Aartalbahn: WI/MZ - SWA - DIZ - LM

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eta176
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Aartalbahn: WI/MZ - SWA - DIZ - LM

Beitrag von eta176 »

.
Da wir bislang zwei Threads (getrennt für HE und RP) zur Aartalbahn hatten, mache ich jetzt
einen gemeinsamen Beitragsbaum für die Gesamtstrecke Mainz/Wiesbaden - Bad Schwalbach -
Diez - Limburg(Lahn) auf.


Konkrete Planungsschritte für Aartalbahn vereinbart
Die wichtigsten Akteure haben sich zur Reaktivierung der Strecke beraten.


Thema: Schiene, ÖPNV, Nahmobilität - 07.01.2021
Pressestelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Für die Weiterentwicklung des regionalen Verkehrs und nach dem Wiesbadener Bürgerentscheid vom
1.11.2020 zu einer City-Bahn ist für die Aartalbahn zwischen Wiesbaden und der Rheingau-Taunus-
Kreisstadt Bad Schwalbach eine neue Situation mit deutlich veränderten Rahmenbedingungen ent-
standen. Deswegen haben sich - mit Vertretern aus dem hessischen Verkehrsministerium, dem Rhein-
Main-Verkehrsverbund, dem Rheingau-Taunus-Kreis und der Landeshauptstadt Wiesbaden - die wich-
tigsten hessischen Akteure zusammengefunden, um gemeinsam über das weitere Vorgehen bezüg-
lich einer möglichen Reaktivierung der Strecke zu beraten.

Bürgerentscheid zur Citybahn hat neue Situation geschaffen
Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hob hierzu hervor: „Die Wiesbadener Citybahn wäre auch
eine Reaktivierung der Aartalbahn von Wiesbaden bis Bad Schwalbach gewesen. Das bedauerliche ableh-
nende Votum des Wiesbadener Bürgerentscheids zur City-Bahn hat für die Aartalbahn damit eine neue
Situation geschaffen. Die Probleme im Auto- und Busverkehr insbesondere zwischen Bad Schwalbach und
Wiesbaden bestehen weiter fort – ebenso wie die Vorteile einer Reaktivierung der Aartalbahn für Umwelt
und Klima. Daher gilt es nun rasch neue Konzepte für eine verkehrlich sinnvolle Reaktivierung zu prüfen.
Wegen des grenzüberschreitenden Verlaufs der Strecke wird das in enger Kooperation mit Rheinland-
Pfalz und den dortigen Aufgabenträgern für den Öffentlichen Personennahverkehr erfolgen.“


Günter F. Döring, zuständiger Dezernent des Rheingau-Taunus-Kreises, betonte noch einmal die besondere
Bedeutung einer modernisierten Aartalbahn für die weitere Entwicklung des Kreises: „Auch wir haben ein
großes Interesse daran, die seit Jahrzehnten brach liegende Aartalbahn wieder für den Schienenverkehr
zu nutzen. Dies eröffnet uns die Möglichkeit, für unsere Kreisstadt Bad Schwalbach und der größten Stadt
im Kreis, Taunusstein, in Abstimmung mit den beiden Kommunen im Rahmen eines integrierten Zug-/Bus-
Konzeptes attraktive Verbindungen in Richtung Wiesbaden und das gesamte Rhein-Main-Gebiet zu schaffen.
In einer Arbeitsgruppe sind jetzt die Ziele zu definieren, damit die Gutachter sämtliche realistischen Mög-
lichkeiten einer Reaktivierung prüfen können.“

Leistungsfähige Schienenstrecken gefragt
Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV, verwies auf die Bedeutung leistungsfähiger Eisenbahnlinien:
„Seit RMV-Gründung vor 25 Jahren ist es uns gelungen, jedes Jahr die Fahrgastnachfrage zu steigern.
Daran möchten wir nach Corona anknüpfen. Schließlich sind nach Corona die Verkehrswende für‘s Klima
und die Vermeidung von Fahrverboten genauso wichtig wie vor der Pandemie. Für mehr Fahrgäste brau-
chen wir mehr und leistungsfähigere Schienenstrecken. Daher untersuchen wir zusammen mit den Partner
in der Region Potenzial, Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten für die Aartalbahn.“

Andreas Kowol, Verkehrsdezernent der Landeshauptstadt Wiesbaden, unterstützt das Vorgehen, einerseits
ein Begutachtungsverfahren zu starten und andererseits die Vernetzung mit weiteren Angeboten in Wies-
baden und dem Umland stets mit zu betrachten: „Wir als Landeshauptstadt Wiesbaden haben ein vitales
Interesse an grundlegenden Verbesserungen im Schienenverkehr. Nach der ablehnenden Entscheidung zur
CityBahn werden wir uns dabei nun verstärkt auf eine mögliche Reaktivierung der Aartalbahn konzentrie-
ren, selbstverständlich auch mit Blick auf Querbezügen zu sämtlichen anderen regionalen Zugverkehren
nach Wiesbaden.
Das Jahr 2021 soll genutzt werden, um vertiefende Fachgutachten zu beauftragen und die veränderte
Situation neu zu bewerten. Das betrifft selbstverständlich auch die Perspektiven für die Nassauische
Touristikbahn“. Gleichzeitig ist es Kowol ein besonderes Anliegen, ab Frühjahr 2021 einen transparen-
ten Beteiligungsprozess auf den Weg zu bringen, der es allen interessierten Mitbürgerinnen und Mitbür-
gern ermöglicht, ihre jeweiligen Gedanken und Anregungen einzubringen: „Die vielfältigen Diskussionen
im Vorfeld der CityBahn-Entscheidung haben uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, die Öffentlich-
keit in die Entwicklung großer Infrastrukturvorhaben mit einzubinden. Mit Blick auf die Aartalbahn wollen
wir darum noch frühzeitiger in einen öffentlichen Kommunikationsprozess eintreten. Unter anderem wer-
den wir darum in den nächsten Monaten aufbereitete Hintergrundinformationen zu verschiedenen Schie-
nenverkehrsthemen in Wiesbaden online stellen.“
:arrow: https://wirtschaft.hessen.de/presse/pre ... vereinbart
jojo54
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Re: Aartalbahn: WI/MZ - SWA - DIZ - LM

Beitrag von jojo54 »

eta176 hat geschrieben: Do 7. Jan 2021, 18:11 .
Da wir bislang zwei Threads (getrennt für HE und RP) zur Aartalbahn hatten, mache ich jetzt
einen gemeinsamen Beitragsbaum für die Gesamtstrecke Mainz/Wiesbaden - Bad Schwalbach -
Diez - Limburg(Lahn) auf.



Bereits vor einiger Zeit gab es einen gemeinsamen Themenbaum zur Aartalbahn. Auf Wunsch der Administration wurde dieser seinerzeit aufgeteilt.
Zudem ist der gleiche Beitrag zu einer denkbaren Reaktivierung und möglichen Perspektiven heute hier im Forum bereits zu lesen.

http://www.forum.hunsrueckquerbahn.de/v ... 16#p218616

Es wird zu viel angekündigt und in Aussicht gestellt und das seit Jahren. Wenn ich nur alleine an die Situation im Rheinland-Pfälzer Teilstück denke.
Dort wurde ein neuer, verbesserter Bedienungsvertrag mit Linienbussen ab Ende 2021 bis 2028 abgeschlossen. Da sieht man doch, wo es lang geht.
In Wirklichkeit hat keiner an einer Reaktivierung der Bahngleise Interesse. Wenn ich heute von Hahnstätten entlang der Aartalbahn-Trasse nach Bad Schwalbach möchte, muss ich mindestens zweimal umsteigen und bin ewig lang unterwegs. Zudem brauche ich zwei verschiedene Fahrscheine. Da benutzt man doch gleich das Auto. Wann gibt es denn da mal Verbesserungen, z. B. dass das RMV-Ticket von Limburg durch Rheinland-Pfalz nach Aarbergen auf der Buslinie 567 anerkannt wird?

Das sind alles Dinge, die man kurzfristig machen könnte. Es geschieht nichts, rein garnichts und das wie anfangs erwähnt, seit Jahren.
Schade auch, dass das alles an den Leuten von "Pro Bahn" vorbei geht.

Im März sind in Hessen Kommunalwahlen. Danach dürfte sich das Thema wieder erledigt haben.

Was hört man denn von der angeblich in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen zur Aartalbahn?

Bereits 2018 hat das Bundesland Hessen Aktivitäten ankündigt und was ist bis heute daraus geworden ?

https://www.fnp.de/hessen/hessen-will-s ... 79608.html
eta176
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Re: Aartalbahn: WI/MZ - SWA - DIZ - LM

Beitrag von eta176 »

Werter jojo54,
zunächst mal fände ich zu Jahresbeginn einen Gruß und gute Wünsche für nicht gerade unpassend ... :roll:
Dir alles Gute, vor allem Gesundheit, gerne eine kritische Begleitung verkehrspolitischer Themen, aber mehr
Zuversicht und vielleicht auch Engagement im Rahmen der Möglichkeiten (Pro Bahn, VCD, BUND etc)...

Zurück ins Aartal:
Lediglich einen Link zu setzen reicht m.E. in diesem Fall nicht, daher das Komplettzitat (was bei einer PM
immer geht, im Gegensatz zu urheberrechtlich geschützten Artikeln aus der Presse).
Ich brösele Deine Einwendungen und meine Antworten jetzt einmal auf:
jojo54 hat geschrieben: Do 7. Jan 2021, 19:19 Wenn ich nur alleine an die Situation im Rheinland-Pfälzer Teilstück denke.
Dort wurde ein neuer, verbesserter Bedienungsvertrag mit Linienbussen ab Ende 2021 bis 2028 abgeschlossen.
Da sieht man doch, wo es lang geht.
Es wurde noch kein Vertrag geschlossen, sondern (auf Wunsch des RLK) erst eine Ausarbeitung für eine Verlängerung
der zukünftig als Linie 570 in Aarbergen-Michelbach (statt Rückershausen) beginnenden und in Limburg über den ZOB
Nord (Parkhaus) hinaus bis zum ICE Bahnhof LM-Süd verlängerten Buslinie vom VRM ausgearbeitet. Ob diese (sehr)
kostenintensive Parallelbedienung zur Stadtlinie LM-5 und den Linien LM-59, LM-282 kommt, halte ich für fraglich.
jojo54 hat geschrieben: In Wirklichkeit hat keiner an einer Reaktivierung der Bahngleise Interesse. Wenn ich heute von Hahnstätten ent-
lang der Aartalbahn-Trasse nach Bad Schwalbach möchte, muss ich mindestens zweimal umsteigen und bin ewig
lang unterwegs. Zudem brauche ich zwei verschiedene Fahrscheine. Da benutzt man doch gleich das Auto.
Wenn Du die Verbandsgemeinde Aar-Einrich, den AK Aartalbahn, das "Bündnis für Verkehswende nördl. RLP", den Fahr-
gastverband Pro Bahn&Bus als "keiner" bezeichnest, kann das nur Deine private Meinung sein. Genau aus den von Dir
beschriebenen Gründen ist eine gemeinsame - und länderübergreifende - Vorgehensweise auch so wichtig.
jojo54 hat geschrieben: Wann gibt es denn da mal Verbesserungen, z. B. dass das RMV-Ticket von Limburg durch Rheinland-Pfalz
nach Aarbergen auf der Buslinie 567 anerkannt wird?
Neulich erklärte der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Frank Puchtler: "Drei Kreise - Ein Ticket". Doch hat er dabei
die Rechnung ohne den VRM gemacht, der sich zwar im Kreis Limburg-Weilburg auf den Westerwald-Bahnstrecken
einen VRM-Mantel- und Kragentarif durchgesetzt hat, aber im Aartal zu keinerlei Zugeständnissen bereit ist, die
hessischen Schüler-, Bediensteten- oder Senioren-Tickets bzw. das Hessen-Ticket im Rhein-Lahn-Kreis anzuerkennen.
jojo54 hat geschrieben: Das sind alles Dinge, die man kurzfristig machen könnte. Es geschieht nichts, rein garnichts und das wie anfangs erwähnt, seit Jahren.
Schade auch, dass das alles an den Leuten von "Pro Bahn" vorbei geht.
Im März sind in Hessen Kommunalwahlen. Danach dürfte sich das Thema wieder erledigt haben.
"Kurzfristig" ... ... ... ist bei RMV und VRM leider überhaupt nichts machbar :evil:
Am Rande: Da der "kraftvolle" Pro Bahn-Chef von Hessen lieber den RMV anpöbelt, bleibt für das Aartal offenbar keine Zeit.
jojo54 hat geschrieben:Was hört man denn von der angeblich in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie der Bundesländer
Rheinland-Pfalz und Hessen zur Aartalbahn?
Bereits 2018 hat das Bundesland Hessen Aktivitäten ankündigt und was ist bis heute daraus geworden ?
Glücklicherweise ist von d i e s e m "Machwerk" noch nichts an die Öffentlichkeit gelangt! Ohne die Wegnahme aus
der alleinigen Verantwortlichkeit des RMV
und - noch viel wichtiger - ohne die grundlegende Überarbeitung der
Kriterien für die "Standardisierte Bewertung" sollte man das auch im Moment nicht erneut angehen.
(Der letzte Grund gilt auch für die Aussetzung der Aktivitäten zur Reaktivierung der Eifel-Querbahn im SPNV ...)

Ich hoffe die Antworten bringen zumindest ein bisschen :idea: ins Dunkel.
Beste Grüße
HaPe
.
eta176
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Keine Durchbindung zum ICE / Kalkverkehr auf die Schiene

Beitrag von eta176 »

Im Zusammenhang mit der Ablehnung einer Reaktivierung der Aartalbahn im SPNV hatte der
Landesrechnungshof die Vorschläge einer "Express-Buslinie" ins Gespräch gebracht, die zwei-
stündlich alternierend entweder in Diez oder Limburg enden sollte, aber explizit den ICE-Halt
Limburg Süd forderte/vorschlug.
Daher musste der VRM für die geplante Ausschreibung die Verlängerung der Linien aus dem
Aartal und von Altendiez über den ZOB Nord hinaus bis zum ICE-Bahnhof integrieren und be-
rechnen. Ein zusätzlich für die Umläufe notwendiger Bus und erheblich mehr Personal hätte
A) in Limburg innerstädtisch mit täglich rund 270 Bus-Kilometern belastet und
B) den Rhein-Lahn-Kreis für die Laufzeit mindestens vier Millionen Euro gekostet, die weder
das Land, noch der SPNV-Nord oder Landesrechnungshof dem Kreis erstattet hätten und
C) damit ein Parallelverkehr zu den bestehenden Linien LM-5 (Stadtbus, der auf die ICE-Züge
abgestimmt ist), LM-59, 282 und 288 entstanden wäre.
.
Konsequenz: Schon einen Tag nach der Veröffentlichung eines "leicht kritischen" Pressearti-
kels in Limburg und Diez wurde der VRM angewiesen, die Verlängerung über den ZOB Nord
hinaus zum ICE aus der Ausschreibung herauszunehmen.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Rhein-Lahn-Zeitung berichtete am 08.02.2021 in den Ausgaben Diez und Lahnstein:
Zurück auf die Schiene: Gütertransport als Chance für die Aartalbahn
15 Jahre lang wurde der Gleisanschluss der Dyckerhoff GmbH für das Werk in Wiesbaden-
Amöneburg nicht mehr genutzt. Ende 2020 erfolgte die erste Bedienung, die als Auftakt für
die Ausweitung der Zusammenarbeit von Dyckerhoff mit dem Eisenbahn Unternehmen Rhein
Cargo gesehen wird. Die Dyckerhoff GmbH – als internationaler Hersteller von Zement und
Transportbeton – hatte früher eigene Kalksteinbrüche im Aartal und ist seit vielen Jahrzehnten
ein Kunde der Firma Schaefer Kalk.

Online, aber hinter Bezahlschranke:
https://www.rhein-zeitung.de/region/aus ... 20214.html
.
eta176
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GV verbessert NK-Faktor und entlastet Straßen und Anlieger

Beitrag von eta176 »

Vielleicht gerade noch rechtzeitig für eine länderübergreifende Besprechung auf
Ebene der Verkehrsministerien, Landräte und Anlieger-Kommunen ist heute auch
in der Limburger NNP ein Artikel zur Bedeutung bzw. Entlastungswirkung der Aar-
talbahn im Kalkverkehr für die Aartal-Kommunen, Limburg und Wiesbaden veröf-
fentlicht worden (ohne Bezahlschranke):

Ein umweltfreundlicher Transportweg im Nassauer Land
Gütertransporte als Chance für die Aartalbahn
Weniger Schwerverkehr durch Limburg und das Aartal möglich
https://www.fnp.de/lokales/limburg-weil ... 06987.html
(Das Foto macht nur in der angeklickten/vergrößerten Darstellung Sinn :wink: )

Und bevor jetzt der Kommentar kommt: "Die Eiserne Hand ist viel zu steil ..."
Es geht definitiv um Verkehre die ausschließlich über Diez/Limburg laufen
sollen - und hier vor allem Kalk zwischen den Werken Hahnstätten und Steeden.
Vorstellbar wären auch noch Holzzüge ab SWA oder Kettenbach etc. (falls bis
zu einer Betriebsaufnahme überhaupt noch ein Baum steht :roll: ) sowie z.B.
Halbzeuglieferungen zur Bearbeitung / bzw. Versand von Fertigprodukten (für
den Export) aus dem "Restbetrieb" von ehem. Passavant/ACO-Guss.
.
eta176
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Hessen und RLP für Reaktivierung der gesamten Aartalbahn

Beitrag von eta176 »

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen hat am 19.02.2021 die nach-
folgende PM veröffentlicht:

Aartalbahn
Reaktivierung wird erneut geprüft

Die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die zuständigen Aufgabenträger im ÖPNV sind sich einig:
Die Reaktivierung der Aartalbahn für den SPNV entlang der ehem. Eisenbahnstrecke zwischen Wiesbaden und
Diez bzw. Limburg an der Lahn soll im Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung neu überprüft werden. Anlass
für diesen Vorstoß ist die Neufassung des GVFG des Bundes vom März vergangenen Jahres, in dem als neuer,
gesonderter Fördertatbestand die Reaktivierung von Schienenstrecken aufgenommen wurde. Zwar hat der Bund
noch nicht alle Förderkriterien bestimmt, dennoch soll parallel hierzu bereits mit der Untersuchung begonnen
werden.
„Mit einer reaktivierten Aartalbahn können verkehrliche Wirkungen weit über Diez, Limburg sowie Wiesbaden
und Mainz hinaus generiert und der schienengebundene Personennahverkehr entscheidend attraktiver gemacht
werden“, sagten Hessens Staatssekretär Jens Deutschendorf und der rheinland-pfälzische Verkehrsstaatssekretär
Andy Becht. „Durch die Reaktivierung kann ein durchgehender Schienenverkehr im Berufs-, Schüler- und Freizeit-
verkehr im gesamten Aartal realisiert und gleichsam die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden vom hohen Durch-
gangsverkehr mit einer Schienenalternative entlastet werden“, sagte Deutschendorf.

Auch für die rheinland-pfälzischen Regionen rund um Diez an der Lahn und Hahnstätten würde eine Reaktivierung
der Aartalbahn eine verbesserte Anbindung an den ÖPNV von Diez über das Aartal bis nach Mainz bedeuten, so Becht.
„Die Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung ist ein klares Bekenntnis zur Stärkung der Schiene“, sagte Becht.

Das ist das zielgerichtete Ergebnis einer Videokonferenz der für das Verkehrsressort zuständigen Ministerien beider-
seits des Rheins sowie des RMV, des Zweckverbands SPNV Nord sowie der anliegenden Kreise und kreisfreien Städte,
also Wiesbaden, die Landkreise Rheingau-Taunus und Rhein-Lahn und die Verbandsgemeinden Aar-Einrich und Diez
als Eigentümer der Trasse in Rheinland-Pfalz. Alle Beteiligten sind sich darin einig, dass die Reaktivierung attraktive
und zuverlässige Anschlüsse zum übrigen Eisenbahn- und Busnetz herstellen und damit ein Bestandteil des Deutsch-
landtaktes werden kann, an dessen schrittweiser Umsetzung gearbeitet wird. Die reaktivierte Strecke soll sich naht-
los einfügen in die bereits erzielten und künftig geplanten Verbesserungen im Mobilitätsangebot.
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