Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Strecke Emmelshausen - Boppard und das Hunsrückbahnmuseum.
Westeifelbahner

Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon Westeifelbahner » Do 6. Feb 2014, 16:20

Ein gelungenes Update.
Der Hinweis auf die 20.000 Nutzer in den letzten beiden Jahren und Aussagen wie:
"Es bleibt zu hoffen, dass sich unsere gewählten Volksvertreter doch noch dazu entschließen, dass, was man uns seit 2008 versprochen hat – nämlich gemeinsam die Bahn im Hunsrück zu erhalten – in die Tat umzusetzen." (Quelle: http://saar-hunsrueck-express.com/saison-2013/) ist nichts mehr hinzuzufügen.
Gruß Westeifelbahner

jojo54
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Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon jojo54 » Mi 12. Feb 2014, 17:35

Hallo zusammen,

zum o. g. Thema ein Beitrag aus dem Trierischen Volksfreund, Teilausgabe Hunsrück, vom 12.02.2014.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 79,3786896

MfG
jojo54

Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Do 13. Feb 2014, 19:29

Ich bin ja schon richtig begeistert, wie gut das dieses Mal vom TV dargestellt wurde.

Aber: Ich möchte doch in aller Ehrlichkeit und Deutlichkeit sagen, wie enttäuscht ich von der Entwicklung bin. Man hat uns jahrelang hingehalten. Und man hat nichts von dem Zugesagten realisiert. Die größten Leistungen waren Bahnsteigbauhilfen. Noch nicht einmal die Haltepunkte wurden ausgeschildert. Man hat es auch nicht nötig, sich bezüglich aktuellen Planungen mit uns in Verbindung zu setzen. Alles sehr schade.
Auch das Echo auf meine Ankündigung, den SHE erst einmal einzustellen, ist sehr gering. Es gab immerhin eine kurze Email aus dem Rathaus Morbach dazu. Sonst nix.

Die Sache ist wirklich bitter. Fleiß und privates Geld wurden investiert und immerhin wurde 5 Jahre lang ordentlicher Betrieb abgewickelt. Aber die Leistung wird nicht gesehen und gewürdigt. Eine letzte Chance sehe ich nun noch im Erhalt eines Teilstücks und ggf. in Zusammenhang mit dem Nationalpark.

Ob man im Hunsrück jedoch wirklich eine Eisenbahn will??? Zweifel sind angebracht :? :? :? .
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Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon Westeifelbahner » Fr 14. Feb 2014, 17:39

"Geld ist genug da, am Geld scheitert`s nicht.", sagte Dr. Geyer vom ZSPNV Rlp Nord vor etwas mehr als einem Jahr (freilich in einem anderen Zusammenhang...). Fakt ist, dass der genannte Investitionsbedarf von 100.000 EUR nur 20% des Gesamtetats für SPNV-Freizeitverkehre im ZSPNV Nord ausmacht. Und da von zeitweise vier Verkehren derzeit nur noch Brohltal- und Kasbachtalbahn übrig geblieben sind, dürften auch mindestens 100.000 EUR im Etat 2014 noch zur Verfügung stehen. Bliebe das einzige Gegenargument, dass sich der ZSPNV nicht an Infrastrukturinvestitonen beteiligen darf und die Gelder zweckgebunden für Betriebskostenzuschüsse sind. Doch auch die Efq hätte nicht so viele Jahre SPNV-Freizeitverkehre erlebt, wenn der ZSPNV nicht um 2003 auch hier eine Ausnahme gemacht hätte und notwendige Infrastrukturmaßnahmen durch einen einmalig erhöhten Betriebskostenzuschuss unterstützt hätte. Eine solche Lösung wäre auch für Büchenbeuren - Morbach möglich. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon jojo54 » Fr 23. Mai 2014, 13:42

Hallo zusammen,

lt. Ausschreibung war am 05.05.2014 Bewerbungsende für das Teilstück Morbach - Büchenbeuren.

Gab / gibt es einen erfolgreichen Abschluss für eine Übernahme, oder ist weiter alles offen ?

Hat hierzu jemand Informationen ?

MfG
jojo54

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Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Fr 23. Mai 2014, 18:48

Hallo,

es gab keine Interessenbekundung durch ein anders EIU. Im Fall dieser Strecke gab es noch nicht einmal Anfragen, obwohl es via Internet ja einer breiten Gruppe bekannt war. Die Ausschreibung wurde ohne Ergebnis beendet. Somit liegen die Voraussetzungen gem. § 11, Abs.1 vor. Sehr, sehr, sehr schweren Herzens haben wir den "bösen" Antrag auf den Weg gebracht und warten nun auf Entscheidung der zuständigen Behörde.

Ein weiterer Schlusspunkt in der Geschichte der Hunsrückbahn war der Abtransport unseres letzten fahrbereiten Schienenfahrzeuges am letzten Mittwoch, den TVT 701 141, den wir zuletzt zur Streckenkontrolle noch vorgehalten haben. Damit schließt sich im traurigen Sinne ein Kreis: Im Herbst 2008 brachte Fa. Kübler (auch bekannt durch den Transport der Raumfähre Buran) den VT 55 als erstes Fahrzeug auf die Inselbahn Morbach - Büchenbeuren. Knapp 6 Jahre später macht der 701 141, der sehr treu der Strecke gedient hat, die Tür wieder zu. Wir sind um einen siebenstelligen Betrag und eine Firma ärmer, Spaß hat es oft gemacht - es hat am Ende nicht gereicht. Die finanziellen Folgen des Abenteuers werden uns noch auf Jahre begleiten. Was jetzt in die Strecke investiert werden müsste, kann man nicht mehr erwirtschaften. Traurig, traurig :( .
Dateianhänge
701 141.jpg
701 141 beim Abtransport am 21.05.2014 in Morbach
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Fr 23. Mai 2014, 18:55

Westeifelbahner hat geschrieben:"Geld ist genug da, am Geld scheitert`s nicht.", sagte Dr. Geyer vom ZSPNV Rlp Nord vor etwas mehr als einem Jahr (freilich in einem anderen Zusammenhang...). Fakt ist, dass der genannte Investitionsbedarf von 100.000 EUR nur 20% des Gesamtetats für SPNV-Freizeitverkehre im ZSPNV Nord ausmacht. Und da von zeitweise vier Verkehren derzeit nur noch Brohltal- und Kasbachtalbahn übrig geblieben sind, dürften auch mindestens 100.000 EUR im Etat 2014 noch zur Verfügung stehen. Bliebe das einzige Gegenargument, dass sich der ZSPNV nicht an Infrastrukturinvestitonen beteiligen darf und die Gelder zweckgebunden für Betriebskostenzuschüsse sind. Doch auch die Efq hätte nicht so viele Jahre SPNV-Freizeitverkehre erlebt, wenn der ZSPNV nicht um 2003 auch hier eine Ausnahme gemacht hätte und notwendige Infrastrukturmaßnahmen durch einen einmalig erhöhten Betriebskostenzuschuss unterstützt hätte. Eine solche Lösung wäre auch für Büchenbeuren - Morbach möglich. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Das möchte ich nachträglich noch kommentieren: Die Aussage ist richtig, aber der ZV SPNV Nord, mit dem wir ganz ehrlich sehr gut gearbeitet haben, wollte / konnte nur um ca. 15.000 EUR nachbessern. Außerdem konnte man uns keine langfristige Zusage geben (min. 10 Jahre wären nötig gewesen, um die Investitionen abzuschreiben). Es gab wirklich ein faires und aufrichtiges Ringen darum, die Strecke via der Regionalisierungsmittel zu retten. Man muss aber auch die Betriebskosten der Ausflugsfahrten abdecken. Selbst wenn Fahrzeuge und Personal nix kosten, muss wenigstens Diesel und Wartung reinkommen. Das war aus den Fahrgelderlösen nie der Fall. Der Zuschuss des ZV hätte also nicht 1:1 in die Strecke fließen können.

Wie auch immer: Wenn die Strecke einmal per Zuschuss richtig gemacht würde, dann könnte man aufgrund der guten Grundsubstanz min. 10 Jahre ohne große Kosten fahren und dann würden die Mittel des ZV ausreichen. So, alleine gelassen mit all den Kosten, geht es nicht. Jeder Versuch dieser Art ist ein kaufmännischer Suizid.
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Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon Westeifelbahner » Fr 23. Mai 2014, 19:18

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben: Die Aussage ist richtig, aber der ZV SPNV Nord, mit dem wir ganz ehrlich sehr gut gearbeitet haben, wollte / konnte nur um ca. 15.000 EUR nachbessern.

Mein Gedanke ging in das Jahr 2003 zurück, als die Efq in die auch erst dritte Saison des SPNV-Freizeitverkehres gehen sollten und ebenfalls eine finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand notwendig wurde. Der ZSPNV Rlp Nord entschied seinerzeit auf der 18. Verbandsversammlung am 20.05.2003 ein erhöhtes Trassenentgeld für den SPNV-Freizeitverkehr auf der Eifelquerbahn in Höhe von 130.000,- EUR zu zahlen (vgl. öffentliches Sitzungsprotokoll). Die bislang genannten Zahlen für Morbach - Büchenbeuren klangen danach, dass eine Lösung in dieser Richtung auch den Fortbestand dieser Strecke gewährleisten könne. Natürlich ist aber klar, dass am Stilllegungsantrag kein Weg vorbei führt, wenn die notwendigen Investitionskosten nicht oder nicht zumindest weitgehend durch öffentliche Fördermittel gedeckt werden können.
Trotzdem auch noch einmal hier danke für die schöne Zeit. Natürlich habe ich es rückblickend - trotz der halben Weltreise von fast der belgischen Grenze bis nach Morbach - viel zu selten genutzt, aber drei, vier schöne Ausflüge durch den Hunsrück verdanke ich eurem Engagement. Ich sie immer in schöner Erinnerung behalten.
Gruß Westeifelbahner

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Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Fr 23. Mai 2014, 19:41

Westeifelbahner hat geschrieben:Trotzdem auch noch einmal hier danke für die schöne Zeit. Natürlich habe ich es rückblickend - trotz der halben Weltreise von fast der belgischen Grenze bis nach Morbach - viel zu selten genutzt, aber drei, vier schöne Ausflüge durch den Hunsrück verdanke ich eurem Engagement. Ich sie immer in schöner Erinnerung behalten.
Gruß Westeifelbahner

Herzlichen Dank für die Anerkennung. Ich hoffe, in der Westeifel läuft es jetzt besser.
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Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon Horst Heinrich » Sa 24. Mai 2014, 13:39

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben: Selbst wenn Fahrzeuge und Personal nix kosten, muss wenigstens Diesel und Wartung reinkommen. Das war aus den Fahrgelderlösen nie der Fall.

Auch da habe ich mit meinen Aussagen von 2008 recht behalten, ein schmerzlicher "Triumph".
Trotzdem schätze und achte ich das Engagement von Bernd und der HWB als Unternehmer bis heute, denn es ist eigentlich das Wesen einer Marktwirtschaft, daß man auch mal etwas riskiert.
Aufgabe einer "sozialen" Marktwirtschaft im Sinne ihrer Gründerväter Erhard und Müller-Armack wäre es dann aber gewesen, dieses privatwirtschaftliche Engagement mit öffentlichen Mitteln bestmöglich zu flankieren, zumindest aber, diesem Engagement nicht noch böswillige Schikanen in den Weg zu stellen, so daß die mühsam erwirtschafteten oder finanzierten Mittel verpuffen.
Das ganze Finanzierungs- und Betriebsmodell auf der Basis der 2009/2010er Jahre war gewagt und teilweise auch Neuland, auch ich hab es mir seinerzeit unter Aufbietung meines bescheidenen nationalökonomischen Sachverstandes mehr als einmal durch den Kopf gehen lassen. Aber es wäre machbar gewesen. Die Kommunen wären für ein Taschengeld Eigentümer der Infrastruktur geworden, man hätte nach und nach für das Bestreiten der Betriebs- und Instandhaltungskosten neben den Fahrgeldeinnahmen Zuschüsse akquirieren und neue Güterverkehrskunden erschließen können, z.B. Fruytier.
Reich wäre damit keiner geworden, aber die Strecke hätte sich zwischen Türkismühle und Büchenbeuren getragen, vielleicht hätte man auch die eine oder andere Sonderfahrt bewerkstelligen können, etwa zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades, regional wie überregional.
Verhindert haben dieses marktwirtschaftlich seriöse Projekt Menschen in Mainz, die nie ihr Einkommen als Saldo aus Aufwand und Ertrag bestreiten mußten, sondern denen seit Jahren und Jahrzehnten ihre Gehälter monatlich verbindlich überwiesen werden, ob sie denn nun erfolglos oder erfolgreich arbeiten.
Daher fehlt der Politik dieser Menschen etwas ganz entscheidendes:
Der marktwirtschaftliche Gedanke, das Gespür für ein lohnendes Investment, die Wertschätzung privatwirtschaftlicher Initiative, vor allem die Kenntnis vom hohen Wert ehrenamtlicher Tätigkeit, erst recht, wenn sie tatkräftig ist und damit auch in Euro quantifizierbar. Die Mainzer Politik ist -und das seit 10 Jahren und dank ihrer Hauptdarsteller- ein billiger planwirtschaftlicher Abklatsch, auch wenn die derzeitige Wirtschaftsministerin über einen BWL-Abschluß verfügt, den sie freilich als gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau nebenher an einer Fernuniversität erwarb, parallel zu zahlreichen politischen Engagements. Was das für ihre berufliche Qualifikation bedeutet, mag sich jeder ausrechnen.
Wenn wir schon beim Mainzer Kabinett sind.
Ein Infrastruktur-, Innen- und Sportminister, der nicht einmal über ein Abitur verfügt und direkt von einem schlecht bezahlten Ruheposten in der Bundeswehrverwaltung in die Staatskanzlei gewechselt ist, eine weitere Ministerin, gelernte Erzieherin, sichtbar überfordert mit dem Hochdeutschen, eine Umwelt- Forst- und Weinbauministerin, auch sie hat ihr gesamtes Berufsleben bei administrativen Einrichtungen, bei Kammern und Forschungseinrichtungen verbracht, die gerade für dieses Ressort so wichtige Praxiserfahrung fehlt ihr und somit auch das Verständnis für die Sorgen und Nöte der jeweiligen Berufsstände.
Auch die "zweite Reihe" ist besetzt überwiegend mit Theoretikern und politischen Glaubensbrüdern und -schwestern, denen man aus alter Berufsdemonstrantenzeit noch irgendwo verpflichtet ist und deren Weggefährtenschaft nun durch einen lukrativen, steuerfinanzierten Job abgegolten wurde.
In den rheinland-pfälzischen Vorgängerregierungen fand man an dieser Stelle wenigstens ab und an mal einen Fachmann, dem man so schnell nichts vormachen konnte.
Die sitzen dann jetzt in der dritten Reihe und machen dort -auf Lebenszeit verbeamtet und im Wissen um die Inkompetenz der politischen Exekutive- gerade was sie wollen.
Die Eisenbahnabteilung im rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium ist ein beredtes Beispiel.
Hier arbeitet man beharrlich nicht nur gegen die politischen Direktiven seiner Vorgesetzten, sondern gar noch gegen vollstreckbare Urteile der Obergerichte und so ganz nebenbei ruiniert man beinahe noch ein paar Eisenbahnunternehmen, zumindest aber jedes ehrenamtliche Engagement von motivierten Leuten.
Ein Verkehrsminister vom Format Holkenbrink, Brüderle oder Bauckhage, erst recht ein Ministerpräsident wie Kohl oder Vogel hätte solche Leute schon nach dem ersten verlorenen Prozeß entweder in eine unbedeutende Position abgeschoben oder gleich vorzeitig in den Ruhestand geschickt.
Doch solche "Macher" bringt die rheinland-pfälzische Politik nicht mehr hervor, alles ist -da hat Bernd recht- weichgespült, konsensorientiert, das ist Politik im Schonwaschgang, es fehlen die kantigen Profile, die klaren Visionen und nicht zuletzt die weitsichtigen Initiativen zum Erhalt bewährter Strukturen.
Mit diesen politischen Voraussetzungen kann ein Erhalt der Strecke nicht gelingen.
Das ist nicht nur für den Eisenbahnenthusiasten traurig.
Hier geschieht ein ganz großes Verbrechen am Infrastrukturerbe unserer Kinder und Kindeskinder.
Aber so etwas ist ja unwichtig, wie vieles andere, Hauptsache bereits die Zweijährigen haben einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz in einer staatlich gelenkten Kollektiv-Erziehungsanstalt.
Da wird man ihnen schon sagen, was sie zu denken haben, damit sie später keine blöden Fragen stellen, zum Beispiel nach dem Schuldigen für immer mehr weiße Flecken auf der Eisenbahnlandkarte.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Saison 2014 Büchenb.- Morbach vsl keine Fahrten

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Sa 24. Mai 2014, 20:44

Hallo Horst,

es passt halt ins Bild unserer Zeit. Die "Generation unten" mit Smartphone muckt noch nicht einmal auf, wenn Bundesmutti mit dem neuen Rentengesetz sie auf Jahrzehnte höher belastet. Wie will man dann in der Politik erwarten. Wo führt uns das alles hin?

Die Abteilung in Mainz ist ein Beispiel für diese neue Lenor-Haltung. Hinzu kommt noch: Bloß nix falsch machen, bloß nix riskieren, bloß keine persönliche Verantwortung übernehmen. In Mainz gab und gibt es eine echte Fachkraft im Ministerium. Von 1995 bis ca. 2005 war ich von ihm begeistert. Er war Pro-NE-Bahn eingestellt, widersprach Weisungen des EBA und zeigte Kante. Der gleiche charismatische Mann forderte mich 2011 auf, mich doch auf meine Couch zu setzen und die blöde Eisenbahn sein zu lassen. Bereits 2009 versteckte er sich hinter Regelwerken, obwohl er der Hunsrückbahn hätte je nach Auslegung (Ermessensspielraum) voran helfen können. Die Politik hat diese echte Fachkraft gebrochen. Heute sitzt er vmtl. seine Stunden ab und wartet auf die Pensionierung.
Im Saarland sind die noch besser: Die Fachkraft ging in Ruhestand. Die Stelle wurde nicht neu besetzt. De facto gibt es keine Eisenbahnabteilung mehr.

Wo soll das alles hinführen? Eines sagt mir mein Bauch aber recht gewiss. Die Hunsrückbahn hat politisch keine Chance mehr. Man hat uns am ausgesteckten Arm verhungern lassen. Neue Initiativen, die ja vor Ort agieren, nimmt man nicht wirklich ernst. Man bedenke: Kein Politiker hat sich auf die angekündigte Stilllegung gerührt. Was sagt das wohl aus?
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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