"Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Rolf
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"Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon Rolf » Di 15. Mär 2016, 22:22

Das bundesweit bekannte Magazin "Der SPIEGEL" widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe (11/2016) dem "Niedergang" des Mittelrheintals. Auf Seite 43 heißt es:

... Ein noch größeres Problem für den Tourismus ist der Lärm. Je zwei Bahngleise auf jeder Rheinseite führen durch das enge Tal; es ist eine der am stärksten befahrenen Eisenbahnstrecken Europas. In vielen Unterkünften in Flussnähe dröhnt der Krach bis in die Schlafzimmer der Gäste. Jeden Tag jagen mehrere Hundert Züge durch das Mittelrheintal, oft mehr als 20 in der Stunde, manchmal mehr als 100 pro Nacht.
Direkt neben der Bahnstrecke in St. Goarshausen steht das Hotel von Berthold Uthe. Immer häufiger beschwerten sich seine Gäste über den Lärm, sagt er, und darüber, dass sie nachts nicht schlafen könnten. "Wenn die Bahn weg wäre, wäre alles wunderbar", glaubt Uthe.
Verkehrsexperten sagen, dass der Zugverkehr durch das Tal noch zunehmen könnte, wenn im Dezember der Gotthard-Basistunnel unter den Alpen den Betrieb aufnimmt und der Gütertransport per Bahn zwischen den Nordseehäfen und Mittelmeer ökonomisch noch attraktiver wird. Die Bahn AG verspricht zwar, dass die Güterwagen künftig leiser würden. Aber Anwohner fürchten, dass der Effekt durch den zusätzlichen Verkehr verpufft. ...

Da frage ich mich, was den Herrn Uthe als Hotelier denn antreibt, die abwegige Diskussion um "Bahnlärm" so unnötig anzuheizen. Ich würde mal sagen, ein klassisches Eigentor. Mehr Touristen bekommt er so bestimmt nicht in sein Hotel, wenn er den notorisch miesmacherischen SPIEGEL-Redakteuren so etwas Wirres erzählt. Schön blöd!

PS: Den SPIEGEL kaufe ich schon lange nicht mehr (allein wegen solcher Horrorgeschichten). Er ist mir im Sportcenter zufällig in die Hände gefallen und ich habe die entsprechende Seite nur abfotografiert, um die Passage zu zitieren..

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Lochris
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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon Lochris » Di 15. Mär 2016, 22:42

Dann sollen die Feriengäste eben aufs Land fahren oder ans Meer. Es gibt ja genug leise Urlaubsregionen. Vermeintlich leise, denn Auto- und sonstiger Zivilisationslärm wird gerne geduldet.

Die Bahn gehört seit über 150 Jahren zum Mittelrheintal dazu und hat ihren Beitrag zum Aufschwung geleistet. Und früher war sie allemal lauter und schmutziger als heute. Wenn sie weg wäre, käme wahrscheinlich der Straßenlärm dran. Vielleicht auch nicht, denn die Straße sorgt für den Urlauberzustrom, die Bahn ist nur öffentliches Ärgernis (wozu sie mit der Abschaffung der örtlichen Güterverladung und des Saisonverkehrs auch einen guten Teil selbst beigetragen hat).

Das wird aber kein Artikel vermitteln, weil es nicht dem öffentlichen und von der Politik gewollten Bild entspricht.
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Horst Heinrich
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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon Horst Heinrich » Di 15. Mär 2016, 23:47

Ich denke, daß hier einer, der glaubt, sich nach einem dutzend anderer ergebnisloser "Professionen" nun (erfolglos) als Hotelier versuchen zu müssen, einen Schuldigen dafür gefunden zu haben hofft, daß er zum siebten Mal scheitert.

Wahrscheinlich ist auch Angela Merkels Flüchtlingspolitik Schuld daran, daß sich seine Gäste nachts nicht mehr auf die Straße trauen, weil ihnen in schlecht beleuchteten Seitenstraßen so viele helle, gebleachte Zahnreihen vor dunklem Hintergrund entgegenwackeln, die nicht als Menschen zu erkennen sind.

Vor Weihnachten starb nicht weit von St.Goarshausen im Hessischen eine Frau in einem Hotelzimmer nach einem Exorzismus.
Das alleine sollte Hoteliers eher zu denken geben... :shock:
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Kai
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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon Kai » Mi 16. Mär 2016, 00:55

Soweit ich weiß gibt es am Rhein noch kein auf Eisenbahnfans spezialisiertes Hotel (oder?). Vielleicht wäre das etwas für den Herrn? Gerade im Sommer trifft man doch häufiger mal Fuzzies von anderswo.
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Rolf
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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon Rolf » Mi 16. Mär 2016, 07:35

Kai hat geschrieben:Soweit ich weiß gibt es am Rhein noch kein auf Eisenbahnfans spezialisiertes Hotel (oder?). Vielleicht wäre das etwas für den Herrn? Gerade im Sommer trifft man doch häufiger mal Fuzzies von anderswo.

Ein Freund von mir, Brite und Eisenbahnfan, steigt regelmäßig in Bacharach ab in einem Hotel direkt an der Bahn. Hat er mir mal erzählt. Er liebt diesen Blick und die Bahnatmosphäre (von Lärm will ich hier mal nicht sprechen). Ich muss ihn mal fragen, welches Hotel er meint. Kurzum: Ich denke auch, dass gerade Bahnfans und Fuzzies einen nicht ganz unerheblichen Teil der Gäste im Mittelrheintal ausmachen. Im Übrigen frage ich mich, was der Hotelier Uthe denn will. Dass noch mehr Gäste mit dem Auto, oder besser noch Motorrad, an den Rhein kommen? Leiser wird es dann bestimmt nicht. Im Gegenteil! Die beiden parallel zum Rhein führenden Bundesstraßen und den starken Verkehr darauf empfinde ich persönlich im Übrigen als wesentlich störender als die Bahn. Zumindest tagsüber.

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Dieselpower
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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon Dieselpower » Mi 16. Mär 2016, 09:08

Im kommenden Juni geht es wieder nach Bristol - bin schon gespannt, was der Herr oder die Dame an der Rezeption vom Ibis sagen werden, wenn wir wieder ein Zimmer in Richtung Einfahrgleise vom Bahnhof Temple Meads wünschen...wie eine Modellbahn am Zimmerfenster, herrlich! Und da hängt kein Fahrdraht!

Hier ein Great Western HST beim eindrucksvollen Verlassen (2x2.250 PS MTU-Power an jedem Ende der 8 Wagen) des Bahnhofs, auf die Minute plan, wie man per mobilem Internet beim ersten Morgenkaffee wunderbar beobachten kann! Kai's Idee mit der Spezialisierung auf auswärtige Eisenbahnfreunde ist so gut wie simpel - bin ich noch gar nicht drauf gekommen, obwohl wir Hotels in solcher Lage selbst favorisieren.
Bild

Man kann sich auch in etwas unerwünschtes hineinsteigern! Mein Onkel Josef hat in unmittelbarer Nähe der Siegbrücke (Stahl!) in Troisdorf Friedrich-Wilhelms-Hütte gewohnt, und immer gesagt: "Das hört man nach kurzer Zeit gar nicht mehr!".

Edit hat noch das Bild nachgereicht!
Zuletzt geändert von Dieselpower am Mi 16. Mär 2016, 09:19, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon schimi » Mi 16. Mär 2016, 09:09

Das größte Problem im Mittelrhein-Tal ist, dass hier in den goldenen Zeiten vergessen wurde die Hotels zu modernisieren und der Zeit, und den gestiegenen Ansprüchen der Gäste anzupassen. Viele der Hotels im Mittelrhein-Tal entsprechen einfach nicht mehr dem heutigen Stand und sind selbst für die Chinesen nicht mehr gut genug. Wer will denn noch eine Etagendusche, oder Etagentoilette? Jahrelang wurde nur Geld raus geholt und nichts investiert. Es ist immer einfach für eigene Versäumnisse andere verantwortlich zu machen. Ein Großteil der Speisegaststätten ist auch nur unteres Niveau. Schlechte Qualität und Fertigprodukte zu teuren Preisen. Die wenigen Guten sind schwer zu finden.
Nach meinen Beobachtungen sind die modernen und guten Hotels auch immer noch gut besucht. Die anderen sollten sich mal Gedanken machen, was sie selbst versäumt haben!?
Im Moseltal gibt es auch den Bahnverkehr und den Lärm dazu. Hier haben aber die Hotels in den achzigern und neunzigern immer wieder modernisiert und alles auf Stand gehalten, nachdem sie auch mal massive Einbrüche in den Besucherzahlen hatten. Mittlerweile sind die Hotels dort alle wieder gut besucht.
Ich bin beruflich öfter mal in Hotels. Der Lärm ist so gut wie nie ein Problem, sonst wären in den großen Metropolen ja auch alle Hotels leer. Gute Fenster und Klimaanlagen in den Zimmern sorgen dort für Ruhe, auch direkt an der 8-Spurigen Hauptstraße.

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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon TroubadixRhenus » Mi 16. Mär 2016, 10:35

Wobei es im Mittelrheintal auch moderne Hotels erwischt hat. Etwa in Sankt Goar-Fellen das Hotel "Boot" am Yachthafen - direkt an B9 und dahinter die Bahn. Wurde erst in den 90ern gebaut und steht nun schon seit Jahren leer. Ebenso der moderne Riesenklotz am Abhang über Sankt Goarshausen bei Patersberg. Bahnlärm war dort definitiv nicht schuld.

Allerdings hat es auch ganze Hotel- und Tanzbarviertel erwischt, die auch nicht unbedingt direkt am Gleis lagen. Ich denke da etwa an den Schandfleck in Königswinter im Bereich der Talstation der Drachenfelsbahn. Es war eben so, dass früher scharenweise die Kegelclubs über die Rheinstädtchen hergefallen sind, und die haben damals eher weniger Wert auf gehobenen Komfort gelegt. Heute setzen sich solche Vereine eher ins Flugzeug...

Meine letzten Übernachtungserlebnisse im Mittelrheintal stammen von 1978 und 1984. Durchweg Uraltbauten, die wahrscheinlich schon aus der Anfangszeit der Rheinromantik stammten. Die Zimmer waren nach meiner Erinnerung spartanisch.

Man muss aber auch bedenken, viele der heutigen Hotels wurden bereits im 19. bis Anfang 20. Jhd. gebaut. Einige Häuser stammen sogar aus dem Mittelalter. Es ist sicherlich oft schwer, diese Hotels zu modernisieren - und dabei auch noch dem Denkmalschutz gerecht zu werden. Den "passenden Eindruck" bekommt ja gleich der Reisende, der ab Koblenz den Rhein hinauf fährt und in Stolzenfels die riesige langsam zerfallende Ruine des Hotel Cron (erbaut 1798!) erblickt. Ruinenromantik mal anders...

1984 weilten wir auf einer Fahrradtour eine Nacht im Hotel "Starkenburger Hof" in Bingen, direkt an der Schranke zu den Schiffsanlegern. Eckzimmer direkt über der Schranke! Für mich das Paradies! Die halbe Nacht hing ich am Fenster und freute mich, wenn der Schrankenwärter das Telefon in die Hand nahm und sich kurz darauf die Schranken schlossen.

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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon Dieselpower » Mi 16. Mär 2016, 12:24

So ist es, Thomas, die Gastronomie und Hotellerie hat überall im Land Federn gelassen, seit es sich für 39 Euro nach Malle fliegen läßt. Wenn ich bedenke, wie viele Gasthöfe, Hotels & Herbergen allein in der Sommerfrische unserer Westerwälder Region schon seit Jahren leer stehen und verfallen...ganz ohne Bahnlärm und -Erschütterungen - und dieses Bild wiederholt sich überall in den Regionen in unserem Lande. Allein bei uns im Dorf hatten 3 der 7 Gasthöfe Fremdenzimmer, ja sogar eigene Ansichtskarten! Nun ist nur noch ein Restaurant und ein Glasbiergeschäft übrig!

Und mal ehrlich - auch ich, dessen größte Lärmbelästigung im permanenten Lüfterrauschen der letztgebauten 10 der 25 Windräder (Hochleistungsanlagen der Fa. Schütz) oder im (wirklich unerträglichen) Infraschall derselben bei Windrichtungswechsel besteht, habe schon anläßlich einer Hochzeit in einem Hotel in Trechtingshausen gleich oberhalb der Gleise gewohnt - alles kein Problem, die Züge knallen ja nicht wie Donnnerschläge herein, vielmehr ist es ein sanftes Crescendo, welches dann im Vorbeirollen mündet, und anschließend wieder abebbt. Auf mich wirkte das spätestens nach dem 3. oder 4. Zug eher beruhigend als nervend!

Abgesehen davon ist der Anteil der Wagen mit Kunststoffbremssohlen deutlich spürbar angestiegen - und die machen einen Buhei, als wäre noch gar nichts diesbezüglich passiert...außer, daß man sich jetzt über Geruchsbelästigung beim Bremsen beschwert.... :roll:
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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon TroubadixRhenus » Mi 16. Mär 2016, 13:17

Dieselpower hat geschrieben:Abgesehen davon ist der Anteil der Wagen mit Kunststoffbremssohlen deutlich spürbar angestiegen - und die machen einen Buhei, als wäre noch gar nichts diesbezüglich passiert...außer, daß man sich jetzt über Geruchsbelästigung beim Bremsen beschwert.... :roll:


Ja. Das ist auch etwas, was ich nicht recht verstehe: Nie war die Bahn doch eigentlich so leise wie heute, nicht nur wegen der zunehmenden Flüsterbremsem bei Güterwaggons. Man vergleiche nur mal die alten klotzgebremsten Reisezugwagen (die ja auch noch in den Ortslagen beim Halten ordentlich kreischten) mit den heutigen vorbeischwebenden Reisezügen im Nah- und Fernverkehr. Dazu Lärmschutzmassnahmen an der Strecke wie Lärmschutzwände oder Dämpfungselemente an den Schienenstegen und an den Häusern Lärmschutzfenster. Nun ja - wurde alles schon mehrfach geschrieben.

Man hat irgendwie den Eindruck: je mehr man auf die Leute zu geht, desto hysterischer wird das Ganze. Kenne ich ja auch von den Flughafengegnern bei mir in der Einflugschneise Köln-Bonn. Ich bekomme das allerdings im Detail nicht so mit, weil ich mir da lieber ne schöne MD11, 747 oder "Triple seven" vom Schlafzimmerfenster aus ansehe. :P

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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon Horst Heinrich » So 20. Mär 2016, 12:22

schimi hat geschrieben:Das größte Problem im Mittelrhein-Tal ist, dass hier in den goldenen Zeiten vergessen wurde die Hotels zu modernisieren und der Zeit, und den gestiegenen Ansprüchen der Gäste anzupassen. Viele der Hotels im Mittelrhein-Tal entsprechen einfach nicht mehr dem heutigen Stand und sind selbst für die Chinesen nicht mehr gut genug. Wer will denn noch eine Etagendusche, oder Etagentoilette? Jahrelang wurde nur Geld raus geholt und nichts investiert. Es ist immer einfach für eigene Versäumnisse andere verantwortlich zu machen. Ein Großteil der Speisegaststätten ist auch nur unteres Niveau. Schlechte Qualität und Fertigprodukte zu teuren Preisen. Die wenigen Guten sind schwer zu finden.
Nach meinen Beobachtungen sind die modernen und guten Hotels auch immer noch gut besucht. Die anderen sollten sich mal Gedanken machen, was sie selbst versäumt haben!?

Eine Einschätzung, die ich im Mittelrheintal aus eigenem Erleben in den letzten 40 Jahren ohne Einschränkung bestätigen kann.
Zwischen Bingen und Koblenz fallen mir, wenn's hochkommt, fünf, sechs gute Gaststätten und vielleicht zwei Hotels, die ich guten Freunden z.B. bedenkenlos empfehlen könnte, ein und mir geht es weiß Gott nicht um die "Sternegastronomie". Schlichte, aber gepflegte und phantasievoll gestaltete Lokalitäten, die z.B auch die Kompetenz des örtlichen Handwerks für sich nutzen, etwa indem dem Schinken vom lokalen Metzger der Vorzug vor dem 5kg-Formfleischblock von Metro gegeben wird - so etwas ist im Mittelrheintal selten geworden.

Oft ist es aber auch das veränderte Ausgehverhalten, das die Umsätze der "schwelgenden" Ära (1950er bis 1970er Jahre) auf unabsehbare Zeit in weite Ferne rückt. Familienausflug eines Frankfurter Gesangvereins (120 aktive Sänger, 120 Partner, 150 Kinder und 60 Senioren) mit dem Zug nach Bacharach, am Ende war jeder Erwachsene mal für einen Tagesumsatz von 50 Mark gut und es wanderten noch fast 200 Flaschen Wein mit ins Rückreisegepäck - solche Zeiten kommen nicht wieder.

Damit muß man sich abfinden.
Am Ende wird nicht einmal 25% der bisherigen Betriebe langfristig überleben können, was ich aber auch nicht als gravierendes Problem ansehe: Qualitätssteigerung durch Ausdünnung - in der Forstwirtschaft ist dieses Prinzip seit 300 Jahren erfolgreich.
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Re: "Bahnlärm" jetzt auch im "SPIEGEL" Thema

Beitragvon Dieselpower » So 20. Mär 2016, 13:26

Mundpropaganda ist ohnehin die beste Werbung...

Die allerbesten Schnitzel (und auch sonstigen Leckereien gutbürgerlicher Art) weit und breit gibt es bei uns im Nachbardorf Wied...

Allerdings: Vom Äußeren her ist der Gasthof schon ein wenig "in die Jahre gekommen" - es reicht halt hinten und vorne nicht. Isolierverglasung (Second Hand beim Abriß eines DRK-Wohnheims ausgebaut!!!), Innenraumumgestaltung, Modernisierung und nicht zuletzt der EU-Auflagenwahn - aber auch ein defekter Ofen hier und eine irreparable Spülmaschine dort (Sowas bleibt ja leider auch nicht aus) - fraßen jedes mal die kleinen Überschüsse auf, so daß das Etablissement vom Anschein her eher nicht zum Verweilen einlädt. Aber jeder, den ich hinschicke, kommt begeistert zurück - und bald wieder in die "Linde".

Aber unser Heino käme sicherlich nie auf die Idee, den ständig wachsenden, nur 3 Meter vom ersten Tisch entfernten Schwerlastterror auf der B413 dafür verantwortlich zu machen, daß das Haus von außen so aussieht, wie es aussieht, und das Leben eines kleinen Gastronomen in Deutschland im Jahr 2016 sich immer am Abgrund entlang bewegt!
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