Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Westeifelbahner

Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Westeifelbahner » Di 22. Okt 2019, 14:13

Rolf hat geschrieben:Die bisher ziemlich lethargische Öffentlichkeit in der Eifel muss sensibilisiert und pro Bahn umgestimmt werden. Dann folgt auch die Politik. Der Verein arbeitet intensiv und auch schon mit bemerkenswerter Resonanz dafür, und das ist doch toll. So muss es weitergehen!

Ich möchte keine Kritik üben und sehe auch keinen Grund dazu, da sich bemerkenswert einige Menschen ehrenamtlich und engagiert für die Eifelquerbahn einsetzen - das ist toll! Dennoch kann ich dem aktuellen Trend nicht folgen sich jetzt einzureden, dass das alles schon ganz prima laufe. Die Eifelquerbahn steht bislang weiterhin vor dem Aus, wenn wir ehrlich sind. Die Mehrheiten sind schwarz und da ist nichts erreicht, wenn auf einer SPD-Veranstaltung (mal wieder) für die Eifelquerbahn geworben wird oder sich die Grünen (mal wieder) unverbindlich für die Eifelquerbahn aussprechen - eher im Gegenteil. Beide haben das vor 5 Jahren schon mal getan, vor 10 Jahren und in den 90er Jahren auch...
Gruß Westeifelbahner

jwiessner
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jwiessner » Di 22. Okt 2019, 20:23

Also ich möchte mich dann mal von Vorstandsseite äußern:

Ich habe schon vernommen, dass einige in der Vergangenheit viele negative Erfahrungen gesammelt haben. Da alle Vorstandsmitglieder vorher nicht direkt mit dem Thema Eifelquerbahn zu tun hatten, können wir unsere Arbeit relativ unvorbelastet angehen.

Niemand redet sich hier ein, dass alles ganz prima läuft. Im Vergleich zu den vorherigen Jahren sind wir aber mittlerweile soweit das sich die allgemeine Stimmung zum Thema Bahn gedreht hat, etwas was man auch in den Kommunen merkt. Wir befinden uns gerade am Anfang des Weges und wie Stefan Raab, Geschäftsführer der Brohltalbahn, im Interview beim Volksfreund richtig gesagt hat: „es sind für alle Beteiligten noch jede Menge Hausaufgaben zu erledigen“.

Wenn wir einmal zurückschauen welchen Status wir am 16. März hatten, dort stimmte der Kreistag mit den Stimmen der Grünen für eine Radweglösung und die meisten haben eigentlich damit gerechnet das damit das Thema Bahn durch war. Mittlerweile haben sich die Grünen von dieser Entscheidung distanziert, und es gibt weitere politische Vertreter die rückblickend diese Entscheidung heutzutage nicht mehr mittragen würden. Es wird wieder über eine Wiederaufnahme der touristischen Verkehre gesprochen und in der Presse, abgesehen von der RZ, sind mittlerweile auch positivere Töne zu vernehmen.

Aus dem Ministerium kommen ebenfalls positive Signale. So ist es prinzipiell möglich, dass wir als Verein die Kommunen unterstützen. Im Rahmen der VV NE-Bahnen müssten die Kommunen 15% der Kosten selber tragen, können hier aber auch Eigenleistungen einbringen. Diese Eigenleistungen können auch durch dritte, wie den Verein, erbracht werden. Wenn man mal ins StadtLandBahn Gutachten schaut wird man schnell erkennen welche Möglichkeiten sich hier ergeben.

Mittlerweile sind eine Menge an Informationen zugänglich über die man in der Vergangenheit nur spekulieren konnte, das wichtigste davon haben wir in einem Brief an die lokale Politik zusammengefast. Wer Interesse hat, kann dieses Schreiben gerne auf unserer Homepage nachlesen ( https://www.eifelquerbahn.com/schreiben ... le-politik ). Auch stehen allen Interessierten die Gutachten zur Verfügung, wir bitten hier nur um eine kurze Kontaktaufnahme per Mail.

Es liegen aktuell genug Fakten auf dem Tisch über die es sich zu diskutieren lohnt, z.B. warum man den Kreistagsmitgliedern falsche Informationen zum Thema Radweg gegeben hat. Ich habe selber die Reaktion erleben dürfen, als die vom Ministerium genannte Schätzung von Kosten in Höhe von 15-20 Mio. Euro genannt wurde, da war man mehr als verwundert.

Warum hat man den Mitgliedern erzählt, dass nach Übernahme der Strecke durch die Kommunen weiterhin ein Bahnverkehr möglich sei. Totaler Quatsch, der Beschluss sagt man will nur eine entwidmete Strecke kaufen und dann ist der Zug wirklich für alle Zeit abgefahren. Auch die Einstufung des Radweges als Infrastrukturmaßnahme ist so durchschaubar.

Und wieso beruft sich das Ministerium immer noch auf die NKU von 2012, obwohl man beim Ministerium weiß, dass der Zweckverband damals die Abnahme der Entwurfsplanung aufgrund der mangelhaften Ausführung abgelehnt hatte.

Um nun die nächsten Schritte gehen zu können, gilt es alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen. Sobald es hierzu etwas konkretes zu berichten gibt werden wir dies auf jedenfall tun.

Gruß
Jens

P.S: Natürlich stehen wir auch gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, bisher haben wir es immer geschafft einen Termin zu finden.
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon MRF-Moderation » Di 22. Okt 2019, 21:12

Westeifelbahner hat geschrieben:
jojo54 hat geschrieben:Noch eine Anmerkung:
Anscheinend war am letzten Wochenende schlechtes Wetter in der Eifel und da hat man den PC angeworfen und sich die Finger wund geschrieben

So was böses aber auch... - das sollte in einer Internetplattform wirklich nicht passieren. Lieber hier und da mal einen Link setzen und gut ist, gel?
Gruß Westeifelbahner


Es reicht, bitte beim Thema bleiben und nicht persönlich werden.

Gruß

MRF-Moderation

Westeifelbahner

Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Westeifelbahner » Di 22. Okt 2019, 21:49

Keine Sorge. 820 Beiträge hier reichen mir - ich schreib mir nicht mehr die Finger wund...
Ich möchte mich hiermit verabschieden und euch alles Gute wünschen. Bleibt der Bahn treu.
Meine letzte Bitte geht an den Admin: Leider habe ich heute vergeblich danach gesucht, wie man sich hier löschen kann. Bitte diesbezüglich um Hilfe!
Gruß Westeifelbahner

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jwiessner » Do 5. Dez 2019, 13:30

Der Kreistag des Landkreises Vulkaneifel befasst sich in seiner Sitzung am 16.12.2019 ab 14:30 mit dem Thema Eifelquerbahn:
https://ratsinfo.vulkaneifel.de/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZcIEy9bw2A0KCHfuOLc9pIU

Unterstützter einer Reaktivierung sind herzlich eingeladen an der Sitzung teilzunehmen.
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Beiträge des "Westeifelbahner" bitte nicht löschen!

Beitragvon eta176 » Do 5. Dez 2019, 23:11

Westeifelbahner hat geschrieben:Ich möchte mich hiermit verabschieden und euch alles Gute wünschen. Bleibt der Bahn treu.
Meine letzte Bitte geht an den Admin:
Leider habe ich heute vergeblich danach gesucht, wie man sich hier löschen kann. Bitte diesbezüglich um Hilfe!
Gruß Westeifelbahner

Hallo Westeifelbahner!
Auch wenn "unterlassene Hilfeleistung" strafbar ist, bitte ich sehr darum,
den Schritt zu einer Komplettlöschung noch einmal zu überdenken :!:
Es gibt so viele gute Beiträge von Dir, dass eine Löschung ein großer Verlust
für das Forum wäre. Wenn es eine "Auszeit" geben sollte, wäre das nachvoll-
ziehbar und in Ordnung, aber eine Löschung entleert den Sinn mancher Bei-
tragsbäume - oder es bleiben ggf. nur Zitate stehen, die aus dem Zusammen-
hang gerissen sind.
Viele Grüße
Hans-Peter Günther

eta176
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"Die Landesregierung will keine Reaktivierungen!"

Beitragvon eta176 » Do 5. Dez 2019, 23:55

Diese erst vor wenigen Tagen von einem amtierenden Landrat im nördlichen
Rheinland-Pfalz getroffene Aussage sagt eigentlich alles! Besonders einfach
macht man es sich in Mainz, da man die Verantwortung jetzt dem aktuellen
Minister zuschieben kann - aber die grundsätzlichen Entscheidungen hat der
letzte Amtsinhaber getroffen, der auch das Innere und den Sport zu verant-
worten hatte (und heute noch hat). Er hat mit den gewünschten Negativ-
Gutachten - mit deutlich überhöhten Kostenansätzen - alles zu Fall gebracht,
was auf einem guten Weg war.
Seine Parteifreunde gaben auch den beiden Familien im Aartal den entschei-
denden Tipp, wie man trotz positiver NKU noch einen Weg findet, um eine
SPNV-Reaktivierung zu blockieren. Wie erhofft hat sich der Landesrechnungs-
hof bereitwillig "vor den Karren spannen lassen" und die so sehr gewünschten
Ergebnisse geliefert. Damit war die Landesregierung fein raus und konnte den
"Schwarzen Peter" den "dafür Verantwortlichen" in Speyer zuschieben ...
Obwohl selbst der "Bund der Steuerzahler" nach Bekanntgabe des Berichtes zur
Aartalbahn der Auffassung war, dass ein Rechnungshof nicht die politisch - auf
allen Ebenen - getroffenen Entscheidungen außer Kraft setzen kann, hat die
Landesregierung das Projekt wie eine "heiße Kartoffel" fallen gelassen.
Damit verschanzen sich die politisch Verantwortlichen hinter einer Institution
und verhelfen ihr zu einer politisch überhaupt nicht vorgesehenen Machtfülle.
Wie soll man diese - neben der Legislative (gesetzgebende), der Exekutive
(vollziehende) und Judikative (Recht sprechende) - denn bezeichnen?
... (die Verhindernde)

fragt sich eta176

Mattias
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Mattias » Fr 6. Dez 2019, 07:38

Sein Profil ist doch (leider) schon gelöscht, die Beiträge sind erhalten.
Gruß
Mattias

Rolf
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Re: "Die Landesregierung will keine Reaktivierungen!"

Beitragvon Rolf » Fr 6. Dez 2019, 09:52

eta176 hat geschrieben:Diese erst vor wenigen Tagen von einem amtierenden Landrat im nördlichen
Rheinland-Pfalz getroffene Aussage sagt eigentlich alles! Besonders einfach
macht man es sich in Mainz, da man die Verantwortung jetzt dem aktuellen
Minister zuschieben kann - aber die grundsätzlichen Entscheidungen hat der
letzte Amtsinhaber getroffen, der auch das Innere und den Sport zu verant-
worten hatte (und heute noch hat). Er hat mit den gewünschten Negativ-
Gutachten - mit deutlich überhöhten Kostenansätzen - alles zu Fall gebracht,
was auf einem guten Weg war.
Seine Parteifreunde gaben auch den beiden Familien im Aartal den entschei-
denden Tipp, wie man trotz positiver NKU noch einen Weg findet, um eine
SPNV-Reaktivierung zu blockieren. Wie erhofft hat sich der Landesrechnungs-
hof bereitwillig "vor den Karren spannen lassen" und die so sehr gewünschten
Ergebnisse geliefert. Damit war die Landesregierung fein raus und konnte den
"Schwarzen Peter" den "dafür Verantwortlichen" in Speyer zuschieben ...
Obwohl selbst der "Bund der Steuerzahler" nach Bekanntgabe des Berichtes zur
Aartalbahn der Auffassung war, dass ein Rechnungshof nicht die politisch - auf
allen Ebenen - getroffenen Entscheidungen außer Kraft setzen kann, hat die
Landesregierung das Projekt wie eine "heiße Kartoffel" fallen gelassen.
Damit verschanzen sich die politisch Verantwortlichen hinter einer Institution
und verhelfen ihr zu einer politisch überhaupt nicht vorgesehenen Machtfülle.
Wie soll man diese - neben der Legislative (gesetzgebende), der Exekutive
(vollziehende) und Judikative (Recht sprechende) - denn bezeichnen?
... (die Verhindernde)

fragt sich eta176

Vielen Dank für die aufschlussreichen Erläuterungen. Es zeigt einmal mehr, wie sich die Politik die gewünschten Ergebnisse liefern lässt und mit welchen Tricks gearbeitet wird, um bestimmte Ziele durchzusetzen. Im Falle der Eifelquerbahn sehe ich meine Befürchtungen und Zweifel noch übertroffen. Wer es noch nicht getan hat, sollte sich mal die Gutachten oder die fundierte Zusammenstellung des Vereins Eifelquerbahn e. V. zu Gemüte führen, dann wird mehr als deutlich, wie auch hier an einigen wenigen, aber entscheidenden Schrauben auffällig gedreht wurde, um die Eifelquerbahn totzurechnen: https://www.eifelquerbahn.com/aktuelles

birk
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon birk » So 8. Dez 2019, 00:42

Spiegel online vom 6.12.2019:

Die Deutsche Bahn setzt nach Informationen des SPIEGEL eine Sondereinheit ein, die prüfen soll, welche alten Bahnstrecken wieder reaktiviert werden sollten. Gleichzeitig stoppt der Vorstand bis auf Weiteres alle beabsichtigten Stilllegungen von Strecken, die sich wirtschaftlich derzeit nicht rechnen. Damit will das Unternehmen auf die gestiegene Bedeutung des Schienenverkehrs für den Klimaschutz reagieren. Jahrzehntelang waren immer mehr Gleisstrecken nicht mehr genutzt worden. Mit dieser Strategie soll Schluss sein. "Wir brauchen in Deutschland jeden Kilometer Gleis, um den wachsenden Verkehr zu bewältigen und das System Schiene robuster zu machen", sagte der Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla dem SPIEGEL.

https://www.spiegel.de/auto/aktuell/deutsche-bahn-stilllegung-von-strecken-bis-auf-weiteres-gestoppt-a-1300027.html

Soll das auch für die EQB gelten??

jwiessner
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jwiessner » So 8. Dez 2019, 08:12

Das versuchen wir gerade in Erfahrung zu bringen.
http://www.eifelquerbahn.com - Eifelquerbahn e.V. - Gemeinsam für den Erhalt der Eifelquerbahn - Auch auf Facebook und Instagram

Musseler
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Musseler » So 8. Dez 2019, 18:25



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