Eifelquerbahn

Bernd Heinrichsmeyer
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Re: Eifelquerbahn

Beitragvon Bernd Heinrichsmeyer » Sa 9. Mär 2019, 12:07

jwiessner hat geschrieben:Es ist primär ein umfangreicher Freischnitt nötig, und das was aktuell im Gleisbett wächst lässt sich (noch) mit einer Astschere beseitigen …... Auch ist ein Großteil mit Stahlschwellen ausgestattet und dort wo noch Holzschwellen liegen sehen die noch recht gut aus.

Basierend auf meiner Erfahrung kann ich da nicht zustimmen. Natürlich ist der oberirdische Bewuchs relativ einfach zu entfernen. Man sieht aber gut, wie die Gleise verkrauten. Und das bedeutet, dass sich zwischen den Schottersteinen Erde bildet. Diese zusammen mit den Wurzeln der Pflanzen (auch wenn man sie oberirdisch abschneidet) sorgen a) für eine schlechte Wasserableitung, also die Drainage des Gleiskörpers und b) zu einer Festsetzung des Oberbaus. Dieser soll ja eigentlich im Schotter "schwimmen", also eine gewisse Beweglichkeit bewahren. Diese Eigenschaft geht verloren. Dort, wo Holz und Stahlschwellen liegen, ist die Sache besonders fatal, weil Holz verrottet und Stahl durchrostet, wenn es nicht immer wieder trocken fällt.

Aber das Geld ist sowieso nicht das Problem. Davon ist genug da, siehe Bundeshaushaltsüberschuss 2018. Da reden wir 10stellig! Und dann ist es auch egal, ob es 1 Mio oder 10 Mio sind ... . Es fehlt ein politischer Wille in RL-P - und daran sterben nach und nach viele Initiativen im ganzen Land. Ich würde ein Jahresgehalt darauf verwetten, dass für einen Radweg wie von Zauberhand auf einmal Mittel da sein werden. Und das werden dann nicht 1 Mio, sondern wenn nötig auch 20 oder mehr sein.
Bernd Andreas Heinrichsmeyer
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jwiessner
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Re: Eifelquerbahn

Beitragvon jwiessner » Sa 9. Mär 2019, 13:34

Hallo zusammen,

wer auf Instagram unterwegs ist kann seine Unterstützung für die Eifelquerbahn als Follower auf http://www.instagram.com/pro_Eifelquerbahn abgeben. Wer noch nicht auf Instagram unterwegs ist kann sich dort relativ einfach anmelden. Die Seite ist erst seit wenigen Tagen online und hat bereits mehr als 150 Follower.

Gruß
Jens
http://www.eifelquerbahn.com - Eifelquerbahn e.V. - Gemeinsam für den Erhalt der Eifelquerbahn - Auch auf Facebook und Instagram

BSchötz
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Re: Eifelquerbahn

Beitragvon BSchötz » Sa 9. Mär 2019, 16:53

Ob"s was bewirkt,weiss man nicht;ist aber eine schöne Sache.... 8)

jwiessner
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Re: Eifelquerbahn

Beitragvon jwiessner » Sa 9. Mär 2019, 21:31

Das weiß man wirklich nicht, aber gegenüber dem nichts tun besteht hier zumindest die theoretische Möglichkeit das es etwas bewirkt :wink:
http://www.eifelquerbahn.com - Eifelquerbahn e.V. - Gemeinsam für den Erhalt der Eifelquerbahn - Auch auf Facebook und Instagram

eta176
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Rhein-Zeitung jubelt: Die EQB ist tot, es lebe der Eifelradweg

Beitragvon eta176 » Fr 15. Mär 2019, 22:44

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Trasse: Die Eifelquerbahn ist tot, es lebe der Eifelradweg
Kevin Rühle 15.03.2019, 17:10 Uhr zuletzt aktualisiert: vor 4 Stunden
Bis der erste Radfahrer auf der Eisenbahntrasse zwischen Kaisersesch und Gerolstein seine Fitness steigert, wird es – auch wenn alles gut läuft – noch Jahre dauern. Dass der Bau eines Radweges auf der Bahnstrecke ein erstrebenswertes Ziel ist und dieses gemeinsam angegangen werden soll, davon scheinen die Kreise Cochem-Zell und Vulkaneifel sowie die Verbandsgemeinden (VG) Kaisersesch, Ulmen, Kelberg, Daun und Gerolstein allerdings überzeugt zu sein. In den kommenden Wochen sollen entsprechende Grundsatzentscheidungen in den Räten auf den Weg gebracht werden. Allerdings bestehen zurzeit viele Unsicherheiten.
Wie immer hinter Bezahlschranke:
https://www.rhein-zeitung.de/region/lok ... 48757.html

Die Gemeinden sind sich sicher, dass kein EIU die Strecke übernehmen möchte. Die Landräte Thiel und Schnur
hätten in dieser Woche bei Staatssekretär Andy Becht, Verkehrsministerium, in Mainz vorgefühlt, inwieweit das
gemeinsame Vorhaben die Unterstützung des Landes bekommen könnte. ...

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Wolfgang Riedel
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Re: Eifelquerbahn

Beitragvon Wolfgang Riedel » Sa 16. Mär 2019, 01:14

Hallo zusammen,

es ist ein Trauerspiel, aber voraussehbar. Es wird nicht mehr lange dauern, bis es keine Bahnstrecken in der Fläche mehr gibt. Wozu denn auch. Die meisten Leute zieht es doch sowieso in oder in die Nähe der Großstädte.

Es ist schade, welch ein Niedergang von Zweigstrecken - seit den 90ern zu beobachten ist. Die guten Ansätze (Reaktivierung von stillgelegten Strecken) sind "out" und nicht mehr gefragt.

Seitens der Politik fehlt auch zum größten Teil das Interesse an Bahnstrecken.

Mir fehlen dazu die Worte und irgendwie habe ich den Eindruck, das die Bemühungen zum Erhalt von Bahnstrecken (Zitat: "Die Gemeinden sind sich sicher, dass kein EIU die Strecke übernehmen möchte") irgendwie vergeblich sind.

Nachdenkliche Grüße

Wolfgang Riedel

Westeifelbahner

Re: Eifelquerbahn

Beitragvon Westeifelbahner » Sa 16. Mär 2019, 10:02

Aber bitte nicht aufgeben ehe der Zug abgefahren ist: Es ist, wie im Artikel korrekt berichtet wird, noch kein einziger Beschluss gefasst. Und es wird ein meines Wissens beispiellos peinlicher Akt sein, wenn nun die gleichen Herren, die vor weniger als 2 Jahren den Wert der Schieneninfrastruktur seitenlang dargestellt und unterschrieben haben, ernsthaft beantragen wollen, dass doch kein Verkehrsbedürfnis mehr bestehe... Da wird doch die Geschichte erst spannend. Erst recht, wenn nun der VG-Bürgermeister in Kaisersesch sich öffentlich für den Radweg dort bekennt, wo erst vor etwa 10 Jahren Millionen an Steuergeldern in die Schieneninfrastruktur vor seiner Haustüre investiert wurden! Oder sein Amtskollege im Westen der Strecke einen weiteren Radweg forcieren will, während der nach Prüm noch immer - ziemlich genau 12 Jahre nach dem Beschluss zum Bau - auf Baubeginn wartet.

Hinter den Kulissen ist auch keineswegs alles so klar wie es scheint: Ich will nur mal darauf hinweisen, dass dieser Artikel zunächst ausschließlich in der Rheinzeitung erschien, obwohl er VG`s außerhalb des klassischen Einzugsgebiet der Rheinzeitung betrifft. Der Volksfreund wird natürlich auch entsprechend berichten, aber die Reihenfolge ist schon aussagekräftig, wenn man bedenkt, woher die Presse an die Information kommt. Die Presse, die sogar noch nicht bemerkt hat, dass die "alte" VG Gerolstein des Artikels gar nicht mehr besteht.

Aber es ist schon bezeichnend, dass wir hier in vorauseilendem Gehorsam in einem Thread "stillgelegte Strecken" schreiben wie die Bürgermeister eine fehlende Übernahme durch Dritte unterstellen, obwohl die Strecke noch stilllgelegt ist und Dritte noch wochenlang ein Angebot werden abgeben können.

Die Aktion "pro_Eifelquerbahn" hat in weniger als 14 Tagen aktuell 260 Menschen mobilisieren können. Also weiter, nicht aufgeben!
Dort mitzumachen unter www.instagram.com/pro_Eifelquerbahn kostet nichts und geht sehr zügig. Wer die Entwicklung "der Politik" bedauert, sollte sich also zumindest dazu die Zeit nehmen. Unabhängig davon, wie man die Erfolgschancen einschätzt: Demokratie lebt von Bürgern, die ihre Stimme kundtuen und nicht davon, dass Bürgermeister vor jeder Ratsabstimmung schon im kleinen Kreis regeln, wie Infrastruktur zerstört werden soll. Jetzt doch erst recht, Freunde!!!

Gruß Westeifelbahner

Rolf
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Re: Eifelquerbahn

Beitragvon Rolf » Sa 16. Mär 2019, 15:52

Wolfgang Riedel hat geschrieben:...es ist ein Trauerspiel,

Ganz meiner Meinung! Die Politiker sind kurzsichtig und engstirnig, wenn Sie die EQB in einen Fahrradweg umwandeln wollen.

@Westeifelbahner

Was Du hier schreibst, kann ich nur unterstützen. Auch ich bin uneingeschränkt (!) für den Erhalt der EQB und absolut gegen den Wunsch der (meisten) Politiker, die Strecke in einen Fahrradweg umzuwandeln. Die sollen ihren geliebten Fahrradweg einfach woanders bauen. Warum aber gibst Du an anderer Stelle hier im Forum den Politikern Recht, dass 3 Mio. Euro Eigenanteil für eine touristische Reaktivierung und damit die Rettung der EQB "nicht darstellbar" sind? Ich verstehe nicht, wie Du zur EQB wirklich stehst. Dafür oder dagegen?

Westeifelbahner

Re: Eifelquerbahn

Beitragvon Westeifelbahner » Sa 16. Mär 2019, 23:51

Rolf hat geschrieben: Warum aber gibst Du an anderer Stelle hier im Forum den Politikern Recht, dass 3 Mio. Euro Eigenanteil für eine touristische Reaktivierung und damit die Rettung der EQB "nicht darstellbar" sind?

Weil ich das aus dargestellten Gründen so sehe. Die Zukunft der Eifelquerbahn wird daran hängen, ob es gelingt andere Perspektiven als diese zu eröffnen.
Gruß Westeifelbahner

Rolf
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Re: Eifelquerbahn

Beitragvon Rolf » So 17. Mär 2019, 00:11

Westeifelbahner hat geschrieben:
Rolf hat geschrieben: Warum aber gibst Du an anderer Stelle hier im Forum den Politikern Recht, dass 3 Mio. Euro Eigenanteil für eine touristische Reaktivierung und damit die Rettung der EQB "nicht darstellbar" sind?

Weil ich das aus dargestellten Gründen so sehe. Die Zukunft der Eifelquerbahn wird daran hängen, ob es gelingt andere Perspektiven als diese zu eröffnen.
Gruß Westeifelbahner

Es wäre schön, wenn es andere Perspektiven gäbe. Die gibt es aber leider nicht. Oder hast Du eine andere Idee? Ich sehe keine Alternative. Also müssen die Kommunen einspringen oder die Bahn geht kaputt. Ganz einfach. Und ich bin absolut dafür, dass sie einspringen.

Westeifelbahner

Re: Eifelquerbahn

Beitragvon Westeifelbahner » So 17. Mär 2019, 00:49

Ich denke, dass wir das hier oft genug diskutiert haben. Aus meiner Sicht ist keine Option so unwahrscheinlich zu realisieren wie diese.
Wie schon mehrfach dargestellt, halte ich dauerhaft einen Erhalt einer über 50 Kilometer langen Eisenbahnstrecke in voller Länge für Personen- und Güterverkehre nur wirtschaftlich darstellbar, wenn an mehr als 100 Betriebstagen im Jahr der Verkehr rollt und nicht vor allem Touristen in den Zügen sitzen. Wenn, dann braucht es eine Reaktivierung des SPNV.
Dazu sind viele Optionen noch ungeprüft und vieles wäre denkbar, bspw. die seinerzeit geforderten Direktverbindungen zwischen Daun und Köln als ggfs. wirtschaftlichere Alternative zum SPNV auf der Gesamtstrecke. Und/oder die Verlängerung der Eifel-Pellenz-Bahn bis in den Bahnhof Ulmen, der ideal zum Umstieg auf die nun im Vulkaneifelkreis ausgebauten Busverkehre ist.
Auch andere touristische oder museale Nutzungen sind denkbar.
Das kann aber jeder sehen wie er will. Aus meiner Sicht war der Fehler, dass zu lange (2013-2017) die Reaktivierung des touristischen Verkehrs im Stil von 2012 angestrebt wurde, was von der medial inszenierten Darstellung eines Haushaltspostens im Landeshaushalt befeuert wurde, aber mangels ernsthaftem Interesse des zuständigen Ministeriums an einem gangbaren Weg für die betreffenden Eifelkommunen zwangsläufig auf dem Abstellgleis enden musste.
Die vorhandenen Förderbedingungen in RLP sind aus meiner Sicht für Kommunen derart ungünstig, dass es im Zweifelsfall noch realistischer wäre die Eifelquerbahn in Gesamtlänge zu betreiben, indem ein EIU die Strecke kauft und eine Förderung nach SGFFG aus Bundesmitteln beantragt, die dann zwar nur 50% des Gesamtinvests beträgt, aber frei von allen Nebenbedingungen des Landes RLP genehmigt werden könnte - kostenneutral für die anliegenden Kommunen. Bei Bestellung des touristischen Verkehrs könnte zumindest ein Teil der übrigen 50% über Trassenerlöse des touristischen SPNV aus Regionalisierungsmitteln des Zweckverbandes refinanziert werden.
Gruß Westeifelbahner

jwiessner
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Re: Eifelquerbahn

Beitragvon jwiessner » So 17. Mär 2019, 09:12

Hallo zusammen,

wie ja mittlerweile bekannt sein dürfte, wurde der Abschnitt der Eifelquerbahn zwischen Kaisersesch und Gerolstein zur Abgabe ausgeschrieben. Damit steht die Strecke nun allen interessierten Dritten zur Übernahme offen, wodurch die Chance besteht ein neues Kapitel in der Geschichte der Eifelquerbahn zu schreiben.

Die Eifelquerbahn hat viele Freunde und Unterstützter. Dies merkt man immer wieder an den Kommentaren zu Berichten rund um die Eifelquerbahn, bei Gesprächen wenn das Thema auf die Bahn fällt und ganz aktuell am großen Zuspruch der Aktion zur Rettung der Eifelquerbahn auf Instagram ( http://www.instagram.com/pro_eifelquerbahn ).

Aus diesen Eindrücken heraus ist die Idee entstanden einen eingetragenen Verein (e.V.) zu gründen, dessen Hauptziel es ist sich aktiv für den Erhalt und die Wiederinbetriebnahme der Eifelquerbahn einzusetzen. Im nächsten Jahr feiert der Abschnitt Kaisersesch – Gerolstein sein 125-jähriges Jubiläum, und ich möchte dies als Anlass nehmen um alle an der Eifelquerbahn interessierten, egal ob alte Hasen oder neue Gesichter, einzuladen mit anzupacken und sich gemeinsam im Verein für den Erhalt der Eifelquerbahn zu engagieren.

Als Anlaufstelle für alle interessierten habe ich die Webseite http://www.eifelquerbahn.com ins Leben gerufen. Dort gibt es einen kurzen Überblick über die Idee und die geplanten Ziele des Vereins, sowie die Möglichkeit sich als Unterstützter zu registrieren. Darüber hinaus gibt es Informationen auch auf Instagram ( http://www.instagram.com/eifelquerbahn_verein ) und Facebook ( http://www.facebook.com/Eifelquerbahn ). Natürlich freue ich mich über jeden der Werbung für die Idee des Eifelquerbahn Vereins macht.

Viele Grüße,
Jens
Zuletzt geändert von jwiessner am So 17. Mär 2019, 22:38, insgesamt 2-mal geändert.
http://www.eifelquerbahn.com - Eifelquerbahn e.V. - Gemeinsam für den Erhalt der Eifelquerbahn - Auch auf Facebook und Instagram


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