Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Westeifelbahner

Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Westeifelbahner » So 14. Apr 2019, 21:28

jojo54 hat geschrieben:Man sollte mit solchen Aussagen vorsichtig sein. Ja es sind über zehn Jahre bei der Westeifelbahn ins Land gegangen und die Kommunen haben bis jetzt dort (fast) nichts erreicht. Man sollte aber nicht vergessen, dass auch die dort tätigen Eisenbahnfreunde kaum was auf die Reihe brachten und das vorgesehene Infrastruktur-Unternehmnen trotz positiver Gerichtsurteile letztendlich die Segel strich."Diese Vorlagen" dürften die Kommunen und Landkreise entlang der Querbahn beflügeln, hier rasch zu handeln.

Handeln klingt gut, aber was wird denn hier auf die Schnelle jetzt beschlossen? Der Streckenkauf, falls es zur Freistellung nach §23 AEG kommt. Hiermit würde sich doch absehbar auf Jahre oder Jahrzehnte nichts tun. Nur mal als eines von vielen Beispielen: Wenn erst 2009 die Reaktivierung des SPNV beschlossen wurde, dann weil ein Gutachter ein hinreichend großes Verkehrsbedürfnis zur Verlagerung von Verkehren von der Straße auf die Schiene sah, um Investitionen von seinerzeit kalkulierten etwa 20 Millionen EUR zu rechtfertigen. Wie realistisch ist, dass nun ernsthaft ein fehlendes Verkehrsbedürfnis im Sinne von §23 AEG festgestellt würde?
Und das ist ja nur ein Beispiel. Die ganzen Reaktivierungsbemühungen der letzten 20 Jahre bauten doch schon auf das Gehrmann-Gutachten auf, was schon in den 90er Jahren den Bedarf an Personenverkehren auf der Efq ermittelte.
Es gibt sogar noch gültige Beschlüsse zur Bestellung von Zugverkehren und auch der letzte Güterzug fuhr noch kurz vor Streckensperrung.
Gruß Westeifelbahner

Rolf
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Rolf » So 14. Apr 2019, 22:26

Westeifelbahner hat geschrieben:...Immerhin dürfte die VG Daun den größten Anteil des Kaufpreises unter den kommunalen Gebietskörperschaften zu schultern haben und sich unter Bgm Klöckner stets strikt für den Erhalt stark gemacht.
Gruß Westeifelbahner

Da stellt sich die Frage, ob der Bgm seine Meinung recht kurzfristig um 180 Grad geändert hat oder ob er von Anfang an den Fahrradweg wollte und das frühere Bekenntnis zur Bahn nur vorgeschoben und lediglich ein Lippenbekenntnis war, um nachher die Hände in Unschuld waschen zu können. Meine Meinung dazu habe ich schon vor Wochen dargelegt und ich sehe die plötzliche Einmütigkeit der Kommunen contra Bahn als Beleg dafür, dass eine lange abgesprochene Strategie dahinter steht und dass jetzt im richtigen Augenblick lediglich die Maske fallen gelassen wurde. Umso wichtiger ist es, dass die bahnfeindliche Lokalpolitik nun entsprechend starken Gegenwind bekommt. Der in Gründung befindliche EQB-Verein ist daher die passende Antwort zum richtigen Zeitpunkt; möge er ordentlich Dampf machen und die Öffentlichkeit aus ihrer Lethargie erwecken. Darauf reagiert die Politik sehr sensibel, und das ist eine Chance. Viel Erfolg dabei!

Westeifelbahner

Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Westeifelbahner » Mo 15. Apr 2019, 08:43

Rolf hat geschrieben:Da stellt sich die Frage, ob der Bgm seine Meinung recht kurzfristig um 180 Grad geändert hat oder ob er von Anfang an den Fahrradweg wollte und das frühere Bekenntnis zur Bahn nur vorgeschoben und lediglich ein Lippenbekenntnis war, um nachher die Hände in Unschuld waschen zu können.

Weder noch: In unserem demokratischen System stimmt nun mal nicht jeder frei nach Herzenslust ab. Wenn mehrere Bürgermeister zusammenkommen und sich auf ein Ergebnis einigen, dann wird erwartet, dass auch der dem folgt, der eine andere Meinung hatte. Wenn eine Fraktion mehrheitlich für einen Beschluss ist, wird erwartet, dass auch diejenigen im Rat dafür stimmen, die eigentlich dagegen waren. Usw.
Die eigentlichen Debatten und Entscheidungen laufen nun mal im Vorfeld einer Sitzung und zumeist schon bevor überhaupt ein Thema auf eine Tagesordnung gestellt wird.
Gruß Westeifelbahner

Rolf
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Rolf » Mo 15. Apr 2019, 18:36

Westeifelbahner hat geschrieben:Weder noch: ...

Wer nicht in die Köpfe der Beteiligten rein sehen kann oder selber einer davon ist, kann sich nur auf Basis der nach außen gedrungenen, gefilterten Informationen ein Bild vom Entscheidungsprozeß machen. Für mich sprechen die Indizien nach wie vor eher für eine lange vorbereite Strategie, aber vielleicht war es auch anders. Letztendlich ist das aber Schnee von gesten. Entscheidend ist, dass es jetzt einen Verein gibt, der den Politikern Widerstand entgegen setzt und eine alternative Meinung der Bevölkerung transportiert. Und das ist jetzt das Wichtigste!

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jojo54 » Mo 15. Apr 2019, 19:39

Der Buschfunk will wissen, dass es am morgigen Dienstag (16.04.2019) zu einer Vereinsgründung bezüglich Erhalt der Eifelquerbahn in einem Hotel in Kaisersesch kommen soll.

Hat jemand dazu konkrete Angaben, da in den Tageszeitungen der Region und auch hier im Forum bisher nichts davon zu lesen ist.

MfG
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jwiessner » Mo 15. Apr 2019, 21:20

Der Buschfunk ist, wie üblich, gut informiert. Wie bereits in einem separaten Post von mir geschrieben, habe ich unter http://www.eifelquerbahn.com eine Anlaufstelle für alle Interessierten eingerichtet, von der in den letzten Woche auch rege gebraucht gemacht wurde.
http://www.eifelquerbahn.com - Eifelquerbahn e.V. - Gemeinsam für den Erhalt der Eifelquerbahn - Auch auf Facebook und Instagram

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jwiessner » Di 16. Apr 2019, 06:30

Noch ein Wort zur Presse. Wir haben verschiedene lokale Blätter sowie den SWR kontaktiert, aber das Interesse scheint dort sehr gering zu sein. Mal schauen ob sich das jetzt ändert.
http://www.eifelquerbahn.com - Eifelquerbahn e.V. - Gemeinsam für den Erhalt der Eifelquerbahn - Auch auf Facebook und Instagram

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Wildenburg » Di 16. Apr 2019, 08:11

Und noch ein Wort zur Presse, man kann nicht generell davon ausgehen, dass die Pressemenschen
uninteressiert sind am Thema oder einseitig voreingenommen. Aber wenn man in Anfragen/Infos
dazu aktuell "im Gespräch" befindlichen Themenkreisen verknüpft, Stichworte die zur
Zeit Top sind wären "Verkehrswende, Klima, Mobilität, Infrastruktur im ländlichen Raum, Stau-Chaos
z.B. in Koblenz, Umweltschutz etc.", könnte man schon eine gewisses Interesse daran hervorrufen.

Hauptsächlich auf Eisenbahn(-Nostalgie) setzend wird man bei den Angehörigen der schreibenden
Zunft nicht zum Erfolg kommen. Meine Meinung...

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jwiessner » Mi 17. Apr 2019, 00:04

Um 23 Uhr ging am 16.04. die erfolgreiche Gründungsversammlung des Eifelquerbahn (e.V.) in Kaisersesch zu Ende.
Weitere Informationen wird es zeitnah auf unserer Homepage geben.
http://www.eifelquerbahn.com - Eifelquerbahn e.V. - Gemeinsam für den Erhalt der Eifelquerbahn - Auch auf Facebook und Instagram

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jwiessner » Do 18. Apr 2019, 09:28

Nachffolgend unsere Pressemeldung zur Vereinsgründung

Neue Perspektiven für die Eifelquerbahn
Eifelquerbahn Verein gegründet – Eisenbahnunternehmen bekunden Interesse an der Strecke

Am Dienstag, den 16.04.2019 um 19:30 Uhr fand die Gründungsversammlung zum Eifelquerbahn e.V. statt. Nur wenige Meter vom Bahnhof Kaisersesch, dem aktuellen Endbahnhof der Eifelquerbahn, entfernt, fanden sich die 34 Gründungsmitglieder zur Gründung des Eifelquerbahn e.V. zusammen. Dass die Eifelquerbahn eine große Bedeutung und Anziehungskraft, weit über die Landkreise Vulkaneifel und Cochem-Zell hinaus, besitzt, zeigt sich an den zahlreichen Teilnehmern. So kamen die Gründungsmitglieder nicht nur aus der Region und dem Land Rheinland-Pfalz, sondern darüber hinaus auch aus den angrenzenden Bundesländern. Auch erhielt der Verein bereits im Vorfeld der Gründung zahlreiche Angebote der Unterstützung aus dem gesamten Bundesgebiet.

Gestartet wurde die Initiative zur Gründung des Vereins genau vor einem Monat, am 16. März 2019 mit dem Start der Homepage und den ersten Posts auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen. Aufgrund der großen Resonanz auf die Initiative konnte bereits zwei Wochen später mit den Planungen zur Gründungsversammlung begonnen werden.

Das Vereinsziel, die Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn, eröffnet der Region eine Vielzahl von Möglichkeiten. So zeigten die bis 2012 durchgeführten Freizeitverkehre wie mit einem interessant gestalteten Angebot der Tourismus von der Eifelquerbahn profitieren kann. Wie wichtig dies auch heute noch für die Region ist, zeigt das aktive Engagement des Verkehrsvereins Ulmen e.V. für den neu gegründeten Verein. Auch die Kombination von Bahn + Rad bietet einen großen Vorteil, so beginnt im Bahnhof Daun einer der schönsten Radwege Deutschlands, der Maare-Mosel-Radweg welcher über die Bahn für Touristen auf einfache und stressfreie Weise zu erreichen wäre.

In Zeiten, in denen das Thema Verkehrswende, getrieben durch Dieselskandal, immer mehr und längere Staus sowie den Weggang der Jugend aus den ländlichen Regionen eine immer größere Bedeutung gewinnt, ist eine funktionierende Infrastruktur abseits des Individualverkehrs von immenser Bedeutung für die Zukunft der Region. Über die Anbindung der Eifelquerbahn an Gerolstein und Andernach lassen sich die Großräume Trier, Koblenz oder Köln auch bequem über die Schiene erreichen. Mit einem abgestimmten Bus- und Bahnangebot kann die gesamte Region von einer durchgängig reaktivierten Eifelquerbahn profitieren. So können die umliegenden Dörfer durch ein optimiertes Busangebot direkt mit den beiden größten Bahnhöfen der Region, in Daun und Ulmen verknüpft werden.

Dass der Verein mit diesen Ansichten nicht alleine ist, zeigt das Interesse mehrerer Eisenbahnunternehmen an der Strecke. So haben im aktuellen Ausschreibungsverfahren mindestens zwei Eisenbahnunternehmen, die beide in Kontakt mit dem Verein stehen, ihr Interesse zur Übernahme der Infrastruktur gegenüber der DB Netz AG bekundet. Dies ist zum einem die Brohltal-Schmalspureisenbahn Betriebs-GmbH aus Brohl-Lützing, die mit dem Betrieb des „Vulkan-Expreß“ über eine mehr als 30-jährige Erfahrung in diesem Bereich verfügt. Zum anderen ist dies die Eifelbahn Verkehrs GmbH aus Linz. Sie ist seit gut 20 Jahren Betreiber der Kasbachtalbahn von Linz nach Kalenborn und hat erst Anfang April die Betriebsgenehmigung für die ersten Abschnitte der Brexbachtalbahn erhalten.
Als erstem Schritt hat der neue Verein geplant, die Öffentlichkeit rund um die aktuelle Situation der Eifelquerbahn und ihrer Perspektiven aufzuklären um das Projekt gemeinsam mit möglichst vielen Unterstützern anzugehen. Hierzu werden u. a. Flyer und Plakate flächendeckend verteilt. Parallel dazu laufen die weiteren Vorbereitungen zu ersten Arbeiten an der Strecke, um zeitnah nach dem Übergang der Infrastruktur an einen neuen Betreiber z.B. mit dem Freischneiden der Gleise beginnen zu können.
Wer den Verein bei seiner Arbeit unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, sich unter http://www.eifelquerbahn.com zu informieren.

Kötterichen, 18.04.2019
http://www.eifelquerbahn.com - Eifelquerbahn e.V. - Gemeinsam für den Erhalt der Eifelquerbahn - Auch auf Facebook und Instagram

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon reinout » Do 18. Apr 2019, 13:24

Die Pressemeldung: so etwas positives hat man in Jahre nicht über die Strecke gehört!
Egal ob am Ende die EQB gerettet werden kann oder nicht: danke für die Vereinsgründung und auch danke an alle die dabei waren.

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jojo54 » Do 18. Apr 2019, 15:18

LInkhinweis zu einem positiven Leserbrief im Trierischen Volksfreund zum Erhalt der Eifelquerbahn.

https://www.volksfreund.de/meinung/lese ... d-38194365

MfG
jojo54


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