Nationalpark & Bahn

Strecke Emmelshausen - Boppard und das Hunsrückbahnmuseum.
Horst Heinrich
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Di 16. Sep 2014, 17:27

Westeifelbahner hat geschrieben: Der Nationalpark sollte zum Erfolg werden, alle nur erdenklichen Hoffnungen der Touristik wurden daran geknüpft, Besuchermassen erwartet - und natürlich wollte man sich beim Nationalpark-ÖPNV bzw. SPNV dann auch nicht lumpen lassen... Nach der Eröffnung wehte der Wind schnell in eine andere Richtung und die Förderung des Sonn- und Feiertagsverkehrs auf der Oleftalbahn wurde eingestellt.


Das ist ja auch im Hunsrück nicht anders zu erwarten - der Nationalpark wird hier scheitern, denn er ist ja keiner sondern, wie schon im Verlauf dieses Threads erwähnt, ein umbenannter Holzacker ohne besondere ökologische Bedeutung.

Das ganze nimmt sich aus wie ein politisch motiviertes Disneyland und zu dem Bild würde natürlich -als umweltpolitisches Feigenblatt- auch eine Bahnerschließung passen, nicht mehr und nicht weniger.
Und das ist auch die Chance der Hunsrückbahn, sie muß, bildlich gesprochen, jetzt auf diesen Nationalpark-Hype aufspringen - das ist ihre beste Chance seit 40 Jahren.
Eine "gemachte" Existenzberechtigung gewissermaßen als Öko-Bahn durch dichte Wälder und über Täler und Höhen, ein Rasenteppich als Bahnsteig á lá Deuselbach hier, ein paar Eidechsen im Nebengleisschotter dort.
Stimmig eben für jeden Prospekt auf Umweltschutzpapier bzw. die multimedialen Lobgesänge der Nationalpark-Macher - aber Hauptsache es fahren zwischen Türkismühle und Büchenbeuren erst mal wieder Züge, auch wenn sich mir als Forstmann die Nackenhaare stellen.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Horst Heinrich
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 17. Sep 2014, 11:19

saarepi hat geschrieben:Herr schick mir eine Eingebung oder mag sonst Jemand solche Argumente zu deuten wissen.


Ich will's mal kurz erläutern.
Nach fast 40 Jahren in den Wäldern der Welt, davon zwei Jahrzehnten in Rheinland-Pfalz und nach inzwischen auch schon 17 Jahren Schuldienst in diesem Bundesland glaube ich beurteilen zu können, daß Forst- und Schulpolitik des Landes unter rot-grüner Verantwortung gescheitert sind.
Doch nicht nur sie.
Das Erfolgsmodell, das dreigliedrige Schulsystem, in dem jeder seinen Weg fand und auch neigungsgerecht über ein Dutzend Bildungszweige aufsteigen konnte, wurde zerschlagen.
Nun sitzen alle in der Gesamtschule in einer Klasse, die Intelligenten, Motivierten und Leistungsbereiten und die weniger Begabten, Lustlosen und Verweigerer.
Diesen sozial und leistungsmäßig brodelnden Hexenkessel täglich abzukühlen, damit er nicht permanent explodiert, kostet die Energie, die zur Wissensvermittlung gebraucht würde.
Da man also im Unterricht zurückbleibt, wird der Stoff als Hausaufgabe mitgegeben.
Die Folge: Die Guten kommen nicht voran und die Schlechten bleiben auch zurück, denn sie sind überfordert und demotiviert und alle haben inzwischen einen 10-Stunden-Arbeitstag.
Auf der Strecke bleibt nicht zuletzt so etwas wie eine recht unbeschwerte Kindheit und Jugend.
Nicht zuletzt verlieren die Abschlüsse an Wert.
Den "Realabschluß" bekommt heute sowieso jeder und jeder zweite nennt das "Fachabi" sein eigen - was immer das ist.
Ganz deutlich wird das ganze, wenn der 17-jährige Absolvent der Realschule Plus bei einem Ausbilder in die Lehre geht, der 1966 den Volksschulabschluß gemacht hat:
Der 17-jährige Fachabiturient hat nur noch die Hälfte des Wissens des 62-jährigen ex-Volksschülers.
Er weiß zwar nicht, daß drei Viertel mehr sind als drei Fünftel aber er hat schon mal von Friedemann Schulz von Thun's Kommunikationstheorien gehört.
Ich könnte hier noch hunderte von Beispielen für diese verkorkste links-alternative Schulpolitik aufzählen - es würde Rahmen und Ausgangsthematik sprengen.

Stichwort Forstpolitik und Nationalpark.
Die beiden letzten Forstreformen in Rheinland-Pfalz haben den Förster und die ihm einst zur Verfügung stehende Waldarbeiterrotte aus "ihrem" Wald herausgeholt.
Reviere werden nicht mehr vom Forsthaus inmitten des Waldes betreut, sondern aus dem Auto heraus.
Das Forsthaus wurde zur Aufhübschung des Landeshaushaltes an reiche Städter verkauft.
Statt Waldarbeitern, die ihr halbes Leben in ihrem Revier verbracht haben, fast jeden Baum, jede Besonderheit kannten, gibt es jetzt "teilautonome Gruppen", die auch forstamtübergreifend eingesetzt werden.
Sie nageln z.B. in einer angemieteten alten Raiffeisenhalle 40 km von zuhause entfernt Hochsitze zusammen, während in ihrem Stammrevier mecklenburg-vorpommerische Rückeunternehmer Holz einschlagen.
Aber das nur nebenbei.
Jetzt kreiert diese forstfachlich unbeleckte Landesregierung einen Nationalpark aber nicht etwa dort, wo schützens- und erhaltenswerte Bestände, über Jahrhunderte gereift in einer urwüchsigen Landschaft zu finden sind, sondern ausgerechnet dort, wo der preußische Fichtenholzacker des späten 19. und frühen 20.Jahrhunderts dominiert.
Konserviert wird also hier nicht etwa ein "Naturwald", sondern ein mit dem Ziel der Ertragsoptimierung geschaffener Wirtschaftswald, nur daß man ihn nicht ertragbringend bewirtschaftet, sondern große Teile der erntereifen Bestände sich selbst überläßt, also verrotten läßt.
Kein Wunder, daß sich da z.B. auch einige Eigentümer des Waldes, etwa die Kommunen aufregen, denn sie werden um Einnahmen gebracht, die sie brauchen.
Und da, wo der Widerstand zu qualifiziert und unbequem wird, nimmt man die entsprechende Kommune einfach aus dem
Nationalpark heraus, z.B. Morbach.
Der Gipfel der Inkompetenz ist dann aber, daß diese ökologisch angehauchte Landesregierung gerade bei der nachhaltigen Verkehrserschließung des Parks versagt:
Auf die, den Nationalpark gewissermaßen einrahmende Hunsrückquerbahn wird man erst durch Eisenbahnfreunde aufmerksam, selbst teure, aus den Alpen angekarrte Touristikgutachter erwähnen die Strecke nur am Rande.

Auf die anderen politischen Defizite und Schwächen dieser Landesregierung gehe ich nicht weiter ein, dann wären wir zu weit weg vom eigentlichen Thema, aber die wöchentlich erscheinenden Schlagzeilen und Horrormeldungen sprechen für sich.

Nur noch ein Wort zur Verkehrspolitik, insbesondere zur Eisenbahnpolitik.
Auffallend ist auch hier das Engagement der Landesregierung zugunsten der Stammwählerschaft in den prosperierenden Regionen des Landes Rhein-Main-Rheinhessen und Südpfalz.
Augenfällig ist hier für mich z.B. die Mainzelbahn.
Hier werden für ein Prestigeprojekt, das zusätzlich zum vorhandenen hervorragend aufgestellten Nahverkehr geschaffen wird, 84 Millionen Euro Steuermittel verpulvert, währenddessen mit einem Bruchteil dieses Geldes 150 km Bahnstrecke vor dem Untergang gerettet werden könnten.
Man wird aber eher dem 5-jährigen Sören aus einem Windkraft und Demeter bejahenden Mainzer Patchwork-Vororthaushalt alle Entwicklungsmöglichkeiten schaffen als dem 5-jährigen Thomas aus einem Eifeldorf, der zwischen Kirchgang, Hausschlachtung und dem Gemüsegarten der Oma in einem traditionellen Elternhaus aufwächst, um es überspitzt auszudrücken.

Zum Schluß noch etwas zu meiner politischen Heimat.
Aus meiner urliberalen Gesinnung habe ich nie einen Hehl gemacht, wobei mit urliberal nicht die FDP eines Philipp Rösler oder Guido Westerwelle gemeint ist, sondern eher das liberale Gedankengut der Jahre 1832 bis 1848 oder von Leuten wie Hugo Preuß, Theodor Heuss oder Walter Scheel.

Doch zurück zur Hunsrückquerbahn.
Jeder Versuch, sie zu retten und sie wiederzubeleben, und sei es "nur" als Nationalparkbahn, ist ein Versuch wert.
Auch wenn die Rahmenbedingungen oftmals kritikwürdig sind.
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schimi
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon schimi » Mi 17. Sep 2014, 12:59

Horst Heinrich hat geschrieben:
saarepi hat geschrieben:Herr schick mir eine Eingebung oder mag sonst Jemand solche Argumente zu deuten wissen.

Das Erfolgsmodell, das dreigliedrige Schulsystem, in dem jeder seinen Weg fand und auch neigungsgerecht über ein Dutzend Bildungszweige aufsteigen konnte, wurde zerschlagen.


Was war denn daran ein Erfolgsmodell??? Nach der Grundschule werden die Schüler in eine Schublade gesteckt. Das kann es doch bestimmt nicht sein! Ich gebe dir Zwar recht, das es heute auch nicht besser ist, vieleichgt sogar schlechter, aber das ist allgemein ein bundesweites Problem unserer desolaten Bildungspolitik. Übrigens ist die Bildungspolitik bisher nach meinen Beobachtungen bei keiner Regierung, egal welche Partei gerade dran ist, besser geworden.
Vieleicht sollte man mal das gesmate Schulsystem in unserem Land überdenken. Schließlich ist die Bildung in kaum einem Land der Erde so abhängig vom sozialen Stand der Eltern, wie in unserm Land, auch mit dreigliedrige Schulsystem.

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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Poppenspäler » Mi 17. Sep 2014, 13:01

@ HorstHeinrich: Es ist wirklich schön das es auch noch Leute gibt die sich mal trauen Wahrheiten auszusprechen und nicht nur Leute die über Schule reden können aber nichts darüber wissen. Schulpolitik müsste Sache der Lehrer und nicht dieser realitätsfremden ideologisch geprägten Politiker sein !

Das Mythos vom in eine Schublade stecken ist Falsch. Im dreigliedrigen Schulsystem ist ein Auf und Abstieg bei entsprechenden Leistungen immer möglich ! Und das die Bildungschancen von den Eltern teilweise abhängen liegt vermutlich in der Natur der Sache, denn Bildung fängt nicht erst im Gymnasium oder der Grundschule an sondern bei der Einstellung der Eltern.

Horst Heinrich
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Mi 17. Sep 2014, 14:23

Noch eine Anmerkung.
Ich wurde in den 1960er Jahren eingeschult, mit 240 Mitschülern in die erste Klasse der Volks-(Konfessions-)Schule, sechs Klassen zu 40 Schülern.
Der Laden lief wie ein Uhrwerk, Disziplin, Freude, Abwechslung, Wissensvermittlung auf einem -gemessen an heutigen Grundschulen- hohen Niveau, von ihrer Berufung beseelte Lehrkräfte, charakterlich, fachlich und sozial gefestigt, wir absolvierten zahlreiche Unterrichtsgänge, vom Stellwerk über die Bäckerei bis hin ins Kloster, dann kamen wir nach zwei Jahren in die Grundschule, hier war vor lauter Reform schon nicht mehr soviel "drin" wie vorher, aber unsere Lehrer machten nicht jeden Schnickschnack mit und verpaßten uns dennoch eine grundsolide, klassische Vorbildung.
Dann trennten sich unsere Wege.
Hauptschule, Realschule, Gymnasium.
Nicht einer, der 240 meiner Schulkameradinnen und Schulkameraden, bei denen sich das Kollegium mit seiner Schullaufbahnempfehlung geirrt hätte.
So wurde der eine Bäcker, der andere Buchhalter, der dritte Medizinprofessor - je nach Neigung und Begabung.
Der soziale Status der Eltern spielte -zumindest bei den 240 Lebensläufen, die ich überblicken kann, weil sie sich parallel zu meinem entwickelt haben- keine Rolle.
Wir finden Akademiker in Arbeiterhaushalten genau so wie den Einzelhandelskaufmann, dessen Vater Tierarzt war.

Und es stimmt, was @Poppenspäler anmerkte, die Durchlässigkeit war immer gegeben, aus manch einem guten Handwerker wurde dann doch noch ein Ingenieur (FH), und wer das Zeug dazu hatte, schaffte es auch an die Uni, Stichwort "Zweiter Bildungsweg". Echte Chancengleichheit eben.

Heute besteht Chancengleichheit darin, daß man Alberto Contador die Pedalen abschraubt, damit der Beinamputierte mit ihm zusammen an der Tour de France teilnehmen kann.
Damit aber geht alles flöten, die Chance auf Spitzenleistungen, unser einst solides Bildungssystem, der gute Standort Deutschland, jedwede Erfindergenialität die es fertigbrachte, daß 80 % der weltbewegenden Patente aus Deutschland stammten und nicht zuletzt die Motivation gerade derer, die man eigentlich fördern möchte, denn unsere Kinder und Jugendlichen können eines sehr gut realisieren, nämlich ob sie etwas durch eigenes Können schaffen oder nur mithilfe von Begünstigung.
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Rolf
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Rolf » Mi 17. Sep 2014, 17:58

saarepi hat geschrieben:
Nach Gesamtschule, Windkraft, Hahn und Nürburgring haben unsere Landespolitiker ein neues Spielzeug entdeckt, der Nationalpark.
Wer will ausschließen, daß hier nicht urplötzlich 5 Millionen Euro vom Himmel fallen für eine grüne Nationalpark-Bimmelbahn mit einem feuerroten Schienenbus-Spielmobil?
Gewissermaßen als ökologisches Feigenblatt und nachhaltige Verkehrserschließung?


Ich finde die Aussagen nur noch peinlich!

Gesamtschule und Nürburgring miteinander vergleichen, na ja ich kann mir nun denken wie der politische Kopf des Schreibers tickt!...

Man sollte sich vor Augen halten, dass der Gestaltungsspielraum der Länder relativ gering ist. Wenn die Länderregierungen sich profilieren und von der Opposition unterscheidbar sein wollen, und es liegt in der Natur der Sache, dass sie das wollen, ja sogar müssen, dann bleiben nur wenige Themenfelder, auf denen das möglich ist, etwa im Bereich Schule, Universität, Polizei, Infrastrukturförderung. Da hat das Land die Gestaltungshoheit. In anderen politischen Bereichen haben nun mal Bund und Kommunen das Sagen. Und die von Horst Heinrich genannten Themenfelder sind solche Bereiche, die die Landesregierungen in den letzten Jahrzehnten beackert haben, um sich mehr oder weniger erfolgreich zu profilieren. Ich sehe darin keinen Vergleich, sondern eine Aufzählung.

Die Diskussion um die bessere Schulform möchte ich hier nicht vertiefen, auch wenn ich die Einschätzung von Horst Heinrich teile.

Hinsichtlich der Bewertung der ökologischen Bedeutung des Hochwaldes leuchten mir die Argumente von Horst Heinrich ebenfalls ein. Dem Hochwald jetzt das Etikett "Nationalpark" anzuhängen, sehe ich vorrangig als Vermarktungstrick. Man folgt dem Trend und will sich von Seiten der Landesregierung damit offensichtlich profilieren und natürlich den Tourismus fördern, was nicht verwerflich ist. Für den Wald ändert sich aber erst mal wenig. Langfristig kann man den Wald natürlich "umbauen" in Richtung eines naturnahen Mischwaldes, was m. W. auch das Ziel ist, womit der Nationalpark langfristig durchaus Sinn macht. Davon werden zwar erst spätere Generationen richtig profitieren, aber irgendwann muss man ja mal anfangen und insofern kann man die Idee als Biologe auch nur begrüßen.

Als Freunde der Eisenbahn sollten wir uns hier lieber nicht in Nebenthemen verheddern. Ich finde es absolut richtig, den Nationalpark, sinnvoll oder nicht, als Chance zu begreifen, das Verkehrsmittel Bahn im Hunsrück nach vorne zu bringen. Die Aktiven (@saarepi et al.) hier im Forum verdienen für ihre politische Lobbyarbeit vollste Anerkennung. Ich drücke aus dem fernen Bonn fest die Daumen für den Erfolg der sehr lobenswerten Bemühungen.

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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon JK » Mi 24. Sep 2014, 17:23

Im Amtsblatt Trier-Land : Hunsrückbahn: Landrat Günther Schartz begrüsst Plan des Landes!

'Er habe schon frühzeitig darauf hingewiesen....dass sich die HB... den Nationalpark per Schiene anzubinden.'

Das nennt man wohl auf den fahrenden Zug springen...

Der Artikel ist leider noch nicht online: http://www.trier-land.de/vg_trier_land/Amtsblatt/

jojo54
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon jojo54 » Mo 6. Okt 2014, 14:20

florian103113 hat geschrieben:
MadMax hat geschrieben:Hallo!

Auf Seite 12 wurde zuletzt über das Dampflokmuseum geschrieben. Gibt es von der Neuigkeiten oder wurde der Kontakt zu Herrn Falz gesucht?


Mein dort angekündigter Besuch steht aber noch aus, werde danach aber Berichten.



Frage:

Hat der Besuch bei Herrn Falz schon stattgefunden, steht dieser noch aus und hat das Museum in irgend einer Form auf die zum Jahresende vorgesehene Stilllegung reagiert ?

MfG
jojo54

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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon I-O Freak » Do 6. Nov 2014, 13:52

Wie kann man sich eigentlich erklären, dass im Nationalparkkonzept des Saarlandes der Saar-Hunsrück-Express als ein einzigartiges Erlebnis in Zukunft den Nationalpark zu bereisen tituliert wird. Gleichzeitig aber das Saarland bis dato keine Unterstützung für die Trassensicherung zugesichert hat, obwohl doch nur so auch dieses "einzigartige Erlebnis" jemals wieder erlebbar werden kann?

http://www.nationalpark.rlp.de/fileadmi ... arland.pdf

Horst Heinrich
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Do 6. Nov 2014, 14:59

I-O Freak hat geschrieben:Wie kann man sich eigentlich erklären, dass im Nationalparkkonzept des Saarlandes der Saar-Hunsrück-Express als ein einzigartiges Erlebnis in Zukunft den Nationalpark zu bereisen tituliert wird. Gleichzeitig aber das Saarland bis dato keine Unterstützung für die Trassensicherung zugesichert hat, obwohl doch nur so auch dieses "einzigartige Erlebnis" jemals wieder erlebbar werden kann?

http://www.nationalpark.rlp.de/fileadmi ... arland.pdf

Man hat einfach die Infomaterialien zusammenkopiert, die man überall auftreiben konnte und hat das ganze als "neues" Konzept verkauft ohne Rücksicht auf Aktualität.
Gehässigerweise könnte man auch im Hinblick auf die Bahnstrecke zusammenfassen:
Mit fremden Federn ist gut glänzen, will sagen:
Das Engagement anderer, z.B. der HWB oder des Fördervereins Hunsrückbahn wird gerne konzeptionell eingebunden, wenn es das Land nichts kostet, wenn aber ein finanzielles Engagement des Landes gebraucht würde, würde man dieselbe Bahnverbindung, die eben noch ein "einzigartiges Erlebnis" war als unnötig deklarieren und stattdessen den Radweg propagieren, weil dieser eben auch fremd finanziert wird.
Leider bin ich persönlich mir zu anspruchsvoll, ansonsten würde auch ich mich auf dem Konzeptions- und Gutachtenmarkt tummeln und im Handumdrehen ohne viel Arbeit viel Geld verdienen.
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Do 6. Nov 2014, 15:46

I-O Freak hat geschrieben:Wie kann man sich eigentlich erklären, dass im Nationalparkkonzept des Saarlandes der Saar-Hunsrück-Express als ein einzigartiges Erlebnis in Zukunft den Nationalpark zu bereisen tituliert wird. Gleichzeitig aber das Saarland bis dato keine Unterstützung für die Trassensicherung zugesichert hat, obwohl doch nur so auch dieses "einzigartige Erlebnis" jemals wieder erlebbar werden kann?

http://www.nationalpark.rlp.de/fileadmi ... arland.pdf

Wie Horst Heinrich geschrieben hat: Wat nix kost, is gudd. In Saabrücken hat man mir schon vor 10 Jahren zu verstehen gegeben, dass man das alles toll findet, aber es darf das Land nichts kosten. Man habe ja kein Geld ... .
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
http://www.heinrichsmeyer.com

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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Mo 17. Nov 2014, 19:49

Die Nahe- (Rhein-)Zeitung hat sich das Tourismus-Gutachten zum Nationalpark vorgenommen und fabuliert nun über die mehr oder weniger öde Gastronomie- und Grundversorgungssituation.
So wird Klage darüber geführt, daß von 54 Ortschaften "nur" 20 eine Minimalversorgung (Bäcker oder Metzger) vorzuweisen hätten.
Das kann man getrost auch andersherum interpretieren:
In jedem dritten Ort gibt es wenigstens noch Bäcker und/oder Metzger.
Als ob das nichts wäre.
Aber wie sollen auch aus Steuermitteln hochbezahlte Universitätsprofessoren, die zum Erstellen ihrer hochbezahlten Studie
600 km anreisen und logieren wie die Fürsten ermessen können, wie schwer es ist, zwischen Kreuznach und Saarburg ein
kleines oder mittelständiges Wirtschaftsunternehmen am Laufen zu erhalten, bei zurückgehender und überalterter Bevölkerung sowie steigenden Belastungen durch eine schikanöse Bürokratie?

Ich habe die Nationalparkregion weiß Gott zur Genüge bereist, dabei bin ich bis in Regionen vorgedrungen, in die einmal pro Monat ein Mensch kommt, und doch konnte ich innerhalb weniger Minuten stets das Lebensnotwendige besorgen.
Ein Paarweck und ein halber Ringel Fleischwurst nebst einer Flasche Schwollener Sprudel hätten mir gereicht, stattdessen fand ich allerorten ein reichhaltiges Sortiment an allem möglichen in überraschender Vielfalt.
Auch gastronomisch konnte man zufrieden sein, vom echten Hunsrücker Steak -auf Buchenholz in der Gaststube gegrillt- bis zum Feinschmeckermenü á lá Lafer, Lichter, Lecker ist alles dabei.

Man könnte auch zur Bereisung mit der Hunsrückbahn einen passablen Gastroführer zusammenstellen, von Morbach bis Türkismühle kann ich mir an jeder zweiten Station abwechslungsreich den Bauch vollschlagen.
Doch all das findet in der Studie keine Erwähnung.

Wer verweist diese ortsfremden, unkundigen und voreingenommenen "Tourismusexperten" endlich mal in die Schranken und macht deutlich, was diese Region wirklich zu bieten hat?
Mein Tipp:
Das Geld für solche Studien sparen und an die Gewerbetreibenden weiterleiten, damit z.B. der Landmetzger in Bruchweiler die Prüfung des Kreisveterinärs bezahlen kann, der die Noppenhöhe der Kacheln im Schlachthaus nachgemessen hat.
http://www.allgemeine-zeitung.de/lokale ... 780684.htm
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