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Re: Die örtliche Politik hat schon wieder Angst um Wählerstimmen...

Verfasst: Do 16. Jul 2020, 10:24
von eta176
RheinRailPic hat geschrieben: Mi 15. Jul 2020, 10:50 Die örtliche Politiker haben schon gleich wieder Angst um ihre Wählerstimmen.....

https://nahe-news.de/2020/07/10/reaktiv ... gerdialog/

https://www.rhaonline.de/politik-wirtsc ... hutz/5494/

Bündnis 90/Die Grünen KV Rhein-Hunsrück
9. Juli um 12:18 ·

Statement zur Hunsrückbahn
Jutta Blatzheim-Roegler, verkehrspolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion, erklärt zur Reaktivierung der Hunsrückbahn:

„Die bessere Verkehrsanbindung des Hunsrücks durch die Reaktivierung der Hunsrückbahn für den Personennahverkehr ist
erklärtes Ziel der Landesregierung und wird von uns GRÜNEN seit vielen Jahren vorangetrieben. Das Eisenbahnbundesamt
wird hierzu das Planfeststellungsverfahren hoffentlich möglichst bald abschließen. Gegen die Pläne des Eisenbahnunternehmens
WRS, bereits ab Dezember 2020 Güterzüge auf der Strecke einzusetzen, ist mit Blick auf die Rentabilität der Strecke grundsätzlich
nichts einzuwenden
. [...]
Danke für die beiden Links zu CDU-Bracht und SPD-Bürgerdialog sowie das Zitat der Grünen-PM.

Statt "erklärtes Ziel der Landesregierung" sollte lieber "unverbindliche Absichtserklärung" stehen. Wenn die GRÜNEN hätten etwas
"vorantreiben" wollen, wäre die Übernahme des Verkehrsministeriums 2011 durch Eveline Lemke eine Grundvoraussetzung gewesen.
Stattdessen hat sie sich gegen das Verkehrsressort mit aller Macht gesträubt ("Dann müsste ich ja auch für die A1-Verlängerung und den
Hochmoselübergang sein.") und wurde "Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung". Damit hat man dem Bahn-
gegner Roger Lewentz das Amt aufs Auge gedrückt, der dabei auch "ganze Arbeit" geleistet hat und jegliche Bemühungen in Richtung
Reaktivierungen (aktiv beispielsweise mit weiteren teuren - und zu gewünschten Negativ-Ergebnissen kommenden - NKU-Nachrechnun-
gen) torpedierte hat und mit der VV NE-Bahnen (mehr oder weniger) für das Ende der touristischen Verkehre in Ww, Eifel und Hunsrück
sorgte, weil die geforderte 15%-Beteiligung der Kommunen meist nicht zu erreichen war. :evil:
Außerdem wäre Güterverkehr - gerade mit Blick auf die Rentabilität der Strecke - durchaus wichtig (als NE-Strecke sogar nach dem
SGFFG stark förderfähig, falls die DB Netz den Bereich ab Büchenbeuren nicht selbst weiterbetreiben möchte). Die Aussage, dass
gegen Güterverkehr "grundsätzlich nichts einzuwenden" sei, finde ich schwach.

Apropos "schwach":
Im Zusammenhang "örtliche Politik" finde ich eine gestern im Öff.Anz. Kreuznach veröffentlichte "Meldung" als äußerst fragwürdig:
Unter der Überschrift Wer soll Gleise nutzen? wurde vermeldet, dass der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands Langenlons-
heim-Stromberg eine "Vorstandsabfrage per Mail" gestartet habe, in der folgende Antwortmöglichkeiten vorgegeben waren:
„Ich bin: Für den Güterverkehr / Für den Personenverkehr / Für beides / Für keine Reaktivierung.“
Immerhin soll er im Anschreiben darauf hingewiesen haben, dass die DB die Strecke zur Verfügung stellen muss, keine größeren
Umbauten nötig wären und niemand gehört werden müsse. Obwohl er feststellt: "Politische Meinungen an der Strecke seien zum
Befahren der Gleise, deren Betriebsgenehmigung vorhanden ist, nicht relevant." meint er: „Man sollte sich trotzdem äußern.”

Das erinnert mich irgendwie an den ständig umfallenden Sack Reis ...
.

Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Verfasst: Do 16. Jul 2020, 12:45
von sarek
Bild

Das hat WRS auf Facebook gepostet.

Ich würde mal sagen: Das ist fix und ich freue mich, im Dezember da hoffentlich ein paar schöne Fotos machen zu können :)

Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Verfasst: Do 16. Jul 2020, 13:42
von RheinRailPic
Sehr schön; endlich Tacheles.

Fahrt frei für die Bahn!

Die Bürger könnten sich ja noch einmal mit der STVO beschäftigen und lernen was ein Andreaskreuz bedeutet und was ein rotes Blinklicht auch ohne Schrankenanlage.

Die Politiker bitte dringend über die aktuelle EBO und was ein Trassenzugang bedeutet und wer darüber entscheidet!!!! und sich vor ihren peinlichen Statements mal beim EBA nach fragen!

Es wird Zeit das sich Dorfpolitiker ohne Fachwissen einfach raushalten.

Im übrigen gehört die Strecke ab 1.10 zu Netz Mitte.

Re: Die örtliche Politiker haben schon gleich wieder Angst um ihre Wählerstimmen.....

Verfasst: Fr 17. Jul 2020, 13:37
von Rolf
RheinRailPic hat geschrieben: Mi 15. Jul 2020, 10:50 „Die bessere Verkehrsanbindung des Hunsrücks durch die Reaktivierung der Hunsrückbahn für den Personennahverkehr ist erklärtes Ziel der Landesregierung und wird von uns GRÜNEN seit vielen Jahren vorangetrieben. Das Eisenbahnbundesamt wird hierzu das Planfeststellungsverfahren hoffentlich möglichst bald abschließen. Gegen die Pläne des Eisenbahnunternehmens WRS, bereits ab Dezember 2020 Güterzüge auf der Strecke einzusetzen, ist mit Blick auf die Rentabilität der Strecke grundsätzlich nichts einzuwenden.

Noch sind aber viele Fragen zu klären: Welche Züge werden eingesetzt? Mit welcher Lärmbelastung müssten die Anwohnerinnen und Anwohner der Strecke rechnen? Wie wird die Strecke an den Gleisübergängen gesichert, um Unfälle zu vermeiden? Hierzu habe ich ein Schreiben an das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium gerichtet und um umfassende Informationen gebeten. Bei einer Nutzung durch Güterzüge müssen sowohl der Lärmschutz als auch die Sicherheit entlang der Gleise und Schienenübergänge unbedingt gewährleistet sein.“
Um es höflich auszudrücken, eine nicht ganz kohärente Politik nach dem Motto "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass". Wer ehrlich gemeint mehr Güterverkehr auf die Bahn bringen will, was unzweifelhaft Sinn macht, sollte auch den Mut haben, zu sagen, dass dann mehr (oder überhaupt) Güterzüge fahren und diese dann gelegentlich auch etwas Krach machen. An einer nicht stillgelegten Bahnstrecke übrigens. Im vorliegenden Fall geht es um lediglich 3 Zugpaare pro Woche. Es ist absolut lächerlich, deswegen einen solchen Aufriss zu machen. Das Rumgeduckse und Anbiedern einiger Politiker und Parteien an Befürworter UND Gegner des Güterverkehrs gleichzeitig ist für mich absolut unglaubwürdig. Ich wünsche der WRS gerade gegen diese überflüssigen Widerstände in Sachen "Lärmschutz" viel Erfolg!

Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Verfasst: So 19. Jul 2020, 18:51
von sarek
Neuer Artikel... Jetzt ist die Bürgerinitiative "wach" geworden :D

https://www.rhein-zeitung.de/region/aus ... 42556.html


Ich brech' ab :D Die kämpfen für ein Nachtfahrverbot?! DAVON WAR (bisher) NIE (!) die Rede :D

Die fordern...
- Erneuerung der Zug- Streckensicherung (besteht ja weiterhin, aber für den Laien eben nicht ersichtlich)
- Absicherung der Bahnstrecke und Übergänge, dass da keine Personen im Gleis sind (ähm Andreaskreuz, Verkehrserziehung im Unterricht?!)
- Kein Kerosintransport zum Hahn
- Lärmschutz im Ort (kann ich "bedingt" verstehen, aber wer an Gleisanlagen baut/ein Haus kauft muss damit rechnen!)
- Nachtfahrverbot von 21 bis 7 Uhr (das finde ich OK, kann man gerne fordern! Aber spätestens beim SPNV ist das hinfällig)
- Einsatz von Flüsterzügen (Hat WRS ja schon kommuniziert)
- Erhalt der Bahnübergänge (steht ja aktuell auch nicht zur Debatte...)
- Einhaltung der Zugangswege für Feuerwehren und Co. (Gesunder Menschenverstand ->wird auch bleiben)


Die Windesheimer werden sich noch schwer wundern.... ich sehe schon die Schlagzeilen im Dezember: "Bahngegner ketten sich auf den Schienen fest"...


Wie gerne hätte ich jetzt schon den TF-Schein... :D :D

Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Verfasst: So 19. Jul 2020, 21:46
von Nico
Hallo,

irgendwie habe ich das Gefühl, es wird gemeckert, ohne sich über bestehendes Recht und Fakten im Klaren su sein.

1. Stillgelegt war der Abschnitt nie!

2. In folge dessen: Jeder der Freiwillig neben einer Bahnlinie baut, oder dort eine Wohnung bezieht, darf sich auch nicht drüber aufregen, wenn da was fährt.

3. Freier Netzzugang. Jeder kann das Fahren, was er will und wann er will. Es ist eine gewidmete Bahnlinie und die Güterwagen entsprechen alle den gängigen Richtlinien zur Beförderung, der für den entsprechenden Wagentyp zulässigen Güter!


4. Klarer Menschenverstand in Punkto Verkehrserziehung scheint da auch Mangelware zu sein.... Deutet leider viel, bei den Forderungen drauf hin :roll:

Nachdenkliche Grüße, Nico

Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Verfasst: Mo 20. Jul 2020, 08:26
von 3021
2. In folge dessen: Jeder der Freiwillig neben einer Bahnlinie baut, oder dort eine Wohnung bezieht, darf sich auch nicht drüber aufregen, wenn da was fährt.

Nun ja... bei aller Euphorie... es gibt an der Strecke eine nicht zu verachtende Anzahl Menschen, deren Eigentum (bzw. das Eigentum der Vorfahren) beschnitten wurde (Enteignung), als die Bahn Ende des 19. Jahrhunderts gebaut worden ist. Und dann steht halt nun mal ein Haus direkt an den Gleisen wo frueher mal der Garten war.
ch brech' ab :D Die kämpfen für ein Nachtfahrverbot?! DAVON WAR (bisher) NIE (!) die Rede :D
Wenn man die kleine Anfrage von Herrn Bracht an die Landesregierung liest, sieht das etwas anders aus...

https://dokumente.landtag.rlp.de/landta ... 270-17.pdf

:?

Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Verfasst: Mo 20. Jul 2020, 14:22
von Rolf
3021 hat geschrieben: Mo 20. Jul 2020, 08:26 Nun ja... bei aller Euphorie... es gibt an der Strecke eine nicht zu verachtende Anzahl Menschen, deren Eigentum (bzw. das Eigentum der Vorfahren) beschnitten wurde (Enteignung), als die Bahn Ende des 19. Jahrhunderts gebaut worden ist. Und dann steht halt nun mal ein Haus direkt an den Gleisen wo frueher mal der Garten war.
1. Meines Wissens wurden die Enteigneten auch entschädigt.
2. Nach meinem Kenntnisstand haben sich die Mitmenschen nach der Eisenbahn im Hunsrück gesehnt und über den Bau gefreut.
3. Die damals Geschädigten dürften längst verstorben sein und auch ihre Kinder. Die Ansprüche könnten somit verjährt sein.
4. Die Nachfahren der Geschädigten können ja Ansprüche gegen die preußische Staatsregierung stellen, oder den Rechtsnachfolger. Könnte allerdings schwierig werden. Im Erfolgsfall bitte ich um Nachricht. Dann werde ich die italienische Regierung als Rechtsnachfolger des Römischen Reiches zur Rechenschaft ziehen, dass die Pioniere der XXX. Legion eine Frischwasserleitung durch den Vorgarten meiner Vorfahren gelegt haben, und das unter Verletzung der Eigentumsrechte meiner Familie.

Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Verfasst: Mo 20. Jul 2020, 14:53
von 3021
1. Meines Wissens wurden die Enteigneten auch entschädigt.
2. Nach meinem Kenntnisstand haben sich die Mitmenschen nach der Eisenbahn im Hunsrück gesehnt und über den Bau gefreut.
3. Die damals Geschädigten dürften längst verstorben sein und auch ihre Kinder. Die Ansprüche könnten somit verjährt sein.
4. Die Nachfahren der Geschädigten können ja Ansprüche gegen die preußische Staatsregierung stellen, oder den Rechtsnachfolger. Könnte allerdings schwierig werden. Im Erfolgsfall bitte ich um Nachricht. Dann werde ich die italienische Regierung als Rechtsnachfolger des Römischen Reiches zur Rechenschaft ziehen, dass die Pioniere der XXX. Legion eine Frischwasserleitung durch den Vorgarten meiner Vorfahren gelegt haben, und das unter Verletzung der Eigentumsrechte meiner Familie.
Du hast nichts von dem verstanden, was ich zum Ausdruck bringen wollte. In dieser Diskussion hilft eines auf jeden Fall nicht: Sarkasmus
Man muss mit den Leuten reden und auch mal die Sorgen ernst nehmen.
Erst passiert jahre - wenn nicht jahrzehntelang gar nichts, dann soll ein SPNV kommen. Dann wieder nichts.. dann auf einmal zaubert irgendjemand ein Unternehmen aus der Schweiz aus dem Hut, das auf seiner Homepage nicht gerade mit Matrial der neuesten Generation glaenzt.. Das sich da die Begeisterung nur schwer entfaltet duerfte klar sein.

Selbst ein SPNV sehe ich hier kritisch.. Die Pendler nach Rhein-Main interessiert das recht wenig. Ich wohne in Schweppenhausen und arbeite in Mainz. Mit dem Auto ca. 40 min in 4er Fahrgemeinschaft. Jeder der denkt, die Strecke wuerde Massen an Menschen in Richtung der Metropolen bewegen, lebt - bitte verzeiht den Ausdruck - in einer Scheinwelt.
So gerne und so oft ich Bahn fahre, aber Pendler lockt das nicht an. Wer arbeitet denn direkt in Naehe eines HBF ? Ich muss in Mainz noch gut 20min mit der TRAM fahren um zum Arbeitsplatz zu kommen. Im besten Fall waere ich wahrscheinlich 1:30 h unterwegs und das ist schon optimistisch.

Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Verfasst: Mo 20. Jul 2020, 18:22
von sarek
Man muss aber auch so fair bleiben und sich als Anwohner der Hunsrückquerbahn den Betriebsstart jederzeit vor Augen halten. Ich habe gestern Abend aus Spass mal den Trassenrechner bemüht und wenn jemand mit TF-Schein und Lok wollte, könnte er SOFORT* UND JEDEN TAG rund um die Uhr von Langenlonsheim nach Stromberg fahren. Und dagegen kann keine Bürgerinitiative etwas ausrichten. Die Strecke ist und war nie in dem genannten Bereich stillgelegt!

Das ist eine Aussage von einem Mitglied auf Facebook, wo auch rege diskutiert wird:
... in Kirchberg Denzen war das damals so das alle die an die Bahn gebaut hatten dafür unterschreiben mussten das die Möglichkeit besteht das die Bahn jederzeit wieder fahren könnte und die Eigentümer das in Kauf nehmen müssen. In den 2 Neubaugebieten weis ich nicht.
Das gleiche hier in Sohren wie die Kreissparkasse die Häuser hier in der Housing verkauft hatten. Jeder der in der Nähe der Bahn ein Haus gekauft hatte oder da Baugrundstücke gekauft hatte, der musste auch dafür unterschreiben das die Bahn jeder Zeit den Regelbetrieb wieder aufnehmen kann und der Eigentümer keine Einwende hat.
Wenn das auch für Windesheim und die anderen Orte entlang der Trasse zutreffen sollte, finde ich

a) diese Forderungen eine bodenlose Unverschämtheit und Frechheit!
und
b) dass alle IG-Mitglieder/Personen, die Einwendungen vorgebracht haben angezeigt werden sollten wegen Behinderung der Wiederinbetriebnahme des SPNV-Verkehres und Verschwendung von Steuergeldern!

Wenn die wirklich wussten/unterschrieben haben, dass die Strecke NICHT stillgelegt ist, müssten die aber ganz ganz lieb sein, wenn sie bezahlten Schallschutz wollen!


Den Fall gesetzt, dass denen das verschwiegen oder anders dargestellt wurde, tut es mir natürlich leid, aber dann sollen die sich die Vorbesitzer/Vermieter vorknöpfen und nicht jetzt den bequemen Weg gegen die Bahn einschlagen...


* Sofort heißt natürlich nach Anmeldung der Gelegenheitsfahrt etc. und Begleichung der Trassengebühr von 42€ (eine Wegstrecke).

Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Verfasst: Mo 20. Jul 2020, 21:19
von Carsten Frank
Ja ob unterschrieben oder nicht bedeutet nur das sich ggf. der Verkäufer in der Hinsicht abgesichert hat dass der Käufer nachher nicht behaupten kann der Verkäufer habe zur Täuschung das Gegenteil behauptet.
Auf den Betrieb der Bahn hat das natürlich keinerlei Einfluss.

Re: Hunsrückquer- und Hochwaldbahn

Verfasst: Di 21. Jul 2020, 10:20
von Rolf
3021 hat geschrieben: Mo 20. Jul 2020, 14:53Du hast nichts von dem verstanden, was ich zum Ausdruck bringen wollte. In dieser Diskussion hilft eines auf jeden Fall nicht: Sarkasmus
Stimmt, ich verstehe Dich wirklich nicht. Dann versuche ich es mal ohne Ironie (der Unterschied zu Sarkasmus ist bekannt?):

Die Enteignungen aus der Kaiserzeit, die Du ansprichst, sind Fakten, und Ansprüche irgendwelcher Urenkel daraus abzuleiten, halte ich für lächerlich, weder moralisch noch juristisch zu rechtfertigen. Wenn man so anfinge, hätte man heute für gar nichts mehr Planungssicherheit. Das Land wäre völlig gelähmt. Die Bahnstrecke existiert seit der Kaiserzeit und alle Anwohner sind entweder mit der Bahn vor der Tür geboren und aufgewachsen oder zugezogen. Und die Bahn war nie stillgelegt. Und hier wiedersprichst Du Dir selbst gleich mehrfach. Erstens: Wer an einer gewidmeten Strecke wohnt, muss jederzeit mit (mehr) Verkehr rechnen. Zweites: Du schreibst richtig, dass mittlerweile schon seit Jahrzehnten von einer Reaktivierung gesprochen wird. Jeder Anwohner und Zugezogene konnte also damit rechnen, dass eine Wiederbelebung der Verkehre irgendwann passieren könnte. Wer dennoch an die Strecke gezogen ist oder in sein Haus investiert hat, hat dies in eigener Verantwortung und unter Kenntnis der realen Möglichkeit einer Reaktivierung getan. Es mag sein, dass Makler und Verkäufer von Immobilien etwas anderes suggeriert haben, und der Käufer mit einer "günstigen" Immobilie reingelegt wurde, aber dann hätte sich der Immobilienbesitzer eben besser informieren müssen. Und wer bewusst auf eine Stilllegung spekuliert hat bei seinem "Schnäppchen", und das werden die meisten sein, die jetzt jammern, der hat sich dann eben verzockt. Dumm gelaufen, aber kein Grund, hinterher zu protestieren. Wer spekuliert, muss auch mit Verlust rechnen. Drittens: Es geht hier nicht um den von Dir angesprochenen Personenverkehr, sondern um 3 Güterzüge wöchentlich. Daran wird wohl kein Anwohner an Herzinfarkt sterben. Viertens: Wenn Du den Anwohnern jetzt teuren Lärmschutz zubilligen willst, wird das Projekt irgendwann zu teuer und somit zum Grabstein für jede Reaktivierung. Ich bin absolut dagegen, den Anwohnern so viel Macht über die Existenz einer gewidmeten und übrigens auch derzeit hin und wieder befahrenen Strecke zu geben. Dann wird das nie was mit der Stärkung der Bahn. Fünftes: Dass Du lieber mit dem PKW zur Arbeit in die Großstadt fährst, ist Deine Entscheidung. Es mag auch auf andere Pendler zutreffen, dass sie diese Variante bevorzugen werden, wenn denn mal ein SPNV besteht, aber ich bin sicher, dass viele Pendler den Umstieg erst dann ersthaft in Erwägung ziehen, wenn sie von dem neuen Angebot gekostet haben. Um ein Beispiel zu bringen: meine Frau hat einen Dienstwagen und muss auch den Sprit nicht bezahlen. Dennoch fährt sie immer öfter mit der Bahn, weil sie dort in Ruhe arbeiten kann. Sechstes: Ich gebe Dir Recht, dass man jetzt keine Menschenmassen auf einer für den SPNV reaktivierten Strecke im Hunsrück erwarten darf. Aber ich bitte Folgendes zu bedenken: Wir haben ja gehört, dass Homeoffice in Zeiten von Corona sprunghaft zugenommen hat und dass viele Firmen und Mitarbeiter auch in Zukunft mehr Gebrauch davon machen wollen, weil es mittlerweile so gut funktioniert. Das heißt, ich arbeite im Zug mit meinem Laptop. Mit den Dingern kann man heute fast alles erledigen, was vor 10 oder 20 Jahren noch undenkbar war. Als ich von 1996 bis 2010 per Bahn zur Arbeit gependelt bin, gab es diese Möglichkeit noch nicht, die Arbeit im Zug zu erledigen (mittlerweile arbeite ich im selben Ort und fahre kurz mit dem Fahrrad zur Arbeit). Damals habe ich bei der Bahnfahrt Zeitung gelesen. Mittlerweile habe ich meine ganze Arbeit digitalisiert und mit meinem leistungsstarken Laptop mit LTE-Modem mache ich meine ganze Arbeit. Im Zug könnte ich damit heutzutage die Bahnfahrt zur Arbeit super nutzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass viele Pendler diese neue Möglichkeit auch nutzen werden, um die Zeit auf dem Weg zur Arbeit besser zu nutzen. Am Steuer eines Kfz geht das natürlich nicht. Kurzum, mit WLAN und Steckdose im Zug wird ein großer Teil der Berufspendler umsteigen und es wird ein ganz neues Segment Fahrgäste erschlossen, so dass eine Reaktivierung im SPNV sehr wohl Sinn macht, auch wenn es auf den ersten Blick und unter Zugrundelegung alter Maßstäbe anders erscheinen mag.

Fazit: Meiner Meinung nach sollen sich die Anwohner mit der Bahnstrecke abfinden und müssen den Verkehr darauf in Kauf nehmen. Wer das nicht will, soll woanders hin ziehen.