Nationalpark & Bahn

Strecke Emmelshausen - Boppard und das Hunsrückbahnmuseum.
Mattias
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Mattias » Do 8. Jan 2015, 09:41

Hallo Rolf,
nach deinen Kriterien hat Hahn mit Frankfurt, Köln / Bonn, Düsseldorf und Saarbrücken ebenfalls einiges an Konkurrenz. Der entscheidende Unterschied für mich ist: Ich bin in 1 1/2 Std vom Flughafen Weeze in Düsseldorf, in 2 Stunden in Köln. Wie lange würde ich brauchen, um nach Frankfurt zu gelangen? ich habe mal im Kursbuch von 1974 geblättert, da hat es reine Fahrzeit von Büchenbeuren bis Langenlonsheim ca. 1 3/4 Stunden benötigt. Wie lange würde eine Durchbindung bis Mainz dauern? Und dann ist man eben in Langenlonsheim, und nicht in einer Großstadt mit entsprechendem Drehkreuz. Natürlich könnte man die Strecke ertüchtigen, aber viel an Zeit lässt sich nicht herausholen.
Gruß
Mattias

Rolf
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Rolf » Do 8. Jan 2015, 10:09

Mattias hat geschrieben:Hallo Rolf,
nach deinen Kriterien hat Hahn mit Frankfurt, Köln / Bonn, Düsseldorf und Saarbrücken ebenfalls einiges an Konkurrenz. Der entscheidende Unterschied für mich ist: Ich bin in 1 1/2 Std vom Flughafen Weeze in Düsseldorf, in 2 Stunden in Köln. Wie lange würde ich brauchen, um nach Frankfurt zu gelangen?
Gruß
Mattias

Hallo Matthias,
mit Shuttlebus und Umsteigen brauche ich i. d. R. länger von Weeze Flughafen bis Düsseldorf bzw. Köln (1,5 bzw. 2 Std. reichen nicht ganz). Ich denke, die Fahrtzeiten zum Hahn wären ähnlich lang, vielleicht geringfügig länger. Die Bahn ist trotz langer Fahrtzeiten ein beliebter Zubringer für Flughäfen. Daran besteht kein Zweifel.
Gruß
Rolf

PS: Bevor hier wieder die Diskussion los bricht: Der Flughafen Hahn ist ein Millionengrab und deswegen in der Tat ein großes Ärgernis, ganz klar. Aber er wird bestehen bleiben, ob wir wollen oder nicht. Für den östlichen Hunsrück ist der Flughafen jedoch immer noch die große Chance auf eine Reaktivierung der Strecke (und am Ende profitiert davon womöglich auch der westliche Rest der Strecke). Ich würde das hier nicht ohne Not zerreden wollen. Am 13.1. kommt Michael O'Leary nach Hahn zu einer Pressekonferenz, wie in einschlägigen Foren berichtet wird. In der Regel hat er dann auch Großes zu verkünden. Ich rechne mit einer deutlichen Aufstockung des Programms. Ryanair hat 380 neue Jets (!) geordert, und in 2015 kommen schon einige Dutzend zur Auslieferung. Ryanair ist höchst profitabel und treibt die Konkurrenz nach einem kleinen Durchhänger (wegen fehlender Flugzeuge) vor sich her. Außerdem will Ryanair seinen Marktanteil in Deutschland von derzeit 4% auf bis zu 20% steigern, wie erst jüngst im Handelsblatt zu lesen war:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/ryanair-kampfansage-an-die-lufthansa/11192554.html

Da der Flughafen Frankfurt für Ryanair zu groß und damit tabu ist, rechne ich stark damit, dass Hahn profitieren wird. Früher oder später. Deswegen kann ich den Damen und Herren in Mainz nur raten, sich das Geld in Berlin zügig abzuholen und die Strecke zu reaktivieren. Eine bessere Gelegenheit, sich Strukturpolitik des Landes vom Bund finanzieren zu lassen, gibt es doch gar nicht.

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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Do 8. Jan 2015, 10:15

Rolf hat geschrieben:Deswegen kann ich den Damen und Herren in Mainz nur raten, sich das Geld in Berlin zügig abzuholen und die Strecke zu reaktivieren. Eine bessere Gelegenheit, sich Strukturpolitik des Landes vom Bund finanzieren zu lassen, gibt es doch gar nicht.

Eine weise Aussage. Dem ist nichts hinzuzufügen :!:
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Mattias
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Mattias » Do 8. Jan 2015, 10:41

Rolf hat geschrieben:
...Ryanair hat 380 neue Jets (!) geordert, und in 2015 kommen schon einige Dutzend zur Auslieferung. Ryanair ist höchst profitabel und treibt die Konkurrenz nach einem kleinen Durchhänger (wegen fehlender Flugzeuge) vor sich her. Außerdem will Ryanair seinen Marktanteil in Deutschland von derzeit 4% auf bis zu 20% steigern, wie erst jüngst im Handelsblatt zu lesen war:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/ryanair-kampfansage-an-die-lufthansa/11192554.html


Natürlich sind das jetzt nur Spekulationen, aber ich denke, Hahn wird der Verlierer sein. Die anderen in dem Artikel genannten Flughäfen haben neben der Lage (Einzug, Infrastuktur) einen weiteren großen Vorteil. Sie sind Drehkreuze, und genau das braucht Ryanair. Die Möglichkeit, mit anderen Airlines zu vielen Destinationen weltweit zu kommen, ohne den Flughafen zu wechseln. Das kann Hahn nicht bieten, er ist einfach zu isoliert.
Gruß
Mattias

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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Do 8. Jan 2015, 13:17

Noch mal zur Erinnerung:

Bei einem Streckenneubau ab Langenlonsheim (Kostenpunkt aktuell etwa 120 Millionen Euro) und dem Kopfmachen in Bingen ist eine Reisezeit Mainz-Hahn von 1 h 30 min. anvisiert.
(RE mit Halten in Langenlonsheim, Stromberg, Rheinböllen, Simmern, Kirchberg und Hahn)
Das sind etwa 35 Minuten mehr, als der aktuell verkehrende Shuttlebus benötigt.

Nach DB-Tarif würde eine Rückfahrkarte 33,- Euro kosten. (Bus: 16 Euro).
Andere Fahrscheinvarianten (z.B. Tagesticket) müßten zwischen DB, RNN und VRM verhandelt werden.

Inzwischen ist man sich einig, daß zur Erhöhung der Akzeptanz bei den Anwohnern weitere Halte notwendig wären, z.B. in Guldental, Windesheim, Argenthal, Sohren und Büchenbeuren.
Einer ausgleichenden Erhöhung der Strecken-Hg allerdings sind durch die Topographie Grenzen gesetzt.

Langfristig muß man sich wohl zwischen einem schnellen Flughafenzubringer und einer Regionalbahn entscheiden.

Die Bevölkerung ist überwiegend negativ zur Bahn eingestellt, in einigen Orten gibt es bereits jetzt teils massiven Widerstand, z.B. in Windesheim, Simmern und Sohren, mit weiteren Interventionen ist zu rechnen, vor allem wegen der typischen Emissionen, aber auch wegen der geplanten Auflassung von ca. 40 Bahnübergängen (Landwirtschaft).

Immer wieder wird auch auf die autobahnähnlich ausgebaute B 50 verwiesen ("Wir brauchen die Bahn nicht").

Selbst wenn es die Bahn Richtung Bingen gäbe, die Anbindung des Flughafens in die anderen Himmelsrichtungen
(Koblenz, Trier, Saarbrücken) ist und bleibt bescheiden.

All das wissen auch potentielle Investoren und ohne die gigantischen (Quer-) Subventionen wäre auch Ryanair hier bereits abgesprungen.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Rolf
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Rolf » Do 8. Jan 2015, 13:39

Mattias hat geschrieben:...Natürlich sind das jetzt nur Spekulationen, aber ich denke, Hahn wird der Verlierer sein.

Das glaube ich nicht. Frankfurt ist keine Alternative, aus vielen Gründen. Frankfurt passt nicht zum Ryanair-Konzept. Aber warten wir mal die PK am 13.1. ab.

Mattias hat geschrieben:... Die anderen in dem Artikel genannten Flughäfen haben neben der Lage (Einzug, Infrastuktur) einen weiteren großen Vorteil. Sie sind Drehkreuze, und genau das braucht Ryanair. Die Möglichkeit, mit anderen Airlines zu vielen Destinationen weltweit zu kommen, ohne den Flughafen zu wechseln. Das kann Hahn nicht bieten, er ist einfach zu isoliert.
Gruß
Mattias

Ryanair fliegt nur im Point-to-Point-Verkehr. Anschlussflüge gibt es bei Ryanair grundsätzlich nicht. Im Gegenteil, gerade durch das Konzept ohne Umsteigeverbindungen erreicht Ryanair (FR) seine hohe Pünktlichkeit. FR hat auch keine Kooperationspartner für Anschlussflüge. Ryanair hat damit keinen Bedarf für Drehkreuze. Daran wird sich auch nicht so schnell etwas ändern. Natürlich braucht Ryanair Hubs (Basen), aber dafür sind die dezentralen Flughäfen besonders geeignet, weil hier kaum Konkurrenz in die Quere kommt und die Kosten niedrig sind. Die Ryanair-Hubs sind fast alle an dezentralen Standorten. In Deutschland sind das nur Bremen, Weeze, Karlsruhe/Baden-Baden und Hahn (Köln mit einem Flieger nur im Winter). Hahn ist der einzige davon mit einer 24-Stunden-Genehmigung und somit ein Juwel für Ryanair, da Hahn systembedingt unverzichtbar ist (fast alle Umleitungen gehen bei Verspätungen nach Hahn, wenn die anderen Flughäfen bereits Nachtruhe haben. Darauf kann FR nicht verzichten). Das wird auch so bleiben. FR interessiert sich neuerdings deswegen für die Metropolen, weil man nur dort einen Teil der 380 (!!!) bestellten neuen Flugzeuge unterbringen kann und weil man nur dort den Etablierten Marktanteile abjagen kann. Das ist das Ziel. Deswegen wurde zuletzt auch der Service deutlich verbessert. Ryanair wird den Markt weiter kräftig aufmischen. Mit den alten dezentralen und den neuen zentralen Zielen. Die Lufthanseaten und Co. werden sich noch umschauen! Nach allem, was ich in Weeze und andernorts in den letzten Wochen in Erfahrung bringen konnte, dürfte auch Hahn von der Trendwende profitieren. Weeze bekommt bis 2016 eine kräftige Aufstockung. Warum nicht der Hahn? Die Flughäfen wurden bisher immer gleich behandelt. Daher rechne ich auch für Hahn mit einem Zuwachs. Ich bin daher inzwischen wieder deutlich zuversichtlicher als noch vor einigen Monaten. Am meisten freut mich, dass es damit noch mehr gute Gründe gibt, die Bahn zum Hahn endlich zu reaktivieren. Mainz sollte jetzt endlich handeln!

Rolf
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Rolf » Do 8. Jan 2015, 14:00

Horst Heinrich hat geschrieben:Noch mal zur Erinnerung:

Bei einem Streckenneubau ab Langenlonsheim (Kostenpunkt aktuell etwa 120 Millionen Euro) und dem Kopfmachen in Bingen ist eine Reisezeit Mainz-Hahn von 1 h 30 min. anvisiert.
(RE mit Halten in Langenlonsheim, Stromberg, Rheinböllen, Simmern, Kirchberg und Hahn)
Das sind etwa 35 Minuten mehr, als der aktuell verkehrende Shuttlebus benötigt. ...

Mag sein, aber wie man in Weeze sieht, ist die Bahn trotz längerer Fahrzeiten sehr beliebt. Außerdem enden die Züge vom Flughafen im Bahnhof und man kann direkt umsteigen. Das spart Zeit und verkürzt die Wege gegenüber dem Bus, der im besten Fall irgendwo auf den Bahnhofsvorplatz ankommt. Und wenn man nicht gerade den unsäglichen Lint anschafft, dürfte die Bahn auch zuverlässiger sein. Und bequemer dürfte die Bahn allemal sein, wenn man nicht gerade Talente mit den grässlichen Hartschalensitzen anschafft. Es spricht immer noch verdammt viel für die Bahn!

Horst Heinrich hat geschrieben:...Nach DB-Tarif würde eine Rückfahrkarte 33,- Euro kosten. (Bus: 16 Euro)...

Dabei muss es ja nicht bleiben!

Horst Heinrich hat geschrieben:...Langfristig muß man sich wohl zwischen einem schnellen Flughafenzubringer und einer Regionalbahn entscheiden...

Das denke ich auch. Aber das dürfte ja auch machbar sein.

Horst Heinrich hat geschrieben:...Die Bevölkerung ist überwiegend negativ zur Bahn eingestellt, in einigen Orten gibt es bereits jetzt teils massiven Widerstand, z.B. in Windesheim, Simmern und Sohren, mit weiteren Interventionen ist zu rechnen, vor allem wegen der typischen Emissionen, aber auch wegen der geplanten Auflassung von ca. 40 Bahnübergängen (Landwirtschaft)...

Die Vorurteile resultieren m. E. vorwiegend aus Unkenntnis. Daher ist Aufklärung von Nöten. Und wenn die Bahn erst mal da ist, werden die immensen Vorteile der Bahn (für die Bewohner der Region!!!) als Zubringer zur Rhein-Main-Region sicher schnell deutlich. Die Kritik wird dann ebenso schnell verstummen. Ich kann nur hoffen, dass die Politiker in Mainz den entsprechenden Mumm haben, sich da durchzubeißen. Langfristig wird man ihnen dafür danken!

Horst Heinrich hat geschrieben:...ohne die gigantischen (Quer-) Subventionen wäre auch Ryanair hier bereits abgesprungen.

Ja klar, aber der Flughafen ist jetzt nun mal da und er wird auch weiter da bleiben. Dafür wird das Land schon sorgen. Mehr sollte uns im Zusammenhang mit der Bahnstrecke doch erst mal nicht interessieren. Ich möchte dringend raten, sich über das Subventionsgrab Hahn an anderer Stelle zu beschweren und hier im Eisenbahnforum den positiven Effekt der Situation wahrzunehmen. Wer den Hahn zerredet, zerredet letztendlich auch die Bahnstrecke. Ohne den Flughafen bräuchten wir hier nicht über eine Reaktivierung zu diskutieren. Das hat Bernd Heinrichsmeyer hier schon vor Jahren deutlich gemacht; und er muss es wissen!

Horst Heinrich
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Do 8. Jan 2015, 14:28

Rolf hat geschrieben:... aber der Flughafen ist jetzt nun mal da und er wird auch weiter da bleiben. Dafür wird das Land schon sorgen. Mehr sollte uns im Zusammenhang mit der Bahnstrecke doch erst mal nicht interessieren. Ich möchte dringend raten, sich über das Subventionsgrab Hahn an anderer Stelle zu beschweren und hier im Eisenbahnforum den positiven Effekt der Situation wahrzunehmen. Wer den Hahn zerredet, zerredet letztendlich auch die Bahnstrecke. Ohne den Flughafen bräuchten wir hier nicht über eine Reaktivierung zu diskutieren. Das hat Bernd Heinrichsmeyer hier schon vor Jahren deutlich gemacht; und er muss es wissen!


Mittelfristig wird der Flughafen verschwinden, Zweibrücken war der Anfang.
Gerade eben wurde ein weiteres Unternehmen am Hahn geschlossen - ein Caterer.
Wieder 30 Arbeitslose mehr.
Der "Jobmotor" fährt nur noch auf einem Zylinder und wird nach der Landtagswahl 2016 vermutlich komplett stehen bleiben.
Übrigens reagieren die Hunsrücker bereits, viele Menschen vor Ort suchen für sich bzw. ihre Kinder bereits Beschäftigungsalternativen, richten dabei ihr Interesse auch in das Rhein-Main-Gebiet.

Die Reaktivierung -darüber sind sich alle Fachleute einig- macht gerade auch dann Sinn, wenn der Flughafen in die Knie geht, denn sie wäre eine zusätzliche Attraktivität der Wohnregion Hunsrück und eine ÖPNV-Anbindung an die Rhein-Main-Region, die noch einmal besonders interessant wird, wenn es ab 2018 sechs Jahre lang zu Engpässen auf der A 61 im Zuge eines Brückenneubaus kommt.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Rolf » Do 8. Jan 2015, 14:57

Horst Heinrich hat geschrieben:... Mittelfristig wird der Flughafen verschwinden, Zweibrücken war der Anfang.
Gerade eben wurde ein weiteres Unternehmen am Hahn geschlossen - ein Caterer.
Wieder 30 Arbeitslose mehr.
Der "Jobmotor" fährt nur noch auf einem Zylinder und wird nach der Landtagswahl 2016 vermutlich komplett stehen bleiben.....

Ich wette einen Kasten Bier dagegen!

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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Do 8. Jan 2015, 16:48

Wer hier mit welchem Lamentieren nervt, lassen wir mal dahingestellt!

Horst und ich wollen den Erhalt der durchgehenden Bahnverbindung über den Hunsrück. Also Langenlonsheim - Türkismühle via Morbach. Wir ergehen uns aber nicht in Wunschträumen, sondern schauen realistisch auf die Sachlage. Dazu gehören Wahrheiten, die objektiv festgestellt wurden - z.B. durch Gutachten oder durch direkte Informationen des Eigentümers - und welche man in eine vernünftige, unaufgeregte und sachliche Diskussion aufnehmen sollte. Dazu dienen m.E. solche Internetforen. Dazu gehört es auch, dass man basierend auf eigenem Fachwissen, teilweise durch Gutachten untermauert, hier diskutierte Planungen sachlich kritisiert, z.B. eine Forderung nach SPNV im Süden (südlich Morbach). Hinzu kommen bei mir einfach praktische Erfahrungen aus jahrelangem Betrieb der fraglichen Eisenbahninfrastruktur.

Zur Diskussion über den Flughafen: Kurz- und mittelfristig bleibt der bestimmt erhalten. Sie tief können die Mainzer in der Staatskanzlei die Hosen gar nicht runterziehen, als dass da etwas passieren würde. Insofern würde ich auch eine grüne Werkzeugkiste mit 24 braunen Kleinteilen dagegen halten, dass der Hahn schließt. Die Aufgabe von Zweibrücken kann m.E. dem Hahn eher nutzen. Sicher war Zweibrücken auch ein politisches Bauernopfer, da er nie so bedeutend war. Ansonsten hätte man wie beim Hahn auch dort eine Hintertür gefunden, durch die man die von der EU kritisierten Subventionen in Form eines "Geldkreisverkehrs" legalisieren könnte.
Wenn der Rynair-Chef auftaucht und eine Pressekonferenz abhält, dann ist es zumeist etwas Positives. Die Erfahrung zeigt, dass er bei Einstellungen und Reduktionen keinen großen Aufwand betreibt. Insofern glaube ich auch, dass sein Erscheinen positiv ist. Im Übrigen halte ich die ganze Diskussion über Fluggastzahlen für unsinnig. Man muss langfristige Mittel betrachten und nicht die Ausreißer einzelner Jahre. Hier fehlt mir insbes. in der Politik und der medialen Darstellung auch der nötige Langmut.

Und etwas off topic: Hahn muss gerade im Chartergeschäft um andere Gesellschaften werben. Da tut man sich schwer - kurz aus meiner privaten Erfahrung: Mein Flieger konnte in Zweibrücken seinerzeit nicht landen wegen Nebels. Saarbrücken ging aus gleichem Grund auch nicht. Hahn wäre neben Luxemburg der nächste Flughafen gewesen. Gelandet ist der Jet dann in Köln-Bonn und ich durfte 4h mit einem Bus dorthin gurken. In der späteren Aufarbeitung der Sache - man hat ja Fluggastrechte - kam heraus, dass mit Hahn keine Vertragsbeziehungen bestehen (ich war mit einer Tochtergesellschaft der größten deutschen Luftfahrgesellschaft unterwegs) und man deswegen da nicht landen und starten könne. Dies läge an Verträgen des Hahn und nicht der Airline. Da passt doch auch was nicht .... .
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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Horst Heinrich » Do 8. Jan 2015, 19:28

saarepi hat geschrieben: die Freunde von Horst, die Bäume,

In Memoriam Doris Nefedov alias Alexandra... aber auch ein Forstmann ist erst zufrieden, wenn aus dem Baum ein schöner Schrank geworden ist.
Doch Spaß beiseite.
Wir sollten uns einig sein, daß der Erhalt der Gesamtstrecke den Minimalkonsens darstellt und daß Weiterungen gleich welcher Art höchst willkommen sind - und das am besten ohne Abhängigkeit von einem Parallelprojekt wie dem Flughafen.
Wenn man nämlich Schienenpersonenverkehr nicht gerade in vlexx-Manier versiebt, ist er in aller Regel ein Gewinn für Land und Leute.
Natürlich gibt es gut und weniger gut ausgelastete Strecken und ich könnte aus dem Stegreif fünf Strecken in Rheinland-Pfalz nennen, da würde heute kein Zug mehr fahren, wenn die Rheinland-Pfalz-Takt-Macher einst nicht auch gegen den Strom geschwommen wären.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

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Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Nils » Do 8. Jan 2015, 22:13

Danke Horst, eine kurze Zusammenfassung des Wesentlichen in 3 Sätzen hätte ich von dir jetzt am wenigsten erwartet... :wink:
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