Nationalpark & Bahn

Strecke Emmelshausen - Boppard und das Hunsrückbahnmuseum.
Horst Heinrich
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Di 18. Nov 2014, 10:07

saarepi hat geschrieben:Das mit der Alterung der Menschen mag ja stimmen aber der Bevölkerungsrückgang wird auch oft überzeichnet.

Bis auf die Kreise Birkenfeld, Kusel und Pirmasens sieht es gar nicht so schlecht aus.

Leider werden die anderen Kreise nur durch ihre Metropolen aufgehübscht, d.h. besieht man sich die nicht-stadtnahen Regionen, stellt man sehr schnell auch dort einen starken Bevölkerungsrückgang fest.
Man kann nicht dran rütteln:
Insgesamt geht die Bevölkerungszahl zurück, hier stärker, dort weniger stark.

Es gibt ein Parameter, der dies ganz deutlich ausweist:
Die Zahl der Einschulungen und der Bestand an Grundschulen.
Im Bereich des Nationalparks haben in den letzten 10 Jahren 15 Grundschulen geschlossen - mangels Schülern.
In meinem unmittelbaren Umfeld 4 Schulen in 8 Jahren: Laufersweiler, Stipshausen, Weierbach und Nahbollenbach.
Hier wurden noch vor 15 Jahren 250 Schüler unterrichtet.
An einer geschlossenen Schule vorbeizugehen, wo eben noch dutzende fröhliche Kinder inmitten einer relativ heilen Welt herumtobten zieht mir das Herz zusammen wie kaum etwas anderes.
Aber man kann die Menschen nicht zwingen, Nachwuchs zu zeugen, obwohl die Aussichten allgemein -vergleicht man etwa die Zeiten meiner Kindheit- recht passabel sind.
In meiner ersten Grundschulkasse (40 Kinder) befanden sich leider etwa 10 richtig arme Kinder, sie litten noch elementare Not, es gab z.B. nur einmal in der Woche Fleisch (Fusselfleisch d.h. ein Suppenhuhn wurde so verteilt, daß es für vier Esser reichte) , Getränke aus der Flasche waren ein Luxus, es wurde Leitungswasser im Glaskrug gereicht, ab und an mit einem Beutelchen Ahoi-Brause pro 1 Liter aufgepeppt.
Der entsprechenden Familie (Mutter und drei minderjährige Kinder) stünden heute 1800 Euro Sozialleistungen zu - es könnte sich also jeder Kinder leisten, gerade auf dem Land, wo Wohnraum günstig ist.
Leider aber dominiert hier die Ein-Kind-Familie.

Und gerade hier könnte auch die Bahn ansetzen, denn eine gute ÖPNV-Erschließung macht auch entlegenere Regionen wieder für junge Menschen attraktiv.



saarepi hat geschrieben:
Ein Paarweck und ein halber Ringel Fleischwurst


Das klingt aber äußerst Führnehm.............

Bai uhs hääähschd dadd , änn Dobbelwegg unn änn halwa Ringel Lieohna

Unn wat schmackt noh bessa ? Schwenkbrohre unn gefillte Klees, die de Bouch so wuhlisch säddische unn die sich de Hunsricker gäre inverläibe.
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Di 18. Nov 2014, 13:52

Horst Heinrich hat geschrieben:Unn wat schmackt noh bessa ? Schwenkbrohre unn gefillte Klees, die de Bouch so wuhlisch säddische unn die sich de Hunsricker gäre inverläibe.

Hauptsach gudd gess ;-)
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 21. Nov 2014, 12:01

Nationalpark-Verriß Teil II
http://www.allgemeine-zeitung.de/lokale ... 792072.htm
Man sieht auch hier:
Eventgutachter, die den wahren Wert der Landschaft gar nicht ermessen können, reden alles schlecht, nur weil Birkenfeld nicht gleich München-Schwabing und der Erbeskopf nicht gleich Kitzbühel ist.
Erinnert mich alles ein wenig an den legendären Tatort "Tod im Häcksler".
Eine ganze Region dargestellt als Zuhause rückwärtsgewandter Proleten.
Am meisten indes freut mich, daß das Land mal wieder nicht das bekommen hat, was es eigentlich wollte:
Ein positives Gefälligkeitsgutachten für einen Nationalpark, der eigenlich gar keine Voraussetzungen dafür hat, einer zu sein.
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 21. Nov 2014, 16:49

saarepi hat geschrieben:Gesellschaftlich kreidest du dem Gutachten an, dass man den Wert der Landschaft nicht erkennt aber politisch applaudierst Du, weil es eher deinem Politikverständnis entspricht, dass die jetzige Regierung eins auf den Deckel bekommt.

Das bedeutet, du hast den gleichen destruktiven Ansatz wie die Politik.


Das ist mir zu kurz gegriffen und es trifft auch nicht meine Zielsetzung.

Die gegenwärtige Landesregierung hat an einer der fachlich ungeeignetsten Stellen im Land einen Nationalpark aus dem Boden gestampft.
Das kreide ich der Landesregierung an.
Dann hat dieselbe Landeregierung versucht, sich die Standortwahl in einem Tourismusgutachten bestätigen lassen.
Das Gutachten ist aber anders ausgefallen als erhofft.
Das wiederum "gönne" ich der Landesregierung.
Allerdings beurteilt dieses Gutachten die meisten Gegebenheiten der Region falsch.
Das wiederum kritisiere ich am "Gutachten".
Ein Widerspruch?
Ich denke, nein!

Ich nenne ein Beispiel.
Weite Teile des Hochwaldes sind als Nadelholzmonokultur (Waldbau nach altpreußischer Art) touristisch vollkommen uninteressant.
Das hätte das Gutachten eigentlich feststellen müssen.
Stattdessen wird festgestellt, daß man sich -überspitzt formuliert- als Tourist mit dem Rad zwischen Thalfang und Allenbach kaum mit dem nötigsten Proviant versorgen kann.
Wenn ich den gutachterlichen Vorwurf mal logisch zuende denke, dann wird kritisiert, daß es -was dem Nationalpark zum Erfolg verhelfen würde- in Allenbach keinen Metzger oder einen Lebensmittel-Vollsortimenter gibt.
Hierbei wird etwa nicht die Fragwürdigkeit des Nationalparks infrage gestellt, sondern erwartet, daß nun z.B. der Morbacher Metzger Kneppel in Allenbach eine Filiale eröffnet, um die Lücke zu schließen.
Dabei wird vergessen:
Wäre eine entsprechende Nachfrage vorhanden, hätte die Metzgerei Gauer-Kneppel hier bereits eine Filiale eröffnet.
Die Infrastruktur in Hunsrück und Hochwald spiegelt die Nachfrage wider.
Das scheinen die Gutachter auszublenden und ich würde nun auch nicht voller Euphorie das seit 10 Jahren zu veräußernde Gasthaus Löh in Bruchweiler kaufen und für 250.000 Euro renovieren, weil ich ab 2015 mit einem wahren Touristenansturm rechne.

Der Nationalpark hat forstlich nicht das Ziel, was konsequent wäre, Hoch-und Idarwald wieder dahin "zurückzuentwickeln", was sie mal waren, nämlich zu einem Laubwald, in dem die (Rot-)Buche vorherrschte, sondern stattdessen wird der jetzige Status Quo gewissermaßen festgeschrieben, der Vermarktung und der Akzeptanz bei der Bevölkerung wegen.
Wer es wirklich ernst meint mit dem Umbau der Wälder in naturnahe und historisch konsequente wie den neuen klimatischen Erfordernissen gerecht werdende Waldgesellschaften müßte anders agieren, vor allem den Waldbesitzern deutlich machen, daß in den nächsten 70 Jahren hier nichts zu verdienen sein wird.

Das ganze Thema Nationalpark ist von solchen und anderen Ungereimtheiten geprägt und das ist es, was ich kritisiere.
Dabei ist mir die politische Couleur der Landesregierung erst mal schnuppe.
Hier kritisiere ich die Sache und nicht ihren Auftraggeber.
Wenn wir aber schon bei der Politik sind:
Es ist halt auffällig, daß dieser Landesregierung de facto nichts ordentlich gelingt und selbst die rot-grünen Hobbies "erneuerbare Energien" und Windkraft mit einem solchen Dilettantismus betrieben werden, wie er in der Landespolitik seit 1947 nicht mehr vorgekommen ist.

Jeder Forstmann kann aus dem Effeff zehn Nationalparkstandorte nennen, die besser geeignet gewesen wären als der jetzt ausgewählte.
Jeder Forstmann, der die Akteure der rheinland-pfälzischen Forstpolitik kennt, kann aber auch die Gründe dafür nennen, warum er letztlich an seinem geplanten Standort realisiert wird.
Nomen es omen - sagt der Lateiner oder -um mit Goethe zu sprechen:
Bei euch, ihr Herrn, kann man das Wesen
Gewöhnlich aus dem Namen lesen

Wenn man die Namen kennt, die beim Nationalpark eine Rolle spielen, weiß man auch, warum er dort entstehen soll, wo er jetzt geplant ist.

Man kann das Tourismusgutachten auch auf einen anderen Nenner bringen:
Eine Wildkatze macht noch keinen Nationalpark.
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Mo 24. Nov 2014, 00:38

Die Bahnsteiglänge in STM ist das kleinste Problem. Da hat es in den Jahren 1997-2012 immer sehr gut funktioniert, auch wenn wir lange Sonderzüge gefahren haben. Die 23km Schienenweg bis Hermeskeil mit mindestens 4 problematischen Brücken sind es wohl eher. Die Interessierten wurden meinerseits ja persönlich eingehend informiert.

Und zu den Ausführunen von Horst: der Nationalpark ist eindeutig wieder so ein Landesprojekt, das unbedingt durchgezogen werden muss wider aller Vernunft. So richtig will ihn keiner haben, aber das Ding wird durchgeboxt. Schade, dass deutsche Politik so arbeitet. Aus Bahnsicht kann der objektiv unsinnige Nationalpark aber die Rettung in letzter Sekunde sein, wenngleich ich die Chancen nicht sehr hoch einschätze, insbesondere wegen der saarländischen Haltung.

Und Nochwas: in diesem Forum muss es ohne shitstorm möglich sein, auch kritische und nachdenkliche Anmerkungen zu tätigen, auch wenn man ein Befürworter des Bahnerhaltes ist. Nur so ergibt sich ein vollständiges Bild für alle Diskutanten.
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Westeifelbahner » Mo 24. Nov 2014, 14:28

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben: Die 23km Schienenweg bis Hermeskeil mit mindestens 4 problematischen Brücken sind es wohl eher. Die Interessierten wurden meinerseits ja persönlich eingehend informiert.(...) Aus Bahnsicht kann der objektiv unsinnige Nationalpark aber die Rettung in letzter Sekunde sein, wenngleich ich die Chancen nicht sehr hoch einschätze, insbesondere wegen der saarländischen Haltung.

...und es ist im Hinblick auf die jüngsten Berichte zur Efq zu fürchten, dass die Sanierungskosten der Strecke Türkismühle - Hermeskeil vom Land RLP noch weit höher als vom bisherigen EIU angesetzt würden!
Die Hermeskeiler Brücke ist der Kyllbrücke von Pelm sehr ähnlich, deren Neubau nun verlangt wird. Auch bei der Efq gab es Diskussionen, ob ein Neubau wirklich notwendig ist - mit dem Ergebnis, dass sich die Bemühungen um eine Instandsetzung zerschlagen haben. Würde dies auch für Hermeskeil gelten, wären dies allein 6 Millionen EUR - mal ganz abgesehen von eventuellen Problemen bei der Zuwegung, da die Hermeskeiler Brücke wesentlich mehr abseits der Straße liegt.
Und wenn Bernd Heinrichsmeyer dann noch von allein "mindestens" drei weiteren Brücken spricht, würde ich wetten, dass das Land RLP allein die Investitionskosten Hermeskeil - Türkismühle derzeit bei irgendwo über 20 Millionen EUR ansetzen würde...
Gruß Westeifelbahner
PS: Um nicht falsch verstanden zu werden, sei noch einmal betont, dass ich mir sehr diese Instandsetzung wünsche und sie auch für sinnvoll erachte. Intention meines Beitrags ist aufzuzeigen, wie wichtig die im Eifelthread aufgeworfene Frage ist, was das Land denn unter einer "Sanierung" genau versteht und welche Standards (= Kosten!) verlangt werden.

Westeifelbahner

Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Westeifelbahner » Mo 24. Nov 2014, 21:05

...eine saarländische Brücke ist eben keine rheinland-pfälzische Brücke...^^ *duck und weg*

Danke für den interessanten Link. Ich habe leider kein Beispiel zur Hand, würde aber bei ein paar Bundesländern wetten, dass diese sogar noch kostengünstigere Varianten finden. Es ist genau das, was ich ansprechen wollte: Die Zukunft der Nebenbahnen in RLP wird offenkundig auch davon abhängen, wie im Ministerium kalkuliert wird.

Gruß Westeifelbahner

Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Mo 24. Nov 2014, 21:36

Wir haben die Gutsherren seinerzeit im Gut gelassen und uns mit seriösen Brückenbauunternehmen kurzgeschlossen. Von denen stammen Angebote, ebenso wie es Angebote für Arbeiten am Oberbau gibt usw.. Diese Angebote wurden ausdrücklich für NE Standard angefordert, also ohne den großen Zirkus, den die große rote Bahn macht. Das machte übrigens bei der Brücke 51,700 bei Hermeskeil eine Unterschied von 480.000€ aus. Die von uns in der Ausschreibung genannten Kosten sind belastbare Zahlen basierend auf mehreren seriösen Angeboten für NE-Standard. Billiger wird es unter keinen Umständen zu machen sein.

Richtig, die böse Brücke 51,700 ist baulich der in Pelm ähnlich. Sie entstand als Behelf direkt nach dem 2. Weltkrieg und wurde auch nie durch ein massives Bauwerk ersetzt. Da ist auch das Ende der Fahnenstange erreicht. Im Fall 51,700 musste der Gutachter bei der Evakuierung 2013 jeden 10tel mm noch mitrechnen und uns Auflagen machen, in welcher Reihung und welche Lasten zugleich auf die Brücke durften. Das war auswendig und er betonte nachdrücklich, dass diese Brücke nach dem 15.01.2013 bestenfalls mit einem Skl befahren werden kann und ein Neubau unausweichlich ist. Dieser Teilneubau (Pfeiler ist belassbar) kostet 900.000€ nach NE Standard. Und billiger geht es nicht.
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Di 25. Nov 2014, 09:58

saarepi hat geschrieben:
Der finanzielle Aufwand für die komplette Sanierung beträgt rund 3,0 Millionen Euro.


http://www.saarbahn.de/weiterbau/lebach ... er_viadukt


Man kann es nicht glauben, wenn jemand der 3 eine 1 vorangestellt hätte, das hätte man bei einem solchen Bauwerk eher erwartet.
Es ist richtig, was hier schon vielfach angedeutet wurde: Man kann sich solche Projekte auch schlechtrechnen oder schönrechnen, je nach Intention.
Tatsache ist: Es gibt sicher für jede Reaktivierung einen günstigen und einen maximalen Preis - nicht zuletzt kommt es darauf an, ob man NE-Standard oder ÖPNV-Standard möchte.
Allerdings bleibe ich dabei:
Das entscheidende Signal muß jetzt von den Streckenanliegern kommen, denn am Mehrheitswillen der Bevölkerung vorbei wird es keine Reaktivierung geben.
Entscheidungsgrundlage wird aber hier auch der Preis sein, denn ob der 15%-Anteil nun 3,6 Millionen ausmacht oder vielleicht nur 1,8 Millionen ist für die klammen Kommunen schon entscheidend.
Ich kann nur hoffen, daß die anliegenden Kommunen kritisch genug sind, die dargebotenen Zahlen auch zu hinterfragen und notfalls noch mal eine neue Kalkulation anstellen, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Sa 3. Jan 2015, 13:52

Schon wieder der übliche Lobgesang auf den Nationalpark und schon wieder ist die Bahn mit keinem Wort erwähnt.
Ich bezeichne das inzwischen als Böswilligkeit, nach all dem, was rührige Leute wie Erhard, Ivie und Patrick -um nur drei Namen zu nennen- an Öffentlichkeitsarbeit geleistet haben.

http://www.volksfreund.de/nachrichten/r ... 79,4095274

Kurz noch zur Info:
Der hier zitierte Dr. Harald Egidi war bis 2005 Leiter des Forstamtes Kempfeld, er wohnt in Langweiler und hat -nach sieben Jahren eines langen Arbeitsweges zum Forstministerium in Mainz- sich nun als Projektleiter Nationalpark in der Kreisverwaltung Birkenfeld einen wohnortnahen Arbeitsplatz geschaffen.
Ein weiterer "Macher" des Nationalparks, Dr.Erwin Manz, Büroleiter der Umweltministerin, stammt aus dem nicht weit entfernten Schwollen, und gehört mit dem leidenschaftlichen Bahngegner Dr.Hans Dunger zu den Grünen der ersten Stunde der Region.
Dieses Triumvirat wird es sicherlich nun nicht nur schaffen, Hunsrück- und Hochwaldbahn fleißig zu ignorieren, sondern auch ihrer endgültige Beseitigung beizuhelfen.
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon jojo54 » Sa 3. Jan 2015, 19:02

Horst Heinrich hat geschrieben:Schon wieder der übliche Lobgesang auf den Nationalpark und schon wieder ist die Bahn mit keinem Wort erwähnt.
Ich bezeichne das inzwischen als Böswilligkeit, nach all dem, was rührige Leute wie Erhard, Ivie und Patrick -um nur drei Namen zu nennen- an Öffentlichkeitsarbeit geleistet haben.



Es ist für mich mittlerweile unverständlich, warum Du Dich, lieber Horst, immer gleich aufregst und losschimpfst. Auch mit Böswilligkeit bestimmter Institutionen oder Einzelpersonen gegenüber den sich bemühenden Personen hat die Situation um die Eisenbahn im Hunsrück sicherlich nichts zu tun.

Was ich an anderer Stelle bereits gesagt habe, auch hier nochmals klar und deutlich: Von der öffentlichen Verwaltung, gleich welcher Art und den Bewohnern entlang der Bahnstrecke will keiner mehr. Das sollte man endlich akzeptieren, auch wenn es schwer fällt.

Zudem verweisen die Kommunen und die Landkreise mittlerweile auf den Rückzug der Hochwaldbahn-Gruppe, was aus Sicht des Bahnbetreiber (und nicht nur von dessen Seite) verständlich war und ist. Dem sich auch jetzt noch bemühenden Eisenbahnfreund, der immer ein wenig hofft, dass irgendwann wieder Züge fahren, hat man damit sicherlich keinen Gefallen getan.

Wenn ich Deine Kommentare im Forum "zwischen den Zeilen" lese, so gehe ich davon aus, dass Du alle diese Beiträge vom Schreibtisch aus fertigst, ohne Dich "vor Ort" zu informieren, wie es tatsächlich aussieht. Es würde mich mal interessieren, wann Du zuletzt in Ellern, Simmern oder Hermeskeil am Bahnhof warst.

In den letzten 15 Monaten konnte ich die gesamte Hunsrück- und Hochwaldbahn teilweise mehrfach bereisen, habe mir Informationen eingeholt, mich unwissend in Tourist-Informationen und Verbandsgemeinde-Verwaltungen gestellt und so eine Meinung bilden können. Es stimmt nachdenklich, welche Aussagen man dort bekommt.

Deshalb sollte man sich darauf konzentrieren, dass es zu einem Trassensicherungsvertrag kommt. Das ist die einzige Chance die man im Moment hat, alles andere sind Träumereien.

Bevor man mit mir jetzt losschimpft oder es zu wortgewaltigen Beiträgen kommt, empfehle ich jedem Bahnbefürworter, die gesamte Strecke von Langenlonsheim über Hermeskeil bis Türkismühle zu bereisen und sich eine Meinung über die aktuelle Situation vor Ort zu bilden.

Man sollte der Realität in die Augen schauen.

MfG
jojo54

Nils
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Beiträge: 338
Registriert: Sa 28. Jan 2006, 18:51

Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Nils » Sa 3. Jan 2015, 21:10

Und das genau machen wir!

Deshalb beginnt mein Vortrag auch mit der Reihenfolge der Prioritäten.

1. Erhaltung und Sicherung der Infrastruktur
2. Tourismus
3. SPNV
4. Güterverkehr

Und nochmal mein Angebot, wer den Vortrag als PDF Datei haben möchte, einfach PN oder an mailen.


Dem können wir uns von seiten der HEH nur anschließen. Das sind die Prioritäten, die nun abgearbeitet werden müssen, wenn die Strecke noch eine Chance haben soll. Und da tut sich auch im öffentlichen Bewusstsein in letzter Zeit etwas.

In den letzten 15 Monaten konnte ich die gesamte Hunsrück- und Hochwaldbahn teilweise mehrfach bereisen, habe mir Informationen eingeholt, mich unwissend in Tourist-Informationen und Verbandsgemeinde-Verwaltungen gestellt und so eine Meinung bilden können. Es stimmt nachdenklich, welche Aussagen man dort bekommt.


Vor Ort erkennt mann zunächst einen Urwald, das war vor Beginn der Fahrten der HWB nicht anders und lässt sich recht einfach beheben, wir haben das damals bewiesen. Die wirklichen Problemstellen erkennt mann vor allem aus den Unterlagen und Gutachten zur Strecke.

Die Aussagen der Tourist-Infos waren leider auch zu Verkehrszeiten der HWB schon sehr verbesserungsbedürftig. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Touristik-Büros war schwierig und auch von Seiten der HWB nicht optimal. Aber durch die gemeinsame Vermarktung als Nationalpark sehe ich hier eine neue Chance.

Im Hunsrück schimpfen die hinterm Wald über die vorm Wald, die Idarer über die Obersteiner und natürlich die Hunsrücker über die Saarländer... Schwierig, da eine Bahnstrecke zu promoten, die alle verbindet :roll: .

Aber vielleicht erkennt man so langsam mal, dass es halt doch nur in Zusammenarbeit funktionieren kann. Wenn der Nationalpark dazu beiträgt, dann hat er schon viel geleistet.
Bild


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