Frage Anschluss bei Bockenheim ?

Kubuku
Obersekretär A7
Beiträge: 280
Registriert: Fr 20. Apr 2007, 10:17

Re: Frage Anschluss bei Bockenheim ?

Beitragvon Kubuku » Di 15. Mär 2016, 22:35

Die Koordinaten von Lochris sind genau richtig! Ich hoffe nur, das ich das beim Vorbeifahren auch richtig gesehen habe. Wohnt da keiner in der Nähe der mal vor Ort schauen kann ? Wäre super.

Kurt

Horst Heinrich
Oberrat A14
Beiträge: 2194
Registriert: Sa 18. Okt 2008, 23:07

Re: Frage Anschluss bei Bockenheim ?

Beitragvon Horst Heinrich » Di 15. Mär 2016, 23:32

Steffen hat geschrieben:Diese angesprochene Kartenzusammenstellung vom Vermessungsamt klingt interessant.
Vielleicht ließen sich mit ihr auch meine offenen Fragen zur Eistalbahn und Enkenbach-KL klären.

Muss ich mir mal bestellen.

Nachtrag: die verlangen ja pro Ort / pro CD 19,90 Euro.

Das ist für die Vielzahl meiner offenen Recherche-Baustellen in ganz RLP doch etwas zu viel.


Vielleicht kann Dir da auch das Kartenarchiv der Deutschen Fotothek einstweilen helfen.

http://www.deutschefotothek.de/

Einfach in die Suchleiste den gewünschten Ort eingeben.

Zu Enkenbach-Grünstadt kann ich vielleicht aus eigenem Erleben noch etwas beitragen, z.B. dies:

https://www.youtube.com/watch?v=w8APgedOLas

Wer dabei war, erinnert sich z.B. noch der äußerst bescheidenen Anteilnahme der lokalen Bevölkerung und auch der vergleichsweise emotionsarmen Kommentierung durch die Betriebsbeamten vor Ort, wo man den Eindruck nicht los wurde, daß jede stillgelegte Strecke als ein Gewinn in Richtung "do iss jetzt endlich aach Ruh unn mer honn wenischer Arbääd" angesehen wurde.
Es hat mich ehrlich gesagt schon am 29.April 1976 gewundert, daß jemand das ganze auf dem vergleichsweise hochmodernen Super 8 - Medium festgehalten hat und ich hätte nie geglaubt, daß mir der Film 40 Jahre später noch einmal begegnet.
Noch weniger geglaubt hätte ich, daß mir zu Beginn des 21.Jahrhunderts ausgerechnet in den Tiefen des Hunsrückes mit Dr.Horst Frick ein Enkel des Mitinitators der Eistalbahn, Wilhelm Frick (1877-1946), begegnet, aber das ist ein anderes Kapitel.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Benutzeravatar
Steffen
Amtmann A11
Beiträge: 737
Registriert: Di 26. Jul 2005, 00:29
Kontaktdaten:

Re: Frage Anschluss bei Bockenheim ?

Beitragvon Steffen » Do 17. Mär 2016, 20:08

Das Video zur Eistalbahn kenne ich natürlich. Dazu habe ich zu viele Stunden in Büchern, Bau- und Gleisplänen und im Internet nach Informationen zur Strecke recherchiert.

Über den Namen des sicherlich nicht zu unrecht verurteilten Alsenzers Frick bin ich da allerdings nie gestolpert.
Viele Grüße
Steffen

Horst Heinrich
Oberrat A14
Beiträge: 2194
Registriert: Sa 18. Okt 2008, 23:07

Re: Frage Anschluss bei Bockenheim ?

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 18. Mär 2016, 00:39

Steffen hat geschrieben:Über den Namen des sicherlich nicht zu unrecht verurteilten Alsenzers Frick bin ich da allerdings nie gestolpert.


Dr. Wilhelm Frick hat sich über seine -heute würde man sagen "Connections" nach Berlin und München- für den (Weiter-) Bau der Eistalbahn stark gemacht, gewissermaßen als Infrastrukturprojekt für "seine" Nordpfalz.
Später wurde gerne behauptet, er hätte durch seine guten Kontakte zum "Führer" die Bahn ins Eistal geholt, gewissermaßen um zu unterstreichen, wie sehr der "Partei" das vernachlässigte "Pfälzisch Sibirien" am Herzen gelegen hat.

Was man dabei gerne übersehen hat:
Der Abschnitt Eisenberg-Enkenbach war schon vor der "Machtergreifung" fertiggebaut, wohl aber ist dieser Streckenabschnitt in der Tat eine rein politische Maßnahme gewesen, denn ein wirkliches Verkehrsbedürfnis hat es zwischen Enkenbach und Eisenberg nicht wirklich gegeben, weder 1932 bei Fertigstellung noch 44 Jahre später bei der Stillegung für den Pv.

Es ging halt darum, daß der Staat "etwas für die Pfälzer" tut.
Der Streckenabschnitt Eisenberg-Enkenbach bot nie die Aussicht, seine immensen Kosten (Stempelkopftunnel, Viadukt am Eiswoog...) "einzuspielen", aber gegen heutige politisch motivierte "Infrastrukturprojekte" (BER, Hochmoselübergang, Nürburgring, Stuttgart 21...) nimmt sich diese Strecke geradezu harmlos aus.

Und schön ist sie allemal.

Noch eine Anmerkung zum Betriebsbahnhof Stempelbrunnen.
Mir wurde in den 1970er Jahren von alten Eisenbahnern berichtet, seine Hauptbedeutung habe darin gelegen, bis zum Bau der Überführung Schrankenposten der vielbefahrenen Landesstraße 395 gewesen zu sein, was in vielen Publikationen kaum auftaucht.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Benutzeravatar
Steffen
Amtmann A11
Beiträge: 737
Registriert: Di 26. Jul 2005, 00:29
Kontaktdaten:

Re: Frage Anschluss bei Bockenheim ?

Beitragvon Steffen » Fr 18. Mär 2016, 22:31

Auch wenn wir vom Thema abkommen:
Zum Stempelbrunnen habe ich hier alle Details der "modernen" Forschung zusammengetragen:
http://www.eistalbahn.nahebahn.de/Bahnh ... elbrunnen/

1. Den Bahnübergang konnte man vom westlichen Stellwerk aus bedienen. Allerdings sind im Plan aus den 30ern schon die genaue neue Führung der Straße und die Brücke zu erkennen:
http://www.eistalbahn.nahebahn.de/Bahnhof_Stempelbrunnen/gross/Stempelbrunn_1920_sw_web.jpg
Wann diese dann tatsächlich gebaut wurde, ist mir nicht genau klar. In den 70ern war das allerdings nicht. Da gab es an dieser Stelle nur noch einen Feldweg/Wirtschaftsweg.
Die Brücke über die Bahn gab es schon viel früher. Siehe dazu auch meine allseits beliebte Karte von ca. 1945:
http://contentdm.lib.byu.edu/cdm/singleitem/collection/GermanyMaps/id/3369/rec/2
2. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für die arme Pfalz in der Zeit der Weltwirtschaftskrise sind nur ein Aspekt, aber nicht der alleinige gewesen die Strecke weiter zu bauen. Politisch motiviert allemal, aber man baut keinen Tunnel, der sogar genug Platz für Oberleitungsbetrieb hat nur aus purer Lust am Aufwand. Ein großes Profil lässt eben auch idealerweise LÜ Sendungen zu, was der Strecke bis in die 80er ihren Bestand sicherte. Und Panzer waren schon immer LÜ gewesen.
Wie konkret solche aufmarschgedanken so kurz nach dem Krieg waren, sieht man auf dieser Übersicht mit Vergleichen der Streckenlänge und Höhenprofil:
Bild
Und genau am Scheitelpunkt kommt ein Betriebsbahnhof gerade recht. Immerhin liegt er auch noch in der Mitte zwischen Enkenbach und Ramsen. Ohne ihn gäbe es auf 15 Kilometern gar keine Kreuzungsmöglichkeit.

Nun denn; zurück zum Thema Bockenheim:
Ich denke ein paar klärende Bilder der Situation dort wären ideal.
Am Ende liegen da gar keine Gleise :-)
Viele Grüße
Steffen

ecki76
Anwärter A1
Beiträge: 8
Registriert: Di 15. Mär 2016, 00:58

Re: Frage Anschluss bei Bockenheim ?

Beitragvon ecki76 » So 20. Mär 2016, 16:43

Hallo zusammen,

Bin seit einigen Jahren nur stiller Mitleser, hab mich aber aufgrund des "Rätsels" hier, entschlossen anzumelden.
Ich denke ich kann etwas zur Lösung beitragen.
Der angesprochene "Gleisrest" ist in Wirklichkeit nur eine Betonplatte die einen Entwässerungsgraben überdeckt. Der Graben führt vom Straßenrand zum Regenrückhaltebecken (Wäldchen).
Die besagte Betonplatte ist ungefähr einen Meter breit und kann auf den ersten flüchtigen Blick wie ein überteertes Gleis wirken.
Ich denke, dass Fehlen jeglicher Kunstbaureste auf Satelittenaufnahmen dürfte einen ehemals vorhandenen Gleisanschluß ausschließen.
Ich würde sagen: falscher Alarm!

Gruß ecki

Horst Heinrich
Oberrat A14
Beiträge: 2194
Registriert: Sa 18. Okt 2008, 23:07

Re: Frage Anschluss bei Bockenheim ?

Beitragvon Horst Heinrich » So 20. Mär 2016, 22:31

ecki76 hat geschrieben:Hallo zusammen,

Bin seit einigen Jahren nur stiller Mitleser, hab mich aber aufgrund des "Rätsels" hier, entschlossen anzumelden.
Ich denke ich kann etwas zur Lösung beitragen.
Der angesprochene "Gleisrest" ist in Wirklichkeit nur eine Betonplatte die einen Entwässerungsgraben überdeckt. Der Graben führt vom Straßenrand zum Regenrückhaltebecken (Wäldchen).
Die besagte Betonplatte ist ungefähr einen Meter breit und kann auf den ersten flüchtigen Blick wie ein überteertes Gleis wirken.
Ich denke, dass Fehlen jeglicher Kunstbaureste auf Satelittenaufnahmen dürfte einen ehemals vorhandenen Gleisanschluß ausschließen.
Ich würde sagen: falscher Alarm!

Gruß ecki


Dann herzlich Willkommen, ecki und vielen Dank für die Mitwirkung, Deine Informationen runden das ganze plausibel ab.
Ehrlich gesagt, ich bin ja schon froh, wenn sich bei solch einer Recherche der Verdacht einer "Sondermülldeponie" á lá Prael und Consorten nicht bestätigt.
Aber ich bin beeindruckt, wieviel Informationen dieser Thread zutage gefördert hat.

Übrigens noch eine Ergänzung zur ehemaligen Verbindung Asselheim-Albsheim.
Volker Blees hat im Rahmen seiner eisenbahnhistorischen Studien herausgefunden, daß die Eistalbahn zwar von und nach Monsheim angeschlossen war, aber nicht von und in Richtung Offstein-Worms. Da die Arbeiten von Volker Blees ausgesprochen profunde sind, gehe ich mal davon aus, daß das richtig ist.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

ecki76
Anwärter A1
Beiträge: 8
Registriert: Di 15. Mär 2016, 00:58

Re: Frage Anschluss bei Bockenheim ?

Beitragvon ecki76 » Mi 23. Mär 2016, 01:00

Wo wir gerade in der Ecke sind. Weiß jemand ob die Zuckerfabrik in Offstein noch bedient wird? Den letzten Zug hab ich dort 2013 gesehen.
Soweit ich weiß lief der Pachtvertrag von Wincanton oder Rhenus oder wie auch immer die jetzt heißen, 2014 oder 2015 aus.
Das Gleis fing 2015 auch an stellenweise zuzuwachsen. Inzwischen ist aber alles wieder frei von Unkraut.


Zurück zu „Rheinhessen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast