Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Horst Heinrich
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Horst Heinrich »

Ich muß Erhard recht geben, neben einigen neuen Impulsen, die man durch die Diskussion hier bekommt, ist das Wesentliche bereits umrissen.
Auch Bernd's Einschätzung teile ich, für die Kommunen wird die Angelegenheit zu einem imaginären Faß ohne Boden - wo fängt man an, wo hört man auf?
Sollte das Land überhaupt je eine Möglichkeit und einen Willen entwickeln, sich zu engagieren, wird man ohnehin noch einmal wegen der obligatorischen kommunalen Beteiligung an die Ratstüren klopfen müssen - immerhin hatten wir gerade Kommunalwahl und es sitzen hie und da neue Leute in den Parlamenten.

Auch der Bund -derzeit noch Eigentümer der gewidmeten Gesamtstrecke- hat noch einen Part zu spielen, wenngleich ich hier die geringsten Chancen sehe, daß in unserem Sinne ein Engagement erfolgt.
Dafür ist die Hunsrückquerbahn in ihrer Gesamtbedeutung nicht relevant genug.
Eine ländliche Nebenstrecke ohne Verkehr mehr...

Eine Art Nationalparkbahn hätte per se ihre Berechtigung, alleine aus ökologischen Erwägungen.
Diese Option hätte ich als betreibendes Bundesland mir ohnehin gesichert - die Sache wäre in sich stimmig.
Der Nationalpark und seine umweltfreundliche Erschließung per Zug - konsequent zuende gedacht eine runde Angelegenheit.
Aber denkt man hier so weit?
Ich erkenne hier oft auch das, was der verehrte Kollege Wilhelm Stölb schon vor Jahren zum Stichwort "Waldästhetik" und "Ideologieprägung" erkannt hat, daß nämlich gerade Förster vor lauter Bäumen das Leben außerhalb des Waldes nicht mehr sehen. :roll:

Den von Erhard ins Gespräch gebrachten touristischen Effekt in großem Stil sehe ich nicht unbedingt.
Wer verirrt sich schon aus der Region Mainz, Ludwigshafen oder Kaiserslautern zum Wandern nach Deuselbach, Dhronecken oder Hoxel...incl. zwei Stunden Anreise und zwei Stunden Abreise.

Indes:
Jeder, der an der Erhaltung der Strecke und ihrer Weiternutzung als Eisenbahninfrastruktur interessiert ist, sollte auf dem Gebiet weiterackern, das ihm am besten liegt.

Wenn irgendetwas konkret wird, kann man ja die Interessenlagen wieder versuchen, zusammenzuführen.

Nur an eines kann ich mich persönlich überhaupt nicht gewöhnen und es ist fachlicher Nonsens obendrein:
Eine Insel-Spielzeugeisenbahn im Maßstab 1:1, der der Netzanschluß hinten und vorne weggekappt ist und deren Fahrzeuge per Straßentieflader angedient werden.
Wer solche Ambitionen ernsthaft auch vor politischen Entscheidungsträgern vertritt, der hat von der Gesamtbedeutung der Strecke, ihrem Wert als historisches Erbe wie ihrer Funktion als Daseinsvorsorge -kurz von ihrer volkswirtschaftlichen Aufgabe- nichts kapiert und dem bin ich gerne bereit, zum Ausleben seiner spielerischen Phantasie eine Märklin-Eisenbahn zu bezuschussen.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Nils
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Nils »

16 Seiten Diskussion die sich teilweise im Kreis dreht und manchmal fast schon unfreiwillig komisch wird. Aber leider nur eine handvoll Leute, die aktiv etwas tun für den Erhalt der Eisenbahn im Hunsrück. Schade...
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Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Bernd Heinrichsmeyer »

Nils hat geschrieben:Aber leider nur eine handvoll Leute, die aktiv etwas tun für den Erhalt der Eisenbahn im Hunsrück. Schade...
Wie wahr, wie wahr. Und das ist seit Jahren so! Ein wesentlicher Grund dafür, dass das zugelassene EIU Stilllegungsantrag gestellt hat!
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Horst Heinrich
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Horst Heinrich »

Das ist schon mal eine sehr wichtige Aussage - wollen wir hoffen, daß dementsprechend auch gehandelt wird.

Zum Nationalpark fällt mir noch ein:
Der Bahnhof Deuselbach, gewissermaßen am Tor des Nationalparks, hat noch fast das Aussehen vom Tage der Betriebseinstellung 1976 - sogar die Bahnsteigbeleuchtung steht noch und in unmittelbarer Nähe befindet sich das Gasthaus Molter mit einem sonnigen biergartenfähigen Areal.
Was könnte es stimmigeres geben als hier Züge mit Nationalparkbesuchern halten zu lassen?
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Bild: Markus Göttert
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Heiner Neumann
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Heiner Neumann »

...und dann nach Möglichkeit noch so ein Zug!!!

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Gruß

Heiner
Zuletzt geändert von Heiner Neumann am Do 26. Jun 2014, 21:06, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn Du ein Licht am Ende des Tunnels siehst, bete, dass es kein Zug ist :shock: !!!

Vertraue nur Deinem eigenen Hintern - denn nur er steht immer hinter dir!

Axel kron
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Axel kron »

Ein Super Foto :!: :!: :!: :!:

felix
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von felix »

Hallo.
An Erhards Reaktion nichts mehr zu diesem Thema im Forum schreiben zu wollen, erkennt man deutlich die Frustration der wenigen, die wirklich etwas tun und sich die dann hier zum besten gegebene Besserwisserei einfach ersparen wollen. Es gibt mehr als genug Möglichkeiten sich an einer solchen riesen Baustelle zu engagieren. Sei es aktiv an Arbeitseinsätzen, oder passiv, über eine Fördermitgliedschaft, oder durch reine Lobbyarbeit, wie es eben Erhard macht. Das würde alles helfen.
Abgesehen davon sieht es um die Strecken in Hochwald und Hunsrück nicht erst seit zwei Monaten schlecht aus. Manche Leute sind auch schon länger aktiv an diesem Thema dran und machen weiter, obwohl sich manches bisweilen nicht so entwickelt hat wie anfangs erhofft.

Vielleicht einfach mal drüber nachdenken, ohne gleich wieder die nächsten 17 Seiten im Forum zu füllen...

Eigentlich wollte ich mir dass verkneifen, aber irgendwann muss es einfach raus.

Und wer immer noch nicht verstanden hat, dass es nicht um die Schaffung einer Inselbahn geht, sondern dass dies lediglich einen ersten Schritt in Richtung Betrieb der Gesamtstrecke darstellt, dem empfehle ich nochmals die eingehende Lektüre unserer Homepage...

Auch sehr schade ist die Tatsache, dass die meiste Kritik in dieser Richtung aus dem Munde, bzw. den Fingern eines ex. Mitstreiters kommt. Horst, ich hätte dir einen größeren Horizont zugeschrieben...

Schade, schade, schade...
Historische Eisenbahn Hunsrück e.V.

Horst Heinrich
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Horst Heinrich »

felix hat geschrieben: Auch sehr schade ist die Tatsache, dass die meiste Kritik in dieser Richtung aus dem Munde, bzw. den Fingern eines ex. Mitstreiters kommt. Horst, ich hätte dir einen größeren Horizont zugeschrieben...
Schade, schade, schade...
Da ich direkt angesprochen wurde, antworte ich auch direkt.

Daß ich mit meinem begrenzten Horizont wahrscheinlich doch ins Schwarze getroffen habe, zeigt mir die heftige Reaktion auf meine Kritik.
Ich werde halt den Verdacht nicht los, als könnten sich hier einige mit einer Minimallösung zufrieden geben und sich auch von den Entscheidungsträgern auf einen Konsens auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner herunterhandeln lassen.
Gehässig ausgedrückt: Wenn wir mit unserer Dampflok und drei 3y-Wagen zwischen Morbach und Thalfang hin- und her fahren dürfen und uns stolz wie Jim Knopf und Lukas aus dem Führerstand hinauslehnen können, sind wir schon zufrieden.

Es kann aber nicht das Ziel sein, darauf hinzuarbeiten, denn daß die öffentliche Hand nicht bereit ist, ein paar Enthusiasten ihr Hobby zu finanzieren, das mußte sich erst jüngst der Verein Brexbachtal ins Stammbuch schreiben lassen, weil die zuschußpflichtigen Kommunen berechtigterweise die Frage nach dem volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen der Sache für ALLE und nicht nach dem Vergnügen für ein paar WENIGE stellen.
Vulgo: Sind die beantragten Mittel nicht woanders besser aufgehoben?

Weil ich weiß, wie Politiker ticken, gerade auch die für die Hunsrückquerbahn relevanten, möchte ich von diesem Generalverdacht, der gegen Eisenbahnaktivisten allenthalben besteht, wegkommen.
Für mich ist daher die betriebsfähige Instandsetzung SBBN-STM und der Erhalt der Netzanschlüsse im Westen und im Osten die Minimallösung.
Und zwar nicht zur Befriedigung phantastischer Träume von großen Jungs, die gerne Eisenbahn spielen wollen, sondern weil eine vorhandene Eisenbahnerschließung ein immenses volkswirtschaftliches Aktivpotential ist, das sich der gesamte Hunsrück-/Hochwaldraum unbedingt erhalten sollte.
Wer sich mit weniger zufrieden gibt, treibt ein gefährliches Spiel.
Politiker haben wohl zumeist nicht viel Ahnung von Wirtschaft, aber eines haben sie verinnerlicht:
Das Maximalprinzip.
Mit den gegebenen Mitteln (also mit einer Bahnstrecke) möglichst viel erreichen und möglichst viele Interessengruppen zufrieden stellen - den Fahrradfahrern geben wir ein Stück Radweg, den Eisenbahnenthusiasten ein Stück Bahnstrecke, der einen oder anderen Kommune etwas bebaubaren Bahndamm und vielleicht bleibt noch etwas entwidmeter Fläche für einen Verbrauchermarkt übrig.
Ich kann mindestens zehn Bahnstrecken in Rheinland-Pfalz benennen, wo es genau so gelaufen ist.
Der Tod kam immer auf Raten und immer wurde betont: Wir wollen ja möglichst viel Bahnstrecke erhalten.
Das geht immer schief.

Deswegen gibt es für mich keine andere Optionen als diese:
1. Erhalt der beiden Netzanschlüsse in SBBN und STM
2. Schließen der Gleislücken zwischen Hermeskeil und Thalfang
3. Wiederherstellen der Befahrbarkeit SBBN - STM

danach Etablierung verschiedener Verkehre, das wiederum gerne anfangs auf Teilstücken und mit unterschiedlichen Zielsetzungen (Touristikbahn, Museumsbahn, Nationalparkbahn, Güterverkehr ... usw.).

Soweit meine Vorstellungen von der Zukunft der Hunsrückquerbahn.
Ich hoffe, mit diesen Zielen stehe ich nicht allein.
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Pablo
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Pablo »

Horst Heinrich hat geschrieben: Ich hoffe, mit diesen Zielen stehe ich nicht allein.
Natürlich nicht. Deshalb habe ich ja die Gesamtstrecke in die Petition hineingepackt.

Nils
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Nils »

@ Horst,

ich ignoriere einfach mal deine ersten Zeilen, ich hatte da schon mal was zu geschrieben. Ist mir zu blöd, da nochmal weiter zu machen, schließlich haben wir schon 17 Seiten. Da muss man ja nicht alles wiederhohlen. Ansonsten gebe ich dir völlig Recht.

Zum Diskutieren allerdings scheinen mir unsere Vereinstreffen und Arbeitseinsätze wesentlich ergiebiger als die 17 Seiten hier. Vor allem, weil man dort Visionen diskutiert und gleichzeitig versucht, aus diesen einen Extrakt zu siehen, der sich im Jetzt und Hier schon umsetzen lässt. So arbeiten wir darauf hin, dass eine Vision die Chance hat, Realität zu werden.

@ Saarepi
Aber wir sollten uns schon richtig verstehen.
Die Inselbahn oder die Schaffung einer Museumsbahn kann nicht der erste Schritt sein!

Wir hatten eine Halbinselbahn Hermeskeil - Türkismühle und eine Inselbahn Büchenbeuren - Morbach.
Da sind unsere Ansätze wohl verschieden, warscheinlich auch bedingt durch die Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben. Wir sehen Die Inselbahn oder die Schaffung einer Museumsbahn als ersten Schritt.

Die Probleme der Halbinselbahn Hermeskeil - Türkismühle und der Inselbahn Büchenbeuren - Morbach waren nicht die Inselverhältnisse. Das ganze Konstrukt um die Hochwaldbahn hatte strukturelle Probleme, die zu der jetzigen Lage geführt haben.
Diesem Schritt voran gehend muß geklärt werden, wer zahlt und wie viel. Und man muss den anliegenden Gemeinden die Furcht nehmen, dass sie auf nicht vorhersehbaren Kosten sitzen bleiben. Da müssen alle an einen Tisch, Land - Landkreise - Kommunen und auch der Nationalpark.
Daran arbeiten wir gerade.
Außerdem sollte man den Städten und Gemeinden außerhalb der Kernzone signalisieren, das auch sie von der Bahn profitieren und von Tourismus Zügen angefahren werden (können).
Also Kirchberg, Rheinböllen und Stromberg mit ins Boot nehmen.
Genau deshalb wollen wir ja zunächt das Teilstück. Dann kann man es diesen Gemeinden gaaanz anschaulich erklähren, dass der Zug auch vor ihre Haustür fahren könnte. Vorher wird das niemand glauben.
Eigentlich sollte es heißen: Wir setzen uns für den Erhalt der Gesamtstrecke Türkismühle - Langenlonsheim ein und streben auf einem Teilstück einen Museumseisenbahnbetrieb an!
Das ist richtig und nun auch korrigiert. Wir haben gerade den "Über uns"-Text auf unserer Internetseite aktualisiert. Der stammte noch aus der Anfangszeit des Vereins, mittlerweile ist ja einiges konkreter geworden unt auf unserer HP unter den News auch schon genauer formuliert.

Es gibt also unterschiedliche Ansätze, wie man der Hunsrückbahn helfen kann. Das muss ja nicht verkehrt sein. Ich denke sogar es ist gut, dass es nicht nur unseren Ansatz gibt. Wichtig ist, dass diese Ansätze weiter den Weg aus dem Forum finden. Hier verlängern sie nur die Diskussion und bringen wenig.
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Nils
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Nils »

18 Mio € für Eisenbahninfrastrukturen außerhalb des RLP-Taktes

Um mal konstruktiv weiterzumachen, hier steht es schwarz auf weiß: Das Land stellt 18 Mio € für "Zuwendungen für Infrastrukturinvestitionen zur Reaktivie-
rung von Bahnstrecken außerhalb des Rheinland-Pfalz-Taetes 2015" zur Verfügung:

Landeshaushalt 2014/2015, Kapitel 03 21, Titel 891 51 (PDF, siehe Seite 343 ganz unten)

Passend dazu auch die Drucksache 3117 aus der 16. Wahlperiode, die die nackten Zahlen aus dem Haushaltstext etwas verständlicher macht und die Landesregierung auffordert, Schritte zur unterstützung bestimmter Projekte einzuleiten.

Als Eisenbahnforum sollten wir diese Sache mal beobachten. Wird das Geld für diesen Zweck eingesetzt? Welche Projekte werden gefördert? Ist irgendwo bereits Geld geflossen?
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Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitrag von Bernd Heinrichsmeyer »

Nils hat geschrieben:Die Probleme der Halbinselbahn Hermeskeil - Türkismühle und der Inselbahn Büchenbeuren - Morbach waren nicht die Inselverhältnisse. Das ganze Konstrukt um die Hochwaldbahn hatte strukturelle Probleme, die zu der jetzigen Lage geführt haben.
Hallo Nils, ich erwarte ja keine Anerkennung von Dir, aber das ist wohl einfach nur billige und unpassende Polemik unterster Schublade. Es passt vielleicht nicht ins "Feindbild", aber es ist effektiv so, dass Du und Deine Truppe heute gar nicht am Start währet, hätte nicht die Hochwaldbahn und damit namentlich ich seit 1999 den Erhalt der Infrastruktur betrieben. Wäre das nicht gewesen, dann wäre 2003 STM - Hermeskeil stillgelegt und abgebaut worden und 2008 SBBN - Morbach. Morbach - Hermeskeil wäre schon seit 2006 (Ende des ISV) weg, wenn zu diesem Zeitpunkt nicht schon Verhandlungen gelaufen wären. Ihr seid doch erst später hinzugekommen, als die unternehmerische gewagten Grundsatzentscheidungen längst gefällt waren. Ohne die Hochwaldbahn gäbe es also heute gar keine Schienen mehr im Hunsrück, über die man sich hier austauschen und diskutieren könnte.

Die "strukturellen Probleme der Hochwaldbahn Gruppe" kamen ganz wesentlich aus dem Erhalt der Strecken (also aus den damit verbundenen Kosten) und nicht umgekehrt. Bis dato wird immer noch ein Streckenteil ganz ohne Hochwaldbahn betrieben, das sei auch mal angemerkt. Die jetzige Entscheidung zur Stilllegung ist zur Hauptsache den Betriebs- und Investitionskosten geschuldet. Die anfallenden Entgelte lassen sich auch mit Förderung durch den ZV SPN Nord nicht erwirtschaften - man kann die Strecken also privatwirtschaftlich nicht betreiben.
2008 wurde der Ankauf der Strecke Hermeskeil - Morbach - SBBN avisiert. Wir sollten die "Brücke über die Zeit" bis zum Ankauf bilden. Was ist draus geworden? Wir schreiben 2014 - nix ist passiert. Es war mir zumindest immer vollkommen klar, dass das Projekt nur als ein sogenanntes PPP (public private partnership) laufen kann. Also öffentliches und privates Engagement Hand und Hand. Die öffentliche Hand hat uns aber am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Der dann auf der Strecke erhoffte und geplante Betrieb, unterstützt durch den ZV SPNV Nord, sollte den Abschnitt STM - Hermeskeil subventionieren, denn das Saarland wird keinen Ausflugsverkehr finanziell unterstützen. Wenn die wichtigsten Eckpfeiler fehlen, dann bricht ein solches Projekt zusammen. Hinzu kommt die negative Grundhaltung in der zuständigen Behörde.

Das sind die Gründe für die aktuelle Situation - wie von Horst angeregt: Man sollte hier ehrlich bleiben. Eine Insellösung ist im Übrigen besser als nichts - haben wir ja auch von 2009 - 2013 gezeigt. Wenngleich ich die durchgehende Bahnverbindung über den Hunsrück weiterhin verfechte und auch ökonomisch langfristig für sinnvoll erachte, so sehe ich doch auch die Realitäten. Man sollte den Erhalt als nicht in Betrieb befindliche durchgehende Bahnstrecke fordern - also kein blinder Abrisswahn. Dann kann man über Teilstreckenkonzepte die Strecke vielleicht wieder beleben.
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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