Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Strecke Emmelshausen - Boppard und das Hunsrückbahnmuseum.
Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Mi 31. Dez 2014, 17:22

Nils hat geschrieben:Solch ein Konzept wäre auch das Richtige für einen ÖPNV auf der Hunsrückbahn. Würde man zusammen mit der RSE oder einem vergleichbahren erfahrenen, privaten EIU ein Konzept für die Hunsrückbahn erstellen, bin ich überzeugt, dass die Kosten im Vergleich zu den jetzigen Planungen ebenfalls um 90% oder mehr gesenkt werden könnten.

Das ist völlig richtig. Leider ist eben genau dies politisch in Rh-P nicht erwünscht. Ich nehme an, man will die Strecke lieber weiter beim Bund sehen. Wenn es eine landeskonzessionierte Bahnstrecke ist, dann muss das Land alle Kosten tragen. Also eine tragische Situation: Die mögliche Rettung der Strecke scheitert an der Haushaltspolitik von Bund und Ländern (denn letztlich kommt das Geld ja eh aus dem Steuersäckel - und wer füllt den? Wir braven arbeitenden Bürger ...).

Nach meinen neuesten Informationen in der Sache weiß keine Partei, wie sie aus der Nummer raus kommt. Zumal es im Koalitionsvertrag steht. Da man nicht das Gesäß in der Hose hat, öffentlich Farbe zu bekennen, hält man die Sache hin und verplempert Steuergeld mit weiterer Planfeststellung usw.. Nach der Landtagswahl ist das Thema durch. Dann gibt es vmtl. eine schwarz-rote oder schwarz-grüne Landesregierung und die ist dann an die Aussagen der jetzigen Regierung nicht mehr gebunden.
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Horst Heinrich
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 31. Dez 2014, 19:00

Man darf bei all den Gedankenspielen nicht vergessen, daß es außer unter etwa 50 Eisenbahnfreunden, die meisten in diesem Forum akkreditiert, keine Befürworter dieser Bahnstrecke gibt, am wenigsten Begeisterung weckt man bei denen, denen sie zugute käme, der Bevölkerung.
Das ist meine Erfahrung nach vielen Jahren, die ich jetzt in Sachen Forst in den Gemeinden zwischen Saar, Mosel, Nahe und Rhein unterwegs bin und wann immer es möglich war, eruiert habe, wie "die Aktien" in Sachen Bahn stehen.
"Spinner" war noch ein harmloses Etikett, ich habe auch schon erlebt, daß man mir meinen fachlichen Sachverstand abzusprechen geneigt war, nach dem Motto: "Wer solchen Phantastereien nachhängt, kann ja auch sonst nicht viel im Kopf haben".
Ich habe es ja an dieser Stelle schon einmal erwähnt:
Wer mit dem Forst- und Jagdwesen zu tun hat, dem öffnen sich in Hunsrück und Hochwald schnell die Türen, man hat nicht automatisch ein besseres Verhältnis zu den Ureinwohnern und Mandatsträgern, aber es gestaltet sich einfacher.

Ich glaube daher, beurteilen zu können, daß eine Reaktivierung vor allem an der Bevölkerung scheitern würde.
Insofern war der Erfolg von 2010 (Konsens in den Gemeinden zum Streckenkauf) ein unerwarteter Glückstreffer auf sehr sehr dünnem Eis, ich habe es damals selbst kaum glauben können.
Das ganze war aber auch charismatischen "Machern" vom Format eines Gregor Eibes geschuldet, er hat hier hinter und vor den Kulissen sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet.
Inzwischen hat es aber eine weitere Kommunalwahl gegeben, allerorten sind Mandatsträger nachgerückt, die sehr pragmatisch denken und weniger eine seit Jahren stillgelegte Bahnstrecke auf dem "Schirm" haben, als z.B. die Frage, wie die kommunaleigene Infrastruktur über die nächsten Jahre gerettet werden kann.

Auch hier sind mir Einblicke beschert, die nicht jeder hat.
So boten gerade die Erlöse aus dem (Nadel-)Holzverkauf den Gemeinden aus Hunsrück und Hochwald erhebliche Sondereinnahmen, mit denen viele Wünsche realisierbar waren, die man ansonsten hätte zu den Akten legen müssen:
Dorfgemeinschaftshäuser, Kindergärten, Leichenhallen, Dorfstraßenausbau etc.
Die hier geschaffenen Werte erweisen sich nun als Last.
Die Wälder werfen die Erträge früherer Jahre längst nicht mehr ab, da der Waldumbau in vollem Gange ist, die Unterhaltungskosten des Gemeindeeigentums indes steigen.
Überall das gleiche Bild, ob in Geisfeld, Hochscheid oder Büchenbeuren.
Man kann sich ausrechnen, auf welche Resonanz hier eine Streckenreaktivierung stoßen würde, wenn es gleichzeitig in den Kindergarten reinregnet oder der örtliche Musikverein keinen Zuschuß zum Instrumentenerwerb bekommen könnte.

Ich sehe daher, wenn Bund und/oder Land sich hier nicht engagieren (wollen), keinen, unter dessen Regie eine Reaktivierung in Angriff genommen werden könnte.
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Pablo » Do 1. Jan 2015, 10:52

saarepi hat geschrieben:
Man darf bei all den Gedankenspielen nicht vergessen, daß es außer unter etwa 50 Eisenbahnfreunden, die meisten in diesem Forum akkreditiert, keine Befürworter dieser Bahnstrecke gibt,


Das stimmt nicht so ganz.


Da stimme ich Erhard zu.
Die Facebook-Seite Pro Hochwald- & Hunsrückbahn hat derzeit 568 Fans, da sind nicht nur Eisenbahnfreunde dabei!
Auch Otto-Normalbürger, der sich was vom Nationalpark erhofft oder Gastronomen, die noch nicht mal ihr Lokal direkt an der Strecke haben sind dabei. Querbeet durch alle Schichten! Daher sehe ich uns auch nicht als Spinner, die etwas Eisenbahn spielen wollen! Es geht hier um einen (nicht unerheblichen) Teil der Bevölkerung.
Ich denke, wenn wir heute diese Petition einreichen würden, würden wir ohne Probleme über 1500 Mitzeichner kommen. Es würde an der Situation nichts ändern, jedoch aufzeigen dass es mehr Befürworter gibt als gedacht.

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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Rolf » Di 13. Jan 2015, 09:30

Meldung vom 13.1.2015: Neues zum Thema Hahn (relevant für die seit Jahren diskutierte Reaktivierung Langelonsheim-Hahn):

MRO-Spezialist sucht weitere Mitarbeiter

Das Flugzeug-Wartungsunternehmen Haitec will im nächsten Jahr einen neuen Hangar am Flughafen Hahn in Betrieb nehmen. Darum ist die Firma auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, die jetzt gewonnen werden sollen.

Gute Jobaussichten haben qualifizierte Fachkräfte in diesem Jahr beim MRO-Spezialisten Haitec. "Die größte Herausforderung in 2015 wird die Rekrutierung von Mitarbeitern sein", prognostizierte jetzt Frank Rott, der Ende Dezember den bisherigen Geschäftsführer, Michael Bock, abgelöst hatte. Allein am Flughafen Hahn benötigt Haitec über 100 Fachkräfte.

Grund dafür ist vor allem der neu geplante Hangar. Derzeit gehen die Vorarbeiten voran. "Wir gehen davon aus, planmäßig mit dem Bau der neuen Halle im April beginnen zu können", so Rott. Die internen Planungen seien fast beendet. "Wir hoffen, dass der neue Hangar, der mit über 12.000 Quadratmeter Grundfläche auch Platz für einen Airbus A 380 bietet, im Frühsommer 2016 in Betrieb gehen kann." Insgesamt will der Flugzeug-Wartungsspezialist rund 30 Millionen Euro investieren und neue Jobs schaffen.

Um die neuen Mitarbeiter in vielen Bereichen selbst aus- und weiterbilden zu können, will Haitec den Angaben zufolge eine interne Schulungsorganisation gemäß EASA Part-147 gründen. Bereits in diesem Frühjahr soll mit der Rekrutierung neuer Mitarbeiter für den Standort Hahn begonnen werden.


Hier der ganze Artikel:
http://www.airliners.de/mro-spezialist-mitarbeiter/34609

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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Di 13. Jan 2015, 09:40

Für den Hahn ist das m.M. eine recht gute Nachricht. Wenn man sich als Werftstandort positionieren und ausbauen kann, stärkt das zum einen die Bedeutung als Flughafen, es erschwert es jedoch auch der Politik, dem Hahn das Licht auszudrehen. Denn dann würden die Arbeitsplätze entfallen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass mal sich vor der erneuten Investition am Hahn seitens Haitec eine Standortgarantie hat geben lassen. Schöne Sache, zumal dadurch auch das Flugfeld bunter wird.
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Horst Heinrich » Di 13. Jan 2015, 10:06

Rolf hat geschrieben:Meldung vom 13.1.2015: Neues zum Thema Hahn (relevant für die seit Jahren diskutierte Reaktivierung Langelonsheim-Hahn)

Wenn es wirklich so kommt, wie anvisiert, ist es nur leider so, daß diese Mitarbeiter eher nicht mit dem Zug anreisen, sondern höchstwahrscheinlich mit dem Pkw.
Der Hatiec-Hangar ist eine halbe Stunde Fußmarsch vom geplanten Bahnhof entfernt.

Bund und DB haben sich seinerzeit zu der Reaktivierungsentscheidung durchgerungen, weil 10 Millionen Fluggäste jährlich angepeilt waren, nicht weil man dem Hunsrück eine gute schienenseitige ÖPNV-Anbindung bescheren wollte.
Inzwischen denkt man bei den gegenwärtigen Passagierzahlen, die -wenn überhaupt- nur unbedeutend steigerungsfähig sind und eher sinken, auch hinsichtlich der Reaktivierungsentscheidung anders.
Daß jetzt noch das Planfeststellungsverfahren weiter läuft, ist kein Indiz dafür, daß die Streckenreaktivierung weiter auf der Agenda steht.
Das Verfahren wurde begonnen und es wird zuende geführt.
Unabhängig davon, ob die Strecke reaktiviert wird.

Übrigens so ganz nebenbei:
Haitec will 100 neue Arbeitsplätze schaffen.
20 km vom Flughafen entfernt stehen durch den geplanten Nationalpark 400 Arbeitsplätze in der Holzindustrie auf der Kippe.
Die Sägewerke entlang der Strecke waren auch immer gute Bahnkunden, zumindest Fruytier in Hochscheid würde sich auch weiterhin gerne per Bahn beliefern lassen.
Die Firma Haitec hingegen hat für die Bahnstrecke keine Bedeutung.
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Di 13. Jan 2015, 14:48

Sicherlich ist die Investition von Haitec am Hahn für die Frage der Bahnanbindung ohne Relevanz. Auch besteht kein Zusammenhang mit etwaig oder etwaig nicht entfallenden Arbeitsplätzen in der Holzindustrie.

Horst Heinrich hat geschrieben:.... zumindest Fruytier in Hochscheid würde sich auch weiterhin gerne per Bahn beliefern lassen.

Dem muss ich widersprechen. Trotz massiver Bemühungen und Preisangeboten, die auf dem Abschnitt Langenlonsheim - Büchenbeuren 50 km/h zugrunde gelegt hatten, kam es noch nicht einmal zu einem einzigen Zug. Die Kosten sind einfach zu hoch. Man muss mit großen, starken (also teuren) Loks kalkulieren. Interessant ist nur der Ganzzug. Der ist logistisch auf dem, was die DB an Gleisanlagen übriggelassen hat, schwer zu produzieren - sprich es wird unweigerlich teurer. Also die Sache mit den SGV ist durchaus kritisch zu hinterfragen. Das, was wir früher über Hermeskeil abgefahren haben, machen wir nun über Ehrang. Der Kunde ist zufriedener als zuvor, weil er durchgehend elektrisch fahren kann.
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Horst Heinrich » Di 13. Jan 2015, 16:11

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben: Also die Sache mit den SGV ist durchaus kritisch zu hinterfragen.


Natürlich meinte ich, daß man optimiertere Verhältnisse voraussetzen muß, d.h. mindestens eine notdürftig instand gesetzte
Strecke, auf der man einen Kunden langfristig zuverlässig bedienen kann.
SGV auf der Querbahn ist natürlich zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Utopie.

Aus der heutigen Ryanair-Pressekonferenz wäre ergänzend zu berichten, daß das Unternehmen Wachstum nur noch auf großen Flughäfen erwartet und dementsprechend auch dort ansetzen will, z.B. um Air Berlin zu überholen.

Für den Hahn bleiben im künftigen Sommerflugplan 160 Flüge, das sind rund 7 pro Woche.

Jeder kann sich ausrechnen, daß das keine Argumente für eine Streckenreaktivierung sind.
Diese könnten aber -wie hier schon oft dargestellt- sein
- eine bessere Bahnanbindung des gesamten Hunsrückes, z.B. ans Rhein-Main-Gebiet,
- eine ökologisch stimmige Erschließung des Nationalparkes,
- das Vorhalten der Strecke für Güterverkehr, hier insbesondere (s.o.) zugunsten der Holzindustrie.

Der Flughafen als Motor einer Hunsrückbahnreaktivierung - das ist für mich erst recht nach der heutigen Pressekonferenz passé.
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Rolf » Di 13. Jan 2015, 19:24

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:Für den Hahn ist das m.M. eine recht gute Nachricht. Wenn man sich als Werftstandort positionieren und ausbauen kann, stärkt das zum einen die Bedeutung als Flughafen, es erschwert es jedoch auch der Politik, dem Hahn das Licht auszudrehen. Denn dann würden die Arbeitsplätze entfallen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass mal sich vor der erneuten Investition am Hahn seitens Haitec eine Standortgarantie hat geben lassen. Schöne Sache, zumal dadurch auch das Flugfeld bunter wird.
Ganz meiner Meinung. Die Bahn wird zwar vielleicht nicht unmittelbar profitieren, wenn es am Hahn besser läuft, aber mittelbar mit Sicherheit. Wenn es mehr Jobs am Hahn gibt, ist das gut für die Region, denn dann gibt es auch mehr Menschen, die man damit in den Hunsrück locken und ansiedeln bzw. dort halten kann. Mehr Jobs, mehr Menschen in der Region, mehr Nachfrage, und somit auch mehr Nachfrage nach Transportleistungen. Wenn es dem Hahn gut geht, steigen auch die Chancen für die Bahn. Am wichtigsten für die Bahn wären natürlich neue Passagier-Verbindungen am Hahn. Derer zwei hat Michael O'Leary (MOL) heute immerhin angekündigt. Und er will auch am Hahn wieder expandieren (wenn er denn endlich wieder genügend Flugzeuge hat). So hieß es heute auf der PK am Hahn:

...Wachsen möchte Ryanair in Zukunft auch am Hunsrück-Airport - dank zusätzlicher, bestellter Maschinen...
Die Auslieferung der Maschinen aus der aktuellen Großbestellung hat erst vor wenigen Wochen begonnen (m. W. ist gerade erst ein gutes Dutzend ausgeliefert). Es werden in den nächsten Jahren 280 neue Jets an Ryanair übergeben, womöglich sogar 380 (wegen einer Option auf weitere 100 Jets). Ich verstehe MOLs Aussage dahingehend, dass auch Hahn davon profitieren wird. Es spricht einiges dafür, dass es auch so kommt, obwohl es gerade im Fluggeschäft besonders viele Unwägbarkeiten gibt. Mit mehr Verkehr auf dem Hahn steigen auch die Chancen für eine Reaktivierung der Bahnstrecke. Der Hahn wird zwar nicht so wachsen wie vor Jahren noch erhofft, und er kann so sicher auch nicht der alleine antreibende Motor für eine Bahnreaktivierung sein, aber er wird sehr wohl ein Hilfsmotor dafür bleiben. Und je stärker der Hilfsmotor, desto besser für die Bahn.

Hier der Bericht zur heutigen PK am Hahn:
... Im Sommerflugplan 2015 werden 44 Ziele vom Hahn aus angesteuert, genauso viele wie im Vorjahr. Stationieren will Ryanair im Hunsrück in diesem Sommer sechs Maschinen.

Michael O'Leary, Chef des irischen Billigfliegers, betonte einmal mehr, klassischen Fluggesellschaften Geschäftsreisende abspenstig machen zu wollen. Das sei aber keine Gefahr für den Hahn, denn auch dort starteten zahlreiche solche Kunden, etwa aus den Regionen Mainz, Koblenz oder auch Luxemburg, sagte er am Dienstag bei einem Besuch am Flughafen Hahn. ...

Hier der ganze Text:
http://www.airliners.de/flughafen-hahn-fracht-passagiere/34619

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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Horst Heinrich » Di 13. Jan 2015, 20:45

Rolf hat geschrieben:[Die Bahn wird zwar vielleicht nicht unmittelbar profitieren, wenn es am Hahn besser läuft, aber mittelbar mit Sicherheit. Wenn es mehr Jobs am Hahn gibt, ist das gut für die Region, denn dann gibt es auch mehr Menschen, die man damit in den Hunsrück locken und ansiedeln bzw. dort halten kann. Mehr Jobs, mehr Menschen in der Region, mehr Nachfrage, und somit auch mehr Nachfrage nach Transportleistungen. Wenn es dem Hahn gut geht, steigen auch die Chancen für die Bahn.

Einen weitergehenden Kommentar zu diesem, in schönster Pressesprechermanier verfaßten Lobgesang auf "MOL" und seine nahezu uneigennützigen Bemühungen um das Hunsrücker Bruttoinlandprodukt sowie die Beschäftigungsstruktur verkneife ich mir jetzt.
Nur soviel:
Das alles hören wir Hunsrücker nun schon im 21.Jahr und ob wirklich mehr Menschen und Nachfrage hier landen, so daß sich die Bundesrepublik Deutschland zu einer 120-Millionen-Euro-Investition in eine heruntergewirtschaftete Bahnstrecke veranlaßt sieht, glaube ich erst, wenn sich ein moderner Umbauzug von Gleis 3 in Langenlonsheim in Richtung Hunsrück in Bewegung setzt.
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Mi 14. Jan 2015, 09:14

Horst Heinrich hat geschrieben: ... glaube ich erst, wenn sich ein moderner Umbauzug von Gleis 3 in Langenlonsheim in Richtung Hunsrück in Bewegung setzt.

Hmm, also Horst, dann kostet es 200 Mio. ;-). Ich hoffe doch, man macht es in konventioneller Bauweise, erst das alte Zeug weg, Planum herstellen, neuen Oberbau drauf ... .
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Re: Frage zur Hunsrück(quer)bahn 2018 ??

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 14. Jan 2015, 12:00

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:[Ich hoffe doch, man macht es in konventioneller Bauweise, erst das alte Zeug weg, Planum herstellen, neuen Oberbau drauf ... .

Erst das alte Zeug weg, Planum herstellen, Asphaltschicht drauf. Der neue Hans-Dunger-Fernradweg, benannt nach dem größten Hunsrücker Fahrradpionier seit dem Freiherrn von Drais.
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