Dunkle Wolken über dem Aartal

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Aartalbahner
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Re: Dunkle Wolken über dem Aartal

Beitragvon Aartalbahner » Mi 31. Mai 2017, 20:43

Hallo zusammen,
lange ist es her, dass ich über die Aartalbahn berichtet habe.
So wie es im Moment aussieht, ist die Aartalbahn ab Eiserne Hand Geschichte.
Man kann viel über Sinn und Unsinn von Bauvorhabe reden und am Ende wird
die NTB das Nachsehen haben.
Finde ich sehr Schade.
Ich war an Vatertag im Aartal und habe mein Lieblings Bauwerk besucht, dass Tunnel
Adolfseck und hier entstanden vorerst die letzten Bilder von der Strecke.

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Am 28.04.2012 konnte man noch eine Streckenwanderung ab Kunststoffwerk Sinit zum Tunnel machen.

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In Richtung Bad Schwalbach 28.04.2012

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So langsam machen sich die Pflanzen breit. 28.09.2013

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1985 existieret tatsächlich noch der Hp. Adolfseck.

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Da geht nichts mehr. 25.05.2017

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28.04.2012

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Wo ist die Strecke. 25.05.2017

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Wo einst der Schienenbus lang knatterte, herrscht heute Grabesstimmung.
Fortsetzung folgt.
mfg
Herbert

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Re: Dunkle Wolken über dem Aartal

Beitragvon Ebi » Do 1. Jun 2017, 13:02

Hallo Forum,

auch ich sehe täglich wie die Bahnstrecke ab Hahn zusehens verkommt.

Die Liebe zur Bahn ( noch nicht mal zur Museumsstrecke ) geht bei den Meisten

in Taunusstein und anliegenden Gemeinden gegen Null. Die Erfahrung habe ich schon in

einigen Gesprächen mit meinen Mitbürgern in Taunusstein machen müssen. Nach der letzten Entscheidung

des Kreistages ist ein Betrieb wohl eher unmöglich. Ich glaube letztendlich wird es in einem Radweg

für die dynamischen Neubürger der umliegenden Gemeinden enden. Der Stadtbahntermin ist noch weit weg und

ich denke auch nur ein Vorwand , um den Neuaufbau so zu verteuern, dass kein Kreistag mehr zustimmen kann.

Ein Frage an die Insider : Kann denn eine unter Denkmalschutz stehende Bahnline einfach so

dem Verfall preisgegeben werden, oder gibt es nicht doch eine Erhaltungspflicht für die Besitzer.

Vielleicht gibt es ja noch die Möglichkeit einen Betrieb bis zum Bahnhof Hahn zu verwirklichen.

Das dürfte doch die Anlieger an diesem Streckenteil kaum stören. Die Neubauten an der Bahn sind doch erst in

den letzten Jahren in Richtung Bleidenstadt entstanden.

Da ist natürlich die Frage, wer hat einen Zugang zu den entsprechenden Leuten.


Gruß

Eberhard

jojo54
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Re: Dunkle Wolken über dem Aartal

Beitragvon jojo54 » Do 1. Jun 2017, 14:07

Mein Dank für die Bildeinstellung.

So wie es bei Adolfseck aussieht, ist es an vielen Stellen besonders an den Nebengleisen zwischen Hahnstätten und Hahn-Wehen, wie ich am 23.05.2017 feststellen konnte. Wer glaubt, dass man für "kleines Geld und ehrenamtlicher Tätigkeit" hier noch was erreicht, dürfte auf dem Irrweg sein. Um das alles wieder in Betrieb zu nehmen, sind selbst für eine saisonale Ausflugsbahn Millionen an Euros erforderlich.

Denkmalschutz für eine Bahnstrecke bedeutet heutzutage "NICHTS". Er hat der Aartalbahn in den letzten Jahren keinerlei Vorteile gebracht, ganz im Gegenteil. Das, was 1986 / 1987 durch den damaligen hessischen Landeskonservator veranlasst wurde, wäre aktuell undenkbar. Ferner sei daran erinnert, dass von der Lokalpolitik fast niemand mehr hinter der Bahn steht. Wie hat der Redakteur einer Zeitung im Einzugsbereich des Forums geschrieben: "Man hat nicht den Mut, die Wahrheit zu sagen. Es ist viel zu viel Zeit vergangen, ohne dass sich was bewegt hat."

Aber es sind nicht nur "die anderen". Auch von Seiten der Eisenbahnfreunde wurden in der Vergangenheit viele Fehler gemacht. Ändern kann man die jetzige Situation ohnehin nicht.

So ähnlich ist es doch auch bei der schmalspurigen Jagsttalbahn zwischen Möckmühl und Dörzbach gewesen. Auch die steht seit den achtziger Jahren unter Denkmalschutz und wie sieht dieser in der Realität dort heute aus ???

Nachdenkliche Grüße

jojo54

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Bad Camberger
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Re: Dunkle Wolken über dem Aartal

Beitragvon Bad Camberger » Fr 2. Jun 2017, 07:08

Hallo Joachim,

leider wird die Angelegenheit tatsächlich immer teurer, je mehr Zeit vergeht. Da stimme ich dir zu. Vegetation sprießt und sprießt.

jojo54 hat geschrieben:Aber es sind nicht nur "die anderen". Auch von Seiten der Eisenbahnfreunde wurden in der Vergangenheit viele Fehler gemacht. Ändern kann man die jetzige Situation ohnehin nicht.


Während meiner aktiven Zeit bis 2015 empfand ich es nicht so, dass viele Fehler gemacht wurden. Ich selbst habe mich zwar wegen verschiedener Interessenslagen mit dem Verein auseinandergelebt und seit 2015 wurden meines Erachtens auch viele Fehltritte gemacht aber bis dahin ging es für die Ehrenamtlichen immer darum, die Aartalbahn als Gesamtwerk zu schützen und von Vegetation freizuhalten.

Wie viele Steine wurden uns dabei in den Weg gelegt? Mit einer Salamitaktik wurde damals vom EBL der ESWE Verkehr versucht die NTB auszuhungern, danach glänzte ESWE als EIU durch Untätigkeit, Schlamperei und sprach der Freischneidegruppe der NTB ein Betretungsverbot aus. Die Kommunikation ließ auch zu wünschen übrig, Genehmigungen wurden nicht verlängert oder erteilt, Schäden (Brücke Michelbach, Brücke Flachstraße) nicht behoben, nur sporadisch mal gespritzt( meistens dann, als es im Juni oder Juli schon zu spät war).

Um diesem Chaos ein Ende zu bereiten wurde entschieden, dass ein anderes EIU her muss und die NTB eine Aartalbahn Infrastruktur gGmbH gründen muss, um etwas zu bewegen. Man bombardierte den ehrenamtlichen Verein mit konzeptionellen Nachbesserungen und in hunderten städtischen Sitzungen wurde debattiert, ohne Ergebnis. Nachdem wir gefühlte 150 Seiten Konzept vorgelegt hatten, kam die Sommerpause und kein Ergebnis.Es war ein langes Ringen um politische Unterstützung in Wiesbaden. Bevor ESWE dann tatsächlich den Betrieb an die ATB abdrücken konnte, verlängerte man als letzten Schachzug die Betriebsgenehmigung beim RP Darmstadt nicht mehr, sodass die ATB alles komplett neu beantragen musste. Ein komplett neues Genehmigungsverfahren wurde fällig, was sich bis heute hinzieht und ganz andere ANforderungen hat als die ATB mit einer Verlängerung gehabt hätte.

Da ich selbst über den ganzen Verlauf sehr enttäuscht bin und auch sehe, wie überall der Druck gegen die Aartalbahn ( vor allem in Sandro Zehners CDU geführtem Taunusstein) immer größer wird, räume ich selbst der ATB null Chancen ein. Ich schätze, die jahrzehntelange Arbeit ( ich habe selbst seit 2006 bis 2015 jährlich rund 55 Tage a 10-12h Arbeit in die Strecke investiert) war umsonst, denn gegen willenlose und ahnungslose Politik, von der heute viel zu viel abhängt, ist man nicht gewachsen. Die Strecke wird - wahrscheinlich auch der nördliche (seit 2014 von DB Regio betriebene Teil...) - so enden wie die Westeifelbahn, die Brex, die Eifelquerbahn, die Hunsrückquerbahn.

Traurige Grüße

Bad Camberger

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Aartalbahner
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Re: Dunkle Wolken über dem Aartal

Beitragvon Aartalbahner » Sa 3. Jun 2017, 08:56

Hallo zusammen,
heute geht es mit dem Tunnel Adolfseck weiter.

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Am 01.03.2012 war ein Streckenwanderung noch möglich.

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Blickrichtung Bad Schwalbach 28.04.2012

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Das Original 28.04.2012

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Für mich ein Grund, dieses Tunnelportal und ein Stück der Strecke im Maßstab 1:22,5 nachzubauen.

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Röhrenblick 01.03.2012

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Die Natur auf dem Vormarsch.28.09.2013

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Ein Paradies für Buchenschößlinge 25.05.2017

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Mit einem Bubikopf BR. 64
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Darf natürlich nicht fehlen. VT 798
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Schöne Grüße aus dem Aartal
mfg
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