Nationalpark & Bahn

Strecke Emmelshausen - Boppard und das Hunsrückbahnmuseum.
Westeifelbahner

Re: Nationalpark & Bahn

Beitragvon Westeifelbahner » Sa 10. Jan 2015, 20:47

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:Brückenbauwerke kann man in Pachtverträgen mit der DB Netz nicht einfach im IST-Zustand zurückgeben, wenn die Brücke am Einstürzen ist. Das sehen die Verträge nicht vor. Auch wenn eine Brücke ohne Verkehr ist, so fallen Kosten an. Wir haben in 7 Jahren rund 35.000 EUR nur in Brückenprüfungen und deren Nebenkosten investiert. Das sind alles Summen, die man nicht aus der Welt reden kann.

Gut, vielleicht müsste die Kommune im worst case den Abbruch einer Brücke zahlen, wenn sie eine Bahnstrecke pachtet und irgendwann wieder los werden will. Es ist aber doch offenbar auch nicht so, dass gepachtete Bahnstrecken in dauerhaft betriebsfähigem Zustand an die DB AG zurückgegeben werden müssen. Mir ist zumindest kein Fall bekannt, in dem eine Bahnstrecke von einem Pächter bei Ablauf des Pachtvertrages und mit Rückgabe an die DB AG noch so kostenintensiv saniert werden musste, dass dies für Kommunen ein ernsthaftes Problem darstellen würde.
Ich würde den Bedenkenträgern in den Kommunen ein Gespräch mit den Ratsdamen und Ratsherren in Gerolstein und Prüm empfehlen, was ihnen der Besitz einer stilllgelegten Bahnstrecke Gerolstein - Prüm nach nun bald 10 Jahren tatsächlich gekostet hat. Mir fallen da nur die Kosten für den Kauf, für die daraus resultierenden Zinsen und einmalig 20.000 EUR für Brückengutachten u.ä. zur Prüfung möglicher Reaktivierungskosten an. Ansonsten ist mir zumindest kein einziger Haushaltsposten bekannt, der auf Ausgaben betreffend der Bahnstrecke Gerolstein - Prüm in diesem Zeitraum zurückzuführen ist. Und es ist ja auch nicht so gewesen, dass die Stadt Gerolstein nach dem Erwerb der Strecke direkt mal neue Brückengeländer in Lissendorf angebracht hat. Und eine Prüfung der Betriebsfähigkeit der Brückenbauwerke ist ja außerhalb von Reaktivierungsbemühungen nicht nötig; die ausschließliche Prüfung von Stand- und Verkehrssicherheit demgegenüber wesentlich simpler.

Unstrittig ist, dass der Betrieb einer Eisenbahninfrastruktur für Kommunen ein sehr teures Projekt sein kann. Doch das Risiko ist aus meiner Sicht, entgegen der häufig anders lautenden Position in den Räten, durchaus überschaubar, wenn man die Optionen eines Stilllegungsverfahrens und/oder einer Kündigung des Pachtvertrages berücksichtigt.

Unterm Strich habe ich zumindest den Eindruck, dass der Unterhalt der stilllgelegten Bahnstrecke Gerolstein - Prüm keine Kosten verursacht hat, die eine Kommune vom Kauf einer Bahnstrecke abschrecken sollten. Ein anderes Thema ist eben nur, ob es sich lohnt, wenn man die Gleise eh nur brach liegen lässt...

Gruß Westeifelbahner

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Markus Göttert
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Nur EINFACH zu unübersichtlich.

Beitragvon Markus Göttert » So 11. Jan 2015, 20:01

Inzwischen ist die Beitragsliste so lang, dass ich jetzt diesen mal DICHT mache.
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