Aufruf zur Beteiligung

Strecke Emmelshausen - Boppard und das Hunsrückbahnmuseum.
Horst Heinrich
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Re: Aufruf zur Beteiligung

Beitragvon Horst Heinrich » Fr 2. Mai 2014, 10:29

Bernd Heinrichsmeyer hat geschrieben:@Horst: Es stimmt nicht ganz, dass die Bundesbahn das militärische Geld komplett einkassiert hat. Wenn man sich die Bauwerksbücher des Abschnitts Morbach - Hermeskeil ansieht, dann kann man von 1988 - 1993 große Investitionen an den Brücken und dem Hoxler Tunnel feststellen. Schade, dass dies dann nicht auch Türkismühle - Hermeskeil umfasst hat.

Das ist richtig, in die genannten Brücken und Tunnel wurde -auch sehr plakativ- ordentlich investiert, so weit ich mich erinnern kann weil der Unterhaltungsstau etwa durch herabgefallene Stahlbetonteile sehr augenfällig war.
Es gab sogar mal die Beschwerde eines Riedenburger Landwirtes, dem ein Brückenteil von der Größe eines Küchentischs vor den Schlepper gefallen war.
Gelandet sind an der Strecke letztlich aber nur etwa 50 % der gezahlten Beträge.
Daß für Hermeskeil-Türkismühle nichts abgefallen ist lag daran, daß die Präferenz der Militärs beim Streckenabschnitt Trier-Hermeskeil lag, was mich anfangs immer gewundert hat, denn gerade im Nahe-Pfalz-Raum lagen viele weitere US-Standorte. Des Rätsels Lösung ergab sich dann, als die Munitionsnachschubwege z.B. für die Fluglätze bekannt wurden.
Güterverkehrsknoten Trier für Spangdahlem und Hahn, Güterverkehrsknoten Kaiserlautern für Sembach/Ramstein. Dementsprechend wurden die Mittel für die Streckenertüchtigungen bereit gestellt.
Hermeskeil-Türkismühle lag halt etwas abseits dieser regionalen Planungen.
Sicher wäre es interessant, auch diese Thematik mal aufzuarbeiten, zumal gerade der Bahn im Bereich des "Nato-Flugzeugträgers Rheinland-Pfalz (Direktionen Frankfurt, Saarbrücken und Karlsruhe) gewaltige Summen aus den Verteidigungsetats überwiesen wurden.
Aber zurück zur Gegenwart.
Ich stimme Bernd insgesamt zu.
Alle Fakten liegen auf dem Tisch, jetzt liegt es daran, die entsprechenden politischen Felder in Bund, Land und Kommune zu beackern. Ich halte dieses Unterfangen nicht für aussichtslos, wenngleich es hie und da bahnmäßig sehr hartleibige Volksvertreter gibt. Aber gute Argumente, eine gute Öffentlichkeitsarbeit und nicht zuletzt engagierte Ehrenamtliche können hier einiges bewirken, siehe Ostertal- oder Zellertalbahn.
Beide Strecken standen vor 15 Jahren da, wie jetzt die Hunsrückbahn - kein Kenner der Materie hatte ihnen eine Überlebenschance gegeben. Jetzt wird -in puncto Zellertalbahn- sogar schon wieder über ÖPNV nachgedacht.
SOLANGE NICHT DIE KULTUSMINISTERKONFERENZ EINE EINSTWEILIGE VERFÜGUNG ERWIRKT UND SIE MIR PERSÖNLICH AN DER HAUSTÜR ÜBERREICHT,BLEIBE ICH BEI DER ALTEN RECHTSCHREIBUNG.

Westeifelbahner

Re: Aufruf zur Beteiligung

Beitragvon Westeifelbahner » Fr 2. Mai 2014, 15:37

saarepi hat geschrieben:
Nochwas zur Zulassung: Wie ich die Fachabteilung in Mainz einschätze, hat ein Verein keine Chance auf Genehmigung nach §6 AEG. Selbst unsere GmbH war denen finanziell zu schwach aufgestellt.


Das sehe ich genau so, denn bei meinem Versuch im Jahr 2001 Radio Donnersberg zu retten, wurde mir von der Landesmedienanstalt erklärt, dass man einem Verein keine Lizenz mehr geben würde.

Also musste ein Business Plan her, der Aussagekräftig und glaubwürdig war und der die Gründung einer GmbH oder ähnliches vorsah.

Ich hatte das angesprochen, weil das Eisenbahnrecht nur eine Möglichkeit hergibt, wenn ein Verein zum EIU nach §6 AEG werden soll und die finanzielle Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden muss: Andere natürliche oder juristische Personen, die für den Verein haften. Und bei einem solchen Modell ist jeder Kilometer Eisenbahnstrecke ein Kilometer zu viel - es gibt schon gute Gründe, warum ein Bahnbetreiber besser eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung sein sollte.
Gruß Westeifelbahner

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Re: Aufruf zur Beteiligung

Beitragvon jojo54 » Di 12. Aug 2014, 12:28

Hallo zusammen,

leider habe ich festgestellt, dass die Lokalpresse derzeit kein großes Interesse hat, über diverse Nebenbahnen, u. a. auch im Hunsrück zu berichten. Es gibt zu viele andere Dinge, die wichtiger sind.

Wie geht es mit der Öffentlichkeitsarbeit weiter ?

Stehen noch Gelder aus dem Spendenaufruf zur Verfügung und gibt es nochmals Informationen in lokalen Anzeigenblättern, die ggf. über eine Anzeige geschaltet werden ?

Es stellt sich aber auch die Frage "gibt es überhaupt Neuigkeiten, die für die Öffentlichkeit von Interesse wären ?"

MfG
jojo54

Horst Heinrich
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Re: Aufruf zur Beteiligung

Beitragvon Horst Heinrich » Di 12. Aug 2014, 13:19

jojo54 hat geschrieben:Es stellt sich aber auch die Frage "gibt es überhaupt Neuigkeiten, die für die Öffentlichkeit von Interesse wären ?"


Außer der -altbekannten- Neuigkeit, daß in puncto Nationalpark praktisch jeden Tag irgendetwas veröffentlicht, die den Nationalpark auf einmalige Weise erschließende Bahnstrecke aber mit keinem Wort erwähnt wird.
Dabei könnte sich die angeblich so ökologisch orientierte rot-grüne Landesregierung mit wenig finanziellem Aufwand hier ein Denkmal der Nachhaltigkeit setzen.
Aber daran merkt man, wie wenig durchdacht das ganze ist, eigentlich müßte man eine solch einmalige "Nationalparkbahn" zum Aushängeschild machen.

Ansonsten ist es in Hunsrück und Hochwald derzeit recht ruhig, die neu gewählten kommunalen Mandatsträger sind noch in der Sommerpause.

Die Medien waren -was das Füllen der Sommerlöcher betrifft- früher auch mal kreativer.
Dabei gäbe es "Aufhänger" genug, man könnte sich medial auch noch mal Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Hunsrücker Bahnen widmen.
Stattdessen lesen wir in der Rhein-Zeitung, daß die Oberweseler Weinhex ihren Spitzhut gegen ein Diadem tauschen wird oder daß die Polizei auf der Nature One 1400 Extasy-Tabletten eingesammelt hat, was ich mal eine erfolgreiche Kollekte für unsere Staatsdiener nennen möchte.
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Re: Aufruf zur Beteiligung

Beitragvon jojo54 » Di 12. Aug 2014, 13:32

Eine Antwort von Pablo als hierfür "Verantwortlicher" wäre mir eigentlich lieber gewesen. Was Horst schreibt ist doch bekannt.

MfG
jojo54

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Re: Aufruf zur Beteiligung

Beitragvon Horst Heinrich » Di 12. Aug 2014, 14:33

saarepi hat geschrieben:Mit Herrn Conradt der Rhein Zeitung in I.O. hatte ich telefoniert. Man wolle was druckreifes aber wie das genau aussehen soll hat er nicht rausgelassen.

Dem kann doch schnell abgeholfen werden, einen solchen Artikel zu schreiben würde ich sogar übernehmen.
Die Rhein-Zeitung müßte ihn aber auch ohne sinnentstellende Kürzungen abdrucken :wink:
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Re: Aufruf zur Beteiligung

Beitragvon Pablo » Di 12. Aug 2014, 14:58

Hallo zusammen,

keine Panik, hier bin ich ja :lol:

Es stehen von dem Spendenaufruf noch genau 5,74 € (ohne meinen Anteil) zur Verfügung. Die Flyer-Aktion habe ich auch nicht vergessen, ich hatte nur einfach keine Zeit um mich darum zu kümmern. Das wird aber die nächsten Wochen folgen, sodass spätestens Mitte September etwa 8.000 Flyer gedruckt werden. Beim "unter die Leut" bringen darf sich dann natürlich jeder beteiligen. Dazu rufe ich aber gesondert auf, wenn es soweit ist.

Zum inhaltlichen Teil: Wie Horst schon angemerkt hat, es gibt einfach seit Wochen keine Neuigkeiten. Die Zeitung berichtet hin und wieder vom Nationalpark, da geht es aber um Themen wie Ausbildung der Ranger, oder dass die Wildkatze das offizielle Maskottchen wird.

Beim letzten Brief des Bürgerbeauftragten sollte ich mich äußern. Ich habe ihm dann verschiedene Punkte geschrieben, wie z.B. dass wir keinen SPNV fordern, sondern einen Ausflugsverkehr, dass eine 73 km lange Bahnstrecke um den NP herum für 3-5 Mio. in den nächsten Jahren ein Glücksfall für die Region ist, dass auch ich sehr großen Gesprächsbedarf mit dem zuständigen saarländischen Ministerium sehe, dass der Zweckverband SPNV RLP Nord die Ausflugsverkehre weiter unterstützen will. Dann habe ich ihm noch die Presseberichte geschickt, in denen die Holzindustrie die Bahn ins Spiel bringt und auf die Ilztalbahn verwiesen, wo neben erfolgreichen Ausflugsverkehr nun auch der Güterverkehr wieder zum Leben erweckt werden soll.

Also ganz untätig war ich nicht, allerdings ist es echt schwer, immer wieder Leute anzuschreiben, wenn sich einfach nix tut.
Daher sehe ich derzeit in einer Anzeige keinen Sinn. Natürlich ist ab und an ein Artikel in der Tageszeitung gut, um etwas im Gespräch zu bleiben, aber immer eine Anzeige zu schalten, dass lassen die Finanzen natürlich nicht zu.
Wenn die Sommerzeit rum ist, sollten wir versuchen mit den Flyern wieder die Bevölkerung zu erreichen (auf Dorffesten, Weinfesten usw.).

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Re: Aufruf zur Beteiligung

Beitragvon Horst Heinrich » Di 12. Aug 2014, 15:37

Ich habe mal das Rohkonzept eines Presseberichts entworfen.
Änderungen/Ergänzungen sind herzlich willkommen.

Mir der Bahn in den künftigen Nationalpark[/i]

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist in aller Munde, allenthalben werden Konzepte erarbeitet, Fachleute zahlreicher Sachgebiete haben sich positioniert, eine professionelle Tourismusstudie des Alpeninstituts wurde unlängst vorgestellt, die ersten Nationalparkranger befinden sich in Ausbildung. Im Frühjahr 2015 soll der Startschuß fallen.
Doch für Erhard Pitzius, Patrick Pandel und zahlreiche andere Mitstreiter aus Saarland und Rheinland-Pfalz fehlt ein entscheidender Punkt in der Nationalparkkonzeption: Es ist die Bahnerschließung.
Dabei gibt es sie, die "Nationalparkbahn".
Sie nimmt ihren Ausgang an der Nahestrecke in Türkismühle und ihr Weg führt über Hermeskeil, Thalfang und Morbach direkt in den Nationalpark hinein.
Von Morbach aus geht sie sogar über den Flughafen Hahn und Simmern wieder zurück an die Nahe nach Langenlonsheim.
Es ist die einstmals von der DB betriebene Hunsrückquerbahn, eine reizvolle Bahnstrecke, die vom Saarland hinauf in den Hunsrück führt, durch Tunnel hindurch und über imposante Viadukte, vorbei an zahlreichen "Eingangsportalen" des künftigen Nationalparks.
Bis zum Herbst 2013 wurden Teile der Strecke noch von historischen Schienenbussen der Hochwaldbahn GmbH bzw. des Fördervereins Hunsrückbahn befahren.
Der Betrieb mußte aber wegen nicht mehr aufschiebbarer Sanierungsmaßnahmen an verschiedenen Stellen eingestellt werden. Die Kosten für diese punktuellen Instandsetzungen nehmen sich mit 3-5 Millionen Euro vergleichsweise gering aus, immerhin könnte man damit 73 km Strecke wieder in einen Zustand versetzen, der eine Nutzung im gewohnten Umfang zuließe. Dieser Betrag kann jedoch weder vom Unternehmen Hochwaldbahn noch vom Förderverein aufgebracht werden.
Wohl aber könnte man einen anderen Topf "anzapfen".
Das Land Rheinland-Pfalz stellt auch in diesem Jahr wieder Mittel für touristischen Schienenverkehr zur Verfügung.
Hier stehen entsprechende Gelder bereit, man müßte sie halt nur im Hunsrück auch investieren.
Am Ende hätte man den ersten deutschen Nationalpark, der vollständig umweltfreundlich an das Schienennetz angeschlossen wäre.
Für Erhard Pitzius, Patrick Pandel und die anderen Bahnaktivisten nicht zuletzt der konsequent zuende gedachte Nachhaltigkeitsgedanken.
Bisher, so die Tourismusstudie des Alpeninstituts, ist der Nationalpark generell nur sehr unzureichend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen und die reine Fokussierung auf den automobilen Tourismus würde dem Kerngedanken eines Nationalparks ohnehin widersprechen.
Die Reaktivierung der Hunsrück- und Hochwaldbahn, erläutern die Bahnaktivisten, wäre daher das i-Tüpfelchen auf der Nationalparkkonzeption.
Ganz nebenbei ergäben sich mit der Bahn auch weitere, touristische Möglichkeiten, denn sie führt durch viele Regionen, die nur sehr schwer oder gar nicht mit dem Pkw erreichbar sind.
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Re: Aufruf zur Beteiligung

Beitragvon Pablo » Di 30. Sep 2014, 18:13

Die Flyer sind eingetroffen. Insgesamt 8.000 Stück. Somit ist das gesammelte Geld komplett aufgebraucht.
Hier sind sie zu sehen:

viewtopic.php?f=8&t=45839&start=12


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