Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Rolf
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Rolf » Di 17. Dez 2019, 17:42

Bin sehr gespannt, was mit einer "schnellen" Verbindung gemeint ist. Wenn der Bund 90 Prozent übernimmt, würde ich unbedingt die Ertüchtigung für höhere Geschwindigkeiten mitnehmen, selbst wenn es nochmal 40 Mio. zusätzlich kosten sollte. Für einen SPNV sollte die Streckengeschwindigkeit m. E. unbedingt erhöht werden, weil der Bus aktuell schneller ist als die Bahn (nach derzeitigem Standard). Was technisch möglich ist bei den engen Radien, bleibt abzuwarten, ist für mich aber eine besonders spannende Frage. Ich interpretiere das mit der "schnellen" Verbindung so, dass der Kreis eine Erhöhung der Geschwindigkeit ebenso im Hinterkopf hat. Der Verbandsdirektor Schienenverkehr Nord hatte ja bereits 80 km/h als Minimum in den Raum geworfen (s. o.).

jwiessner
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jwiessner » Mi 18. Dez 2019, 11:09

Auch wenn der Bund einen Großteil der Kosten trägt, man muss immer noch auf einen positiven Nutzen-Kosten Faktor achten. Es gibt sicherlich Streckenbereiche die sich für höhere Geschwindigkeiten eignen, aber dies gilt es nun auch erstmal zu prüfen.
Die angedachte Vereinfachung des Planungsverfahrens für Sanierungsmaßnahmen bildet hier zumindest eine Grundlage, um auch Optimierungen am Streckenlayout vornehmen zu können.
Auch gilt es zu beachten, sobald wir die 60 km/h überschreiten reden wir automatisch über eine technische Sicherung der Bahnübergänge für diese Bereiche.
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jojo54
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jojo54 » Mi 22. Jan 2020, 14:26

Heute steht wieder mal ein Kurzbeitrag zur angedachten Übernahme der Eifelquerbahn in der SWR.3-Landesschau RLP.
Wirkliche Neuigkeiten erfährt man aber nicht.

Wenn nicht bald ein Pacht- oder Kaufvertrag unterschrieben wird, verzögert sich das Vorhaben im weiter und die Bahnbefürworter verlieren gegenüber der Öffentlichkeit an Glaubwürdigkeit.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... n-100.html

MfG
jojo54

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jwiessner » Mi 22. Jan 2020, 21:24

@jojo54: Ich Frage mich, warum du immer wieder versuchst die Glaubwürdigkeit der Bahnbefürworter in Frage zu stellen ?

Fakt ist, das bis heute von der DB Netz AG keine brauchbaren Unterlagen über Strecke und Bauwerke geliefert wurden. Dies ist auch ein Grund warum der erste Ortstermin mit der DB Netz AG vor einigen Tagen abgebrochen wurde. Die DB möchte nun zu einem weiteren Termin entsprechende Unterlagen liefern.

Darüber hinaus haben sich die Zielsetzungen in den letzten Wochen grundlegend geändert. Waren die Planungen bisher die touristischen Verkehre wieder aufzunehmen, geht es nun darum die Eifelquerbahn durchgehend bis Gerolstein im regulären SPNV zu reaktivieren. Hierzu sind entsprechende Gespräche mit den Kommunen im Rahmen des Arbeitskreises zur Reaktivierung der Eifelquerbahn angesetzt.
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon RheinRailPic » Do 23. Jan 2020, 15:19

Näheres dazu auf der Lok-Report Seite:

https://www.lok-report.de/news/deutschl ... eitet.html

Rolf
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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Rolf » Do 23. Jan 2020, 20:13

jwiessner hat geschrieben:...Fakt ist, das bis heute von der DB Netz AG keine brauchbaren Unterlagen über Strecke und Bauwerke geliefert wurden. Dies ist auch ein Grund warum der erste Ortstermin mit der DB Netz AG vor einigen Tagen abgebrochen wurde. Die DB möchte nun zu einem weiteren Termin entsprechende Unterlagen liefern...

Wenn hier in dem Zusammenhang jemand die Glaubwürdigkeit verliert, dann die DB, die Dreivierteljahr (!) nach der Verkaufsofferte immer noch keine belastbaren Unterlagen liefert und dann auch noch unterschiedliche Zahlen in Umlauf bringt. Das Gebaren ist doch unterirdisch! Die DB lässt die Interessenten doch regelrecht am langen Arm (absichtlich?) verhungern. Was sollen die Interessierten denn machen? Die DB gibt doch das Tempo vor! Wenn die Bahn das Verfahren so sehr in die Länge zieht, verliert der Beobachter vielleicht den Glauben an eine Reaktivierung, aber das ist etwas anderes als Glaubwürdigkeit. Der Verein setzt sich sehr glaubwürdig für die Reaktivierung ein; weniger glaubwürdig sind die Gutachter mit ihren voneinander abweichenden Zahlen, die Lokalpolitiker mit ihren widersprüchlichen Ausreden, der Zweckverband mit seiner Wankelmütigkeit, und besonders die DB, die etwas zum Verkauf anbietet, ohne genau sagen zu können, was eigentlich. Wer kauft denn die Katze im Sack?

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jojo54 » Sa 25. Jan 2020, 17:36

[quote="jwiessner"]@jojo54: Ich Frage mich, warum du immer wieder versuchst die Glaubwürdigkeit der Bahnbefürworter in Frage zu stellen ? [=quote]

Hier meine Antwort:

Der Leiter der Lokalredaktion einer bekannten Tageszeitung im Einzugsbereich des Forums bemängelte vor einigen Jahren mir gegenüber, dass von Bahnbefürwortern, Eisenbahnfreunden und Vereinen viele Projekte angekündigt- und oftmals zu positiv in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Deshalb berichte man nur noch ungern von solchen Dingen, da sie meist scheiterten und die Akzeptanz bei vielen Bürgern fehle. Seine Worte liegen mir noch heute in den Ohren.

Mit meinen wiederholten Ausführungen wollte ich die Glaubwürdigkeit der Bahnbefürworter mir gegenüber nicht in Zweifel ziehen. In der Eifel gibt es (noch) genug Leute, die lieber einen Freizeitweg auf der Trasse sehen würden und eine Reaktivierung für wenig sinnvoll halten. Diesen gegenüber sollte möglichst bald ein Zeichen gesetzt- und zumindest ein erster Teilabschnitt der Bahnstrecke angepachtet und freigeschnitten werden, so dass in zeitnaher Zukunft ein Sonderverkehr möglich wäre.

Mir ist bewusst, dass so etwas ohne Gelder aus öffentlichen Kassen nicht geht. In Anbetracht des schleppenden Genehmigungsverfahrens und den ständigen Einwänden des Landesrechnungshofes ist vermutlich noch viele Jahre zu warten, bis diese Mittel bereitgestellt werden. Wer das Projekt einer Instandsetzung der Zellertalbahn verfolgt, wird wissen, dass man dort in 2015 Fördergelder beantragt hat, von denen bis heute nicht ein Cent genehmigt wurde. Sollte das für die Eifel genau so lange- oder noch länger dauern, dann ist die Verkehrswende in Deutschland längst Geschichte und es sind ganz andere Probleme zu bewältigen.

Wenn man dann noch die Anmerkungen "des Vertreters der VEB" auf Seite 29 im Band II der "Eisenbahnchronik Eifel" zu den Zukunftsaussichten der Eifelquerbahn und hier besonders zum Abschnitt Ulmen - Kaisersesch lesen muss, so wäre eine zeitnahme positve Entwicklung dringenst angebracht.

Es wäre zu wünschen, dass die interessierten Verkehrsunternehmen, die Bahnbefürworter und der Eifelquerbahnverein möglichst bald entsprechende Erfolge haben. Sollte das nicht gelingen, dann dürften auch andere Schienenprojekte in RLP nur noch sehr geringe Chancen haben.

Mit freundlichen Grüße
jojo54

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jojo54 » Do 30. Jan 2020, 13:24

Im Trierischen Volksfreund steht erneut ein Beitrag zu den Reaktivierungsbemühungen.
Angeblich sind die Kosten hierfür deutlich gestiegen. Woher kommen diese Informationen an die Presse ???
Leider alles nur gegen Anmeldung / Bezahlung lesbar.

MfG
jojo54

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon Rolf » Do 30. Jan 2020, 14:39

jojo54 hat geschrieben:Angeblich sind die Kosten für diese deutlich gestiegen.

Die DB hat nur zwei voneinander abweichende Summen genannt, um die Strecke durch die beiden Interessenten wieder befahrbar zu machen. Nur darauf basiert der Artikel. Nicht erwähnt wird in dem genannten Artikel, dass die unterschiedlichen von der DB genannten Zahlen davon abhängen, in welchem Umfang saniert werden soll, so dass der falsche Eindruck entstehen kann, dass die Kosten gestiegen sind, was ja so nicht stimmt. Ich möchte daher von Unruhe stiftenden Überinterpretationen abraten, denn das ist Wasser auf die Mühlen der Gegner, die sich darüber nur die Hände reiben. Es gibt keine neuen Gutachten für die Kosten einer langfristige Reaktivierung und damit auch keine neuen Zahlen.

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon kurvenneiger » Do 30. Jan 2020, 14:45

Danke Rolf, genauso ist es.

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jojo54 » Do 30. Jan 2020, 17:09

Vielleicht kann "Rolf" seine (meiner Meinung nach) richtige Auffassung zu diesem Beitrag und zu diesem Vorhaben in Form eines Leserbriefes dem TV und dessen Lesern mitteilen.

Gerade der TV steht solchen Bahnprojekten aufgrund negativer Erfahrungen im Hochwald und in der Westeifel oftmals kritisch gegenüber.

MfG
jojo54

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Re: Eifelquerbahn - Abgabe von Eisenbahninfrastruktur

Beitragvon jwiessner » Do 30. Jan 2020, 18:50

Die Presse hat diese Aussage aus der Pressemitteilung der Eifelbahn Verkehrsgesellschaft, welche im Zuge des Ortstermins in Ulmen veröffentlicht wurde.

Die Aussage ist so leider nicht ganz richtig, genauso wie der angegebene Kaufpreis.
Der Kaufpreis liegt bei ca. 436 T€ (netto), dazu kommen ca. 1 Mio. € zur Wiederinbetriebnahme, daraus hat der Volksfreund dann einen Kaufpreis von 1,5 Mio € gemacht. Weitere 6 Mio. € fallen in den nächsten 5 Jahren für den Neubau der Kyllbrücke an, so die bisherige Aussage.

Nun redet die DB Netz davon das die Wiederinbetriebnahme 3,2 Mio. € kosten soll, aber darin enthalten sind ca. 200 T€ für Vegetationsarbeiten und 2,5 Mio. € für eine Sanierung der Kyllbrücke. Damit wäre zwar die Erstinbetriebnahme teurer geworden (3,2 Mio € anstatt 1 Mio €), aber die Gesamtkosten sind von bisher 7 auf jetzt 3,2 Mio. € gesunken.

Interessant ist hierbei, das erstmal die Möglichkeit einer Sanierung der Kyllbrücke bestätigt wird.

Wichtig hierbei allerdings, bei den genannten Kosten reden wir von einer Wiederinbetriebnahme für einen touristischen Verkehr. Dieser ist aber eigentlich vom Tisch, da der Bundestag heute die nötigen Mittel für eine mögliche SPNV Reaktivierung verabschiedet hat. Hier reden wir dann über ganz andere Summen, da die Strecke dann auf einen entsprechenden Stand gebracht werden sollte damit ein vernünftiges Angebot gestaltet werden kann. Hierbei trägt dann der Bund 90% der Reaktivierungskosten und die restlichen 10% verbleiben beim Land.
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