Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Strecke Emmelshausen - Boppard und das Hunsrückbahnmuseum.
Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Fr 22. Aug 2014, 22:34

Jo, alles richtig. Aber der Zug ist abgefahren. Wir haben uns die Haken wundgelaufen und meine Zunge blutet immer noch vom vielen Reden. Hat alles nix genutzt. Die Verlader wollen die Bahn nicht mehr. Pointe war ein Termin bei Mettler mit dem Logistikchef. Der hat uns anfahren lassen und dann mitteilen lassen, er sei leider kurzfristig im Ausland. Später tel. nachgefragt sagte er recht aggressiv, die Bahn sei rückständig, er mache alles mit Lkw und wir mögen ihn in Ruhe lassen. Bitte sagte er nicht. Fazit: Das Ding ist durch.
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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Horst Heinrich
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Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Horst Heinrich » Sa 23. Aug 2014, 12:42

Die forstliche Fachwelt macht sich übrigens permanent Gedanken um den umweltfreundlichen Transport per Bahn.
http://www.forstpraxis.de/holztransport ... sse-606524
Das Thema ist immer noch aktuell.
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Rolf
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Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Rolf » Sa 23. Aug 2014, 13:52

An einer Strecke der regional verankerten Emsländischen Eisenbahn GmbH von Meppen nach Essen (Oldb) wurde ein kompletter ganzzugfähiger Güterbahnhof für die Freiverladung von Gütern neu errichtet. Neben Dünge- und Futtermitteln wird dort auch Rohholz umgeschlagen. ... . Bei diesem Projekt beliefen sich die Gesamtherstellungskosten auf 10,8 Mio €, wobei 75 % der Kosten vom Bund übernommen wurden.

So steht es im von Horst Heinrich verlinkten Text. Auf welcher Grundlage übernimmt der Bund 75% der Kosten? Wer zahlt den Rest? Vielleicht kann das mal jemand aufklären.

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Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Horst Heinrich » Sa 23. Aug 2014, 17:02

Rolf hat geschrieben: Wer zahlt den Rest? Vielleicht kann das mal jemand aufklären.

Den teilen sich in der Regel Land, Kommune(n) und oft legen auch künftige Nutznießer (Forst, EVU etc) noch etwas drauf.
Ist die Angelegenheit politisch gewünscht, findet sich auch ein Finanzierungskonzept - so war es immer, so wird es bleiben.
Es wurde hier schon oft thematisiert: Alles ist möglich, wenn der politische Wille da ist.
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Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Rolf » Sa 23. Aug 2014, 23:29

Danke für die Informationen!

Westeifelbahner

Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Westeifelbahner » So 24. Aug 2014, 23:09

Rolf hat geschrieben:
An einer Strecke der regional verankerten Emsländischen Eisenbahn GmbH von Meppen nach Essen (Oldb) wurde ein kompletter ganzzugfähiger Güterbahnhof für die Freiverladung von Gütern neu errichtet. Neben Dünge- und Futtermitteln wird dort auch Rohholz umgeschlagen. ... . Bei diesem Projekt beliefen sich die Gesamtherstellungskosten auf 10,8 Mio €, wobei 75 % der Kosten vom Bund übernommen wurden.

So steht es im von Horst Heinrich verlinkten Text. Auf welcher Grundlage übernimmt der Bund 75% der Kosten? Wer zahlt den Rest? Vielleicht kann das mal jemand aufklären.


Leider bestätigt sich hier mein Eindruck, weswegen ich mich an der Diskussion im Eifelthread unter viewtopic.php?f=33&t=42159&start=48 zuletzt nicht mehr beteiligt habe.

@Rolf:
Dort hatte ich am 16.08. genau diese o. g. Meldung als Beispiel dafür verlinkt, dass durchaus Bundesmittel für Strecken verfügbar sind, die zu Zwecken des SGV erhalten werden sollen:
viewtopic.php?f=33&t=42159&start=48
Du hast danach aber nicht darauf reagiert und die Verantwortung für die Stilllegung der zuletzt einzig im SGV genutzten Strecke Jünkerath - Losheim weiterhin bei fehlenden Bundesmitteln gesucht.
Die gleiche Meldung wird für dich aber hier zum Thema, als sie am 23.08. in einem anderen Thread und anderen Kontext benannt wird...

@Horst Heinrich:
Ich schrieb am 16.08. im Eifelthread "Wo ein Wille ist, ist vieles möglich.", da ich der Überzeugung bin, dass nicht bundespolitische Fragen für den Abbau der Strecke Jünkerath - Losheim entscheidend waren, sondern einzig und allein der überall fehlende Wille am Erhalt der Strecke. Nicht in Berlin, sondern auch in Hallschlag, Kronenburg oder Losheim. Und nicht zu vergessen: Im Dauner Kreistag, in der Mainzer Staatskanzlei, hinter der Landesgrenze usw.
Rolf war dagegen der Meinung, dass die Verantwortung beim Bund zu suchen sei.
Warum hast du daraufhin Rolf zugestimmt, wenn du am 23.08. in diesem Threas selbst schreibst, dass "alles möglich ist, wenn der politische Wille da ist"?

Gruß Westeifelbahner

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Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Horst Heinrich » Mo 25. Aug 2014, 08:33

Westeifelbahner hat geschrieben:@Horst Heinrich:
Rolf war dagegen der Meinung, dass die Verantwortung beim Bund zu suchen sei.
Warum hast du daraufhin Rolf zugestimmt, wenn du am 23.08. in diesem Threas selbst schreibst, dass "alles möglich ist, wenn der politische Wille da ist"?

Gruß Westeifelbahner


Die Eisenbahninfrastruktur war/ist zunächst Bundessache.
Erst wenn der Bund sein Netz "fallen" läßt, fangen Länder und Kommunen an, sich damit zu beschäftigen.
Wollen beide eine Strecke, werden sie Mittel und Wege finden, sie zu erhalten und womöglich zu betreiben.
Dann treten sie wiederum an den Bund heran in Sachen Zuschüsse, Förderung oder Erwerb.
Will jedoch keiner den Streckenerhalt, sondern alle wollen evtl. andere Nutzungen (z.B. einen Radweg), dann wird die Strecke umgenutzt.
Das ist die Systematik und ich habe auch nichts anderes festgestellt.

Wenn in Eifel, Hunsrück oder anderswo Schienenverkehr stattfinden soll, dann werden sich die entsprechenden Beteiligten einigen, dann ist -sprichwörtlich ausgedrückt- "alles möglich" und sogar der Bund trägt seinen Teil bei.
Wenn der Schienenverkehr hingegen nicht wieder aufleben soll, passiert auch nichts.

Urheber des ganzen Gezerres sind in der Tat bundespolitische Weichenstellungen.
Hier hat man -zur Vorbereitung des einst geplanten Börsenganges- alles getan, um unliebsamen Ballast loszuwerden.
Jetzt stehen am Ende der Kette die chronisch klammen Kommunen in der Pflicht, sie haben eine Strecke "an der Backe", ohne sich mit dem Betrieb von Bahnverkehr auszukennen und über die entsprechenden Mittel zu verfügen.
Entsprechend ratlos ist man und entsprechend froh ist man meist, wenn man die ungeliebte Verpflichtung los ist.
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Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Dieselpower » Mo 25. Aug 2014, 12:01

saarepi hat geschrieben:Der Börsengang war nur der letzte Sargnagel von Vielen!


...und der hat (zum Glück) noch nicht mal geklappt. Die dafür erforderlichen Kastrationen an der Infrastruktur und dem Service hingegen vorzüglich!
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Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Westeifelbahner » Mo 25. Aug 2014, 16:39

Horst Heinrich hat geschrieben:Will jedoch keiner den Streckenerhalt, sondern alle wollen evtl. andere Nutzungen (z.B. einen Radweg), dann wird die Strecke umgenutzt.
Das ist die Systematik und ich habe auch nichts anderes festgestellt.

Wenn in Eifel, Hunsrück oder anderswo Schienenverkehr stattfinden soll, dann werden sich die entsprechenden Beteiligten einigen, dann ist -sprichwörtlich ausgedrückt- "alles möglich" und sogar der Bund trägt seinen Teil bei.
Wenn der Schienenverkehr hingegen nicht wieder aufleben soll, passiert auch nichts.

Das war/ist doch auch meine Position.
Wir haben ja betreffend der Strecke Jünkerath - Losheim über keine Bahn diskutiert, welche die Kommunen "an der Backe hatten", sondern um eine Infrastruktur, deren Stilllegung - so meine Behauptung - mindestens 95% der Anwohner und Gemeinden entlang der Strecke nicht einmal bemerkt haben.
Gruß Westeifelbahner

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Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Rolf » Mo 25. Aug 2014, 19:26

Westeifelbahner hat geschrieben:...
@Rolf:
Dort hatte ich am 16.08. genau diese o. g. Meldung als Beispiel dafür verlinkt, dass durchaus Bundesmittel für Strecken verfügbar sind, die zu Zwecken des SGV erhalten werden sollen:
viewtopic.php?f=33&t=42159&start=48
Du hast danach aber nicht darauf reagiert und die Verantwortung für die Stilllegung der zuletzt einzig im SGV genutzten Strecke Jünkerath - Losheim weiterhin bei fehlenden Bundesmitteln gesucht. ...

Das genannte Beispiel mit den 75% Bundeszuschuss beschreibt doch genau das Dilemma: Hier und da einigen sich alle Beteiligten darauf, Infrastruktur neu zu bauen oder zu reaktivieren. Wie oft kommt das vor? Richtig, sehr selten. In der Eifel fällt mir spontan nur die reaktivierte Schotterverladung bei Gerolstein und das seinerzeit erneuerte Ladegleis in Daun ein, dagegen stehen allein 150 aufgegebene Güterverkehrsstellen (im Zuge von Mora-C usw. usw.). Im Hunsrück und andernorts dürfte es ähnlich sein. Dem einen oder anderen positiven Beispiel steht eine schier endlose Liste von Stilllegungen gegenüber. Warum? Wenn der Bund nur 75% übernimmt, müssen 25% von Land, Kommune und Nutzer beigesteuert werden, wie in dem genannten Beispiel. Und die bekommt man offensichtlich nur sehr selten zusammen; die meistens klammen Kommunen haben dafür doch kein Geld übrig. Warum sollten sie sich auch für den Güterverkehr engagieren, wenn es auch ohne Kostenbeteiligung über die vorhandene Straße geht? Nein, diese Art der Co-Finanzierung ist eine bundespolitische Fehlkonstruktion bzw. Augenwischerei und täuscht darüber hinweg, dass sie die Ausnahme, und nicht die Regel ist. Man könnte fast böse Absicht dahinter vermuten: Hört sich ja erst mal toll an, dass sich der Bund mit 75% beteiligt. Dass der verbleibende Anteil von 25% der Knackpunkt ist, bleibt dann außen vor.

Bundesstraßen und Autobahnen finanziert der Bund ja auch zu 100%. Man stelle sich mal vor, der Bund würde nur noch 75% bezahlen und für den Rest Land und Kommunen zur Kasse bitten. Dann gäbe es auch kaum noch Neubauten und Erhaltungsinvestitionen und irgendwann wären die Straßen kaputt und kaum noch nutzbar. Undenkbar in Deutschland, aber genau so läuft es doch mit der Bahninfrastruktur in der Provinz. Das gleiche Spiel treibt das Land RP: 85% Zuschuss für bestimmte Projekte hören sich toll an. Dass die restlichen 15% Anteil für die Kommunen meist ebenfalls zu viel sind, bleibt dann auch außen vor. Das ist das Todesurteil für die meisten Strecken.

Der bundespolitische Zug fährt in Sachen Bahn schon seit Jahren in die falsche Richtung. Von Mora-C über Börsengang bis Mehdorn, mit diesen Themen/Namen kann man nur Rückbau, Abbau, Stilllegung und Fahren auf Verschleiß verbinden. Der Bund müsste stattdessen zu 100% für Strecken in der Provinz gerade stehen, wo Güterverkehr stattfinden kann, weil es im Interesse des Gesamtstaates ist, Güter per Bahn zu transportieren und nicht auf der Straße.

Westeifelbahner

Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Westeifelbahner » Mo 25. Aug 2014, 19:51

@Rolf: Mein Beitrag sollte keine Steilvorlage sein, um die Diskussion neu starten. Im Gegenteil.
Gruß Westeifelbahner

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Re: Ex-Güterkunde der Hunsrückquerbahn schließt Standort

Beitragvon Horst Heinrich » Di 26. Aug 2014, 10:12

Rolf hat geschrieben:[ Man könnte fast böse Absicht dahinter vermuten

Das ist es auch, dieses "Finanzierungsmodell" ist der Einstieg in den Ausstieg in den Erhalt der Strecken, die keinen SPNV mehr haben.
In ganz Rheinland-Pfalz gibt es nur eine Strecke, die mit diesem Konzept gesichert werden konnte, das ist die Zellertalbahn.
Alle anderen gefährdeten Strecken werden über kurz oder lang den Weg der Vennbahn gehen.
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