zwei Exoten im Lahntal

Benutzeravatar
RMK
Oberinspektor A10
Beiträge: 542
Registriert: Fr 16. Nov 2007, 14:42

zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von RMK »

Hallo Gemeinde!

Gestern haben zwei Exoten das Lahntal besucht.

G 2000 BB mit asymmetrischem Führerhaus 14.56 Uhr durch Aumenau
Bild

G 2000 BB mit symmetrischem Führerhaus 20.51 Uhr durch Aumenau
Bild


Gruß RMK!
Zuletzt geändert von RMK am Mo 6. Jul 2009, 00:29, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Bad Camberger
Oberrat A14
Beiträge: 2092
Registriert: Mi 20. Sep 2006, 16:08

Re: zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von Bad Camberger »

Ist der untere Tigga von Rail 4 Chem? :shock:

Gruß

Bad Camberger

Benutzeravatar
Jonathan Schmidt
Amtmann A11
Beiträge: 941
Registriert: Sa 16. Sep 2006, 12:52
Kontaktdaten:

Re: zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von Jonathan Schmidt »

Müsste eine RTS-G 2000 gewesen sein.
Viele Grüße aus Gießen
Jonathan

Meine Homepage
Busse-in-Hessen.de

PaKu

Re: zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von PaKu »

auch in Villmar gesichtet :)
Bild

Technische Daten
Bezeichnung G 2000 BB
Bauart B'B'
Antrieb Dieselmotor (CAT 3516 B-HD)
Leistung 2.240 kW
Dieselmotordrehzahl 1.800 Umdrehungen/min
Höchstgeschwindigkeit 120 km/h
Höhe 4.220 mm
Breite 3.080 mm
Länge über Puffer 17.400 mm
Treibraddurchmesser 1.000 mm (neu); 920 mm (abgenutzt)
Kleinster befahrbarer Bogen 80 m
Dieselkraftstoffvorrat 5.000 l
Gewicht 87,3 t
1. Baujahr ab 2000
Produzierte Stückzahl
Technische Besonderheiten druchgängig modular aufgebaut
Erläuterungen
"Mit der G000 setzt Vossloh ein Zeichen auf dem Schienenfahrzeugmarkt
Anlässlich der diesjährigen 'InnoTrans' [stand 2000] in Berlin präsentiert die Vossloh Schienenfahrzeugtechnik GmbH erstmals ihre innovative Streckendiesellokomotive G2000. Mit dieser Neukonstruktion einer dieselhydraulischen Maschine mit einer Leistung von mehr als 2000 kW stößt das Kieler Unternehmen wieder in die Königsklasse der Dieselloks vor.
Die G2000 wurde als vierachsige, dieselhydraulische Plattformlokomotive mit Endführerhäusern konzipiert. Bei der Entwicklung wurde auf bewährte Technologien und Komponenten aus dem MaK-Standardlokomotivprogramm zurückgegriffen, um schnell zu einer zuverlässigen und modernen Lösung für den Streckenverkehr, aber auch für die Belange von Rangieraufgaben zu kommen.
Die Lokomotive mit einer Länge von 17,4 m basiert auf einem geschweißten Plattform mit Rammschutz und Verschleißelementen an den Stirnseiten zum Schutz der Führerhäuser und des Rahmens. Der 5000 l fassende Kraftstofftank gewährleistet eine hohe Reichweite der Streckenlokomotive.
Die G2000 wird von einem Dieselmotor mit einer Leistung von derzeit 2240 kW [stand 2000] angetrieben. Die modernste Motorentechnologie mit kennfeldgesteuerter Einspritzung und separater Ladeluftkühlung gewährleistet niedriege Kraftstoffverbräuche und Emissionswerte. Geringe Investitionskosten, hohe Zuverlässigkeit, bewährte Technologie bei geringem Gewicht führten im Zeitalter der Drehstromantriebstechnik zum Einsatz einer Leistungsübertragung mittels eines neu entwickelten, hydrodynamischen Streckengetriebes [Voith L620 re U2].
Als Drehgestell wird bei der G2000 eine unter allen Lokomotiven des MaK-Lieferprogramms befindliche Variante eingesetzt. Dadurch konnte in dem wichtigen Bereich der Fahrtechnik das Entwicklungsrisiko und die Entwicklungszeit reduziert werden. Das Drehgestell zeichnet sich durch eine zentral angeordnete, tiefliegende Zug-Druck-Stange, verschleißfreie Radsatzführung mittels Lenker und eine moderne Radscheibenbremse aus.
Die elektrische Ausrüstung der Lokomotive ist in einem separaten Modul untergebracht, um genügend Freiraum in den Führerhäusern zu gewährleisten. Dazu gehören neben den Steuerungen für die einzelnen Aggregate auch Indusi, Zugfunk, Ebula und Funksteuerung. Das Konzept berücksichtigt für einen europaweiten Einsatz den Einbau weiterer Zugsicherungs- und Funksysteme."
Aus: Informationsblatt der Firma VSFT (Vossloh Schienenfahrzeugtechnik GmbH), Berlin, September 2000.

Grüße Patrick

Benutzeravatar
RMK
Oberinspektor A10
Beiträge: 542
Registriert: Fr 16. Nov 2007, 14:42

Re: zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von RMK »

habe das zweite Bild noch etwas bearbeitet und ersetzt

eta176
Präsident der Deutschen Bundesbahn B11
Beiträge: 7332
Registriert: Do 21. Jun 2007, 19:52

zwei "Exoten" im Lahntal

Beitrag von eta176 »

Eher zufällig und nur weil das Typhon/Makrofon mich aufmerksam gemacht hat
noch ein Sichtungsbild vom König Konrad-Felsen. Der Zug musste der RB von
Signal zu Signal "hinterher schleichen":

Bild

Danke für die schönen Portrait-Aufanhmen aus Aumenau und Villmar :!:

Dieselpower

Re: zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von Dieselpower »

Hallo HP....
So ist das meistens. Entweder verstehen die auf der BZ/die Fdl (je nach dem, wer zuständig ist) nicht, daß ein Güterzug ohne Halte auch mit 80 km/h jeder Bimmelbahn davonrennt, oder sie wissen es sehr wohl, und machen sowas extra. Wie oft hab ich schon am rechten Rhein in Wiesbaden-Biebrich am ASig gestanden und auf die 143 mit ihren Rotlingen 15 min warten müssen (!), um dann bis Lahnstein mit 30-40 km/h hinterherzuzockeln. Und in Ehrenbreitstein funkt mich die BZ an, und fragt dreist, ob ich denn wüßte, daß in Venlo/Eindhoven in 2 Stunden Betriebsruhe ist, was ich denn so lange machen würde!!!! :evil:

Ansonsten wirklich nette Aufnahmen - muß mich doch mal um die Einweisung kümmern, auch wenn die Optik im ähnlichen Maße gewöhnungsbedürftig ist, wie die der Voith Maxima.

Schreckensdispo

Re: zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von Schreckensdispo »

Hallo zusammen,

zum letzten Beitrag wollte ich als "mittelbar Beteiligter" (ich war am besagten Tag in der BZ Frankfurt als Streckendisponent tätig) mal meinen Senf dazu beigeben:

An den vorliegenden Fall mit dem Güterzug, der hinter der Lahntal-Regionalbahn Abstand fahren musste, erinnere ich mich noch sehr genau, weil ich versucht hatte, den Kollegen bei der Durchfahrt in Limburg über GSM-R anzurufen (auf dem restlichen Stück der Lahntalbahn ist ja noch keine Funkversorgung). Leider hatte er seinen Funk nicht umgestellt und war somit nicht informiert, dass die RB vor ihm "rumgurkt". In Runkel oder Villmar muss er dann aufgelaufen sein.

Leider lassen sich solche Situationen nicht immer vermeiden. Der Zug hatte aufgrund der Kreuzungen in den eingleisigen Abschnitten zwischen Dausenau und Nassau und Balduinstein und Fachingen leider so viel Verspätung angesammelt, dass es einfach nicht mehr gereicht hat, ihn in Limburg vor die RB zu quetschen. Andernfalls hätte man der RB über 15 Minuten Verspätung aufgebrummt. Das geht dann beim besten Willen nicht.

Durch die leider sehr stark zurückgebaute Infrastruktur und die Einteilung der Blockabschnitte lässt sich auch keine sinnvolle Überholung auf einem Unterwegsbahnhof realisieren. Einzig wäre Weilburg in Frage gekommen, aber durch den sehr langen Blockabschnitt von Gräveneck nach Weilburg dauert sowas dann auch mind. 10 Minuten für die RB.

Hinzu kommt, dass die Lahntalbahn zu den "nicht überwachten" Strecken gehört. Im Gegensatz z. B. zur Main-Weser-Bahn oder den Rheinstrecken, wo die Züge permanent einer Überwachung durch die Streckendisponenten unterliegen, wird auf der Lahntalbahn erst dann eingegriffen, wenn uns eine Störung gemeldet wird. Ich versuche zwar bei meinen Schichten immer mal wieder ein Auge auf die Lahntalbahn zu werfen, aber oft hat man in seinem eigenen Bereich genug zu tun.

Generell haben wir auf der Lahntalbahn das Problem, dass wir aufgrund der fehlenden Zugnummernmeldeanlage nicht genau wissen, wo sich die Züge befinden. Außerhalb der Knoten Niederlahnstein, Limburg und Wetzlar erhalten wir Zuglaufmeldungen derzeit nur in Nassau und Weilburg. Das erschwert natürlich unsere Arbeit zusätzlich. Gerade wenn ich den Zulauf auf Wetzlar und Gießen planen muss, wird man von der Lahntalbahn oft überrascht. Wenn der Zug z. B. in Löhnberg 10 Minuten wg. zusteigender Radfahrer oder ähnlichem gestanden hat, merken wir das immer erst, wenn der Zug verspätet in Albshausen eintrifft. Gerade an Sonn- und Feiertagen mit hohem Reisendenaufkommen stellt das für uns oft ein Problem dar.

Allerdings kann man auch auf der Lahntalbahn durchaus kreativ disponieren, wenn man den Trassenkonflikt rechtzeitig genug erkennt. Letzten Freitag z. B. habe ich eine einzeln fahrende Lok mit Hg 140 km/h, die hinter der RB in Richtung Gießen fuhr, ab Albshausen bis Wetzlar Pbf ins Gegengleis nehmen lassen und dabei an der RB vorbeigequetscht.

Auf der restlichen Strecke ist sowas natürlich (leider) kaum zu machen :-(

Gruß, Sebastian

PS: Wie ich sehe, schreiben ja hier auch einige Fdl von der Lahn mit. Würde mich freuen, wenn man sich mal bei Gelegenheit über das eine oder andere austauschen könnte.

Bernhard Reifenberg
Präsident der Deutschen Bundesbahn B11
Beiträge: 4720
Registriert: Do 25. Aug 2005, 17:52

Re: zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von Bernhard Reifenberg »

Hallo Sebastian,
herzlich willkommen hier im "Kuschelforum".

Recht herzlichen Dank für diesen doch sehr informativen Blick hinter die Kulissen.
Solche Beiträge sind das Salz, dass unsere Forumssuppe bekömlich macht.

Hoffentlich lesen wir noch mehr von Dir.

Benutzeravatar
Jonathan Schmidt
Amtmann A11
Beiträge: 941
Registriert: Sa 16. Sep 2006, 12:52
Kontaktdaten:

Re: zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von Jonathan Schmidt »

Hallo Schreckensdispo,
schöner Einstieg! Echt Interessant, solche Einblicke für Menschen, die da nicht drin sind.

Die 272 204 stand heute nachmittag auf dem hochgelegenen Gleis zwischen Wetzlar Pbf und Gbf.
Viele Grüße aus Gießen
Jonathan

Meine Homepage
Busse-in-Hessen.de

Horst Heinrich
Oberrat A14
Beiträge: 2194
Registriert: Sa 18. Okt 2008, 23:07

Re: zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von Horst Heinrich »

Schreckensdispo hat geschrieben:...Durch die leider sehr stark zurückgebaute Infrastruktur und die Einteilung der Blockabschnitte lässt sich auch keine sinnvolle Überholung auf einem Unterwegsbahnhof realisieren....
So, das sollte man jetzt nochmal besonders hervorheben, wo doch die Rückbau-Fetischisten wieder unterwegs sind um ihre Schneidbrenner-Orgien zu feiern.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Schreckensdispo

Re: zwei Exoten im Lahntal

Beitrag von Schreckensdispo »

Man muss realistischerweise sagen, dass es wohl auch vor dem großflächigen Rückbau der Bahnhöfe auf der Lahntalbahn keinen Bahnhof gab, auf dem man einen Güterzug annähernd verträglich an einer RB vorbeifahren konnte. Aufgrund der relativ niedrigen Geschwindigkeit des überholenden Zuges (zwischen 70 und 90 km/h) müssen die Blockabschnitte vor und hinter dem Bahnhof schon sehr sehr kurz sein, um der RB nicht mehr als 5 Minuten aufzubrummen. Der einzige Bahnhof, auf den das auf der Lahn im Moment zuträfe, wäre Kerkerbach. Und ausgerechnet hier gibt es ja am Überholgleis keinen Bahnsteig.

Ansonsten ist man natürlich ziemlich schnell angeschmiert, wenn mal was außerplanmäßiges passiert. Auf der anderen Seite fahren im Lahntal im Moment wohl nicht genug Züge, um eine üppigere Infrastruktur zu rechtfertigen, so schön das für uns auch wäre...

Antworten