idioten aussteigen.

G1206-Lrf
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Re: Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von G1206-Lrf »

Moien!

Jörg, klasse Bilder von "auch meiner Heimatstrecke"... 8)

Dann noch einige Anmerkungen von mir:

@Reinout:
Unglaublich das das Flüssigstahl nur 30 Grad kühler wird auf diese Strecke. Wie lange hat so eine Fahrt gedauert?
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, waren es ca. +/-4 h.

@Dieselpower:
Bei Bild 27 (Die 181 in Hemmersdorf) heißt es: Da in Niedaltdorf nicht umgesetzt werden konnte geschah das in Hemmersdorf, und der Zug wurde als Rangierfahrt nach Niedaltdorf geschoben
Das wäre betrieblich nur möglich, wenn es sich bei Niedaltorf und Hemmersdorf um EINEN Bahnhof mit ZWEI Bahnhofsteilen handeln würde, da Rangierfahrten nur innerhalb eines Bahnhofs (und wenigen anderen, hier nicht zutreffenden Ausnahmen) verkehren.
Das ist schon richtig so, habe mal einen alten Bfpl rausgekramt...

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Das "Kraftpaket" in Bild 48 (bis 50) mag täuschen, es arbeitet (sofern nicht zwei Lokführer beschäftigt sind) nur eine der beiden Maschinen, die jeweils hintere wird geschleppt.
Auch das ist korrekt, zumal 212 200 nicht DT/Wz-fähig war...

Zum Abschluss dann noch eine BB-12000, nämlich BB12118 in Bouzonville, 10.07.97

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Grüsse, G1206-Lrf

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Pablo
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Re: Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von Pablo »

Ganz starke Bilderserie.
Vielen Dank fürs zeigen, Jörg.

jojo54
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Re: Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von jojo54 »

In der Region war ich noch nie.
Vielen Dank für die Bilderserie.

MfG
jojo54

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Dieselpower
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Re: Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von Dieselpower »

G1206-Lrf hat geschrieben:
Sa 16. Mai 2020, 22:32
Moien!


@Dieselpower:
Bei Bild 27 (Die 181 in Hemmersdorf) heißt es: Da in Niedaltdorf nicht umgesetzt werden konnte geschah das in Hemmersdorf, und der Zug wurde als Rangierfahrt nach Niedaltdorf geschoben
Das wäre betrieblich nur möglich, wenn es sich bei Niedaltorf und Hemmersdorf um EINEN Bahnhof mit ZWEI Bahnhofsteilen handeln würde, da Rangierfahrten nur innerhalb eines Bahnhofs (und wenigen anderen, hier nicht zutreffenden Ausnahmen) verkehren.
Das ist schon richtig so, habe mal einen alten Bfpl rausgekramt...

Bild


Grüsse, G1206-Lrf
Hallo G1206-Lrf!

Vielen Dank für die Buchfahrplanseite, die mich ein wenig verblüfft, hast Du evtl. noch die Seite der Gegenrichtung? Demnach müßte sich das ESig (Hemmersdorf) aus Richtung Bouzonville kommend ja noch VOR dem Bft Niedaltorf Hp befinden. Von der Bahnhofsstruktur offenbar ein 1a Lehrbeispiel für Fortgeschrittene...ähnlich wie Hirzenach am linken Rhein. :wink:
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G1206-Lrf
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Re: Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von G1206-Lrf »

Moien!

Dann mal schnell wieder das "Altpapier" rausgeholt... :lol: Und jetzt wird es interessant: Aus Richtung Bouzonville fungiert das Signal N als Deckungssignal! Das ESig Hemmersdorf steht zwischen Niedaltdorf und Hemmersdorf...

Bfpl-Seite

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Anlässlich einer Karfreitagsfahrt hatte ich die Möglichkeit, das DkSig N mal zu dokumentieren... 06.04.12

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Hier das ESig A von Hemmersdorf, an dem gerade 212 279-4 mit RB 23934 vorbeifährt, 21.09.99

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Ich muss mal nachsehen, ob ich irgendwo noch eine ÖRil aus demselben Zeitraum habe... würde mich auch mal interessieren, ob da was dazu drinsteht...? :roll:

Grüsse, G1206-Lrf

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Dieselpower
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Re: Die Niedtalbahn in den 80ern (52 B.)

Beitrag von Dieselpower »

In der Tat eine betrieblich außergewöhnliche Konstellation....
Ich tippe auf eine Besonderheit wegen der nahen Staatsgrenze.
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
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